„Kinder sind tabu“

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30. November 2008 Print This Post

Beate Krafft-Schöning ist Journalistin und recherchiert seit dem Jahr 2000 zum Themenkomplex „Kinder und Internet“. Um selbst aktiv Mithilfe am Jugendschutz zu leisten, gründete sie 2001 die Initiative „NetKids“ – einen Verein für den Jugendschutz im Internet. Sie möchte somit mehr Aufklärung in Sachen Internetsicherheit schaffen.

„Wer heute ins Internet geht, muss schon vorher eine sehr gute Bildung und eine gefestigte Persönlichkeit haben. Kinder haben noch keinen kritischen Blick auf die Welt und damit sind sie im Internet verloren. Sie sind Freiwild – für die Werbung und das Geschäft.“ – so die Meinung der Journalistin Beate Krafft-Schöning. Um diese auch an die Öffentlichkeit heranzutragen, führt sie bei ihren Elternabenden und Interviews live vor, was beim Chatten passieren kann und wovor Eltern ihre Kinder und diese sich selbst schützen sollten. Krafft-Schöning schlüpft selbst in die Rolle eines Jugendlichen und nimmt so am Chat teil. Meist dauert es nur wenige Minuten bis die ersten jugendschutzgefährdenden Bemerkungen fallen. Selbst bei als „kindergerecht“ ausgewiesenen Chats sind diese Gefahren nicht ausgeschlossen.

„Generell ist jedes auf Dating ausgerichtete kommerzielle Chat-Angebot für Kinder gefährlich. Es gibt nur wenige Ausnahmen. Eines davon ist tivi.de vom ZDF. Dieser Chat wird zwar ständig überwacht, ist aber nur einige Stunden am Tag geöffnet.“ Sie greift die Betreiber der Chats mit harten Worten an, denn die meisten sind in ihren Augen gar nicht am Jugendschutz interessiert. „Fast alle verdienen an den Klicks auf ihrer Seite. Mehr Kontrolle heißt weniger Klicks. Und mehr Kontrolle und Sicherheit kostet auch viel Geld.“ Für diesen Zustand macht sie allerdings nicht nur die Betreiber, sondern auch die öffentlichen Stellen mitverantwortlich. Krafft-Schöning wirft zum Beispiel jugendschutz.net, der Internet-Jugendschutzeinrichtung der Länder vor, die Chats und ihre Betreiber viel zu wenig zu kontrollieren. Außerdem fordert sie eine Überarbeitung des Strafrechts und des aktuellen Jugendschutzes. Denn in Deutschland darf eine strafrechtliche Verfolgung erst aufgenommen werden, wenn tatsächlich Gewalt gegen ein Kind angewandt wurde. In anderen Ländern reicht dagegen schon ein Anbahnungsversuch im Chat.

Gerade deswegen setzt sich Krafft-Schöning für die Aufklärung der Bevölkerung zum Thema „Gefahren des Internets“ ein. Sie fertigte eine Dokumentation an, die vermehrt in Schulen eingesetzt wird und mit der auf die Gefahren von Chatrooms aufmerksam gemacht werden soll. Außerdem soll den Lehrern so der Einstieg in das Thema erleichtert werden. Neben dieser Dokumentation veröffentlichte sie auch das Buch „Nur ein Mausklick bis zum Grauen – Jugend und Medien“ im Vista Verlag. Darin beschreibt sie zusammen mit dem Kriminalhauptkommissar der Internet-Fahndung München, Rainer Richard, sämtliche Probleme, die im Zusammenhang mit der Nutzung der Neuen Medien durch Kinder und Jugendliche entstehen können. Neben diesen Veröffentlichungen rief sie 2001 die Initiative „NetKids – Kinder sind tabu“ ins Leben, die sich für den Kinderschutz im Internet stark macht. Dort finden Eltern, Lehrer und regionale Beratungsstellen alles über die Gefahren und Risiken des Internets. Mit präventiven Schutzmaßnahmen, Buchempfehlungen und Bewertungen vieler Kinderchats und Internetangebote wird den Nutzern ein sehr gutes Repertoire zum Schutz der Kinder und Jugendlichen im Internet gegeben.

Denise Tobian

Quellen:
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Fachbeitrag/a_Erziehungsbereiche/s_1174.html
http://www.kindersindtabu.de
http://www.gegensexuellegewalt.at/2008⁄06/kinder-sind-im-netz-freiwild/


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