Tipps für die Internetnutzung

30. November 2008 Print This Post

Nutzungstipps_Familie.jpg

Das Internet kann man mit einem riesigen Abenteuerspielplatz vergleichen, auf dem man sich auf Entdeckungstour begeben, Freunde und viele neue Informationen finden kann. Doch damit ist auch die große Gefahr verbunden, dass diese Entdeckungen, Freunde und Informationen sehr gefährlich und negativ für die Entwicklung Ihres Kindes sein können.

Wir möchten Ihnen einige Hinweise und Tipps geben, wie Sie Ihrem Kind einen sicheren Umgang mit dem Internet beibringen können – ohne ihm diese spannende Welt vorenthalten zu müssen. Nachfolgend finden Sie spezielle Tipps für die Internetnutzung von Vorschulkindern (3 bis 5 Jahre), Grundschulkindern (6 bis 9 Jahre) und älteren Kindern (10 bis 13 Jahre). Oft sind diese Tipps auch auf eine andere Altersgruppe – abhängig vom Entwicklungsstand Ihres Kindes – übertragbar. Deswegen sollten Sie die Unterteilung nach Altersgruppen nicht als absolute Trennung, sondern eher als Orientierung sehen.

Tipps für die Internetnutzung von Kindern im Alter von 3 bis 5 Jahren

Entwicklungsstand für die Nutzung entscheidend
Wann der richtige Zeitpunkt ist, Ihr Kinder in die Welt des Internet einzuführen, müssen Sie –abhängig vom Entwicklungsstand Ihres Kindes – selbst entscheiden. Beachten Sie jedoch, dass Kinder im Alter von drei Jahren noch mit den komplexen Strukturen eines Computerprogramms sowie Hyperlinkstrukturen  überfordert sind.

Gehen Sie auf die Wünsche Ihres Kindes ein

Klären Sie mit Ihrem Kind, was es im Internet will. Möchte es spielen, nach Informationen suchen oder mailen? Nehmen Sie die Wünsche Ihres Kindes auf und suchen Sie geeignete Seiten oder Angebote, die altersgerecht aufbereitet sind. Vermeiden Sie dabei Internetseiten mit viel Text und wählen Sie vorwiegend grafisch orientierte Seiten aus.

Gemeinsames Entdecken des Internets
Die ersten Schritte im Internet sollten gemeinsam unternommen werden. Die Angebote sollten dabei so ausgewählt werden, dass sie sich an der kindlichen Realität orientieren. Lassen Sie Ihr Kind nie unbeaufsichtigt surfen. Achten Sie darauf, dass Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nicht länger als zwei bis drei Stunden in der Woche im Internet surfen.

Nutzen Sie nur Kindersuchmaschinen
Die erste Anlaufstelle im Internet sind die Suchmaschinen, um entsprechende Seiten zu finden. Nutzen Sie dazu nicht die einschlägigen Suchmaschinen wie Google. Denn Kinder geben ihre Suchbegriffe meistens umgangssprachlich und in ganzen Sätzen ein, wie zum Beispiel: „Warum ist der Himmel blau?“. Durch diese Suchweise bekommen ihre Kleinen aber nicht die Ergebnisse, die sie möchten. Außerdem besteht die Gefahr, dass Ihr Kind dadurch auf Seiten kommt, die nicht für Kinder geeignet sind. Nutzen Sie deshalb nur Kindersuchmaschinen, wie „Blinde Kuh“. Denn diese leiten ausschließlich auf kindergerechte Seiten weiter.

Eigenes Postfach

Falls bei Ihrem Kind der Wunsch nach einer eigenen E-Mail-Adresse besteht, suchen Sie nach Anbietern von Kinder-E-Mail-Adressen wie Mail4kidz.de und Grundschulpost.de. Achten Sie darauf, dass der echte Name Ihres Kindes nicht in der E-Mail-Adresse vorkommt.


Tipps für die Internetnutzung von Kindern im Alter von 6 bis 9 Jahren

Gemeinsam im Internet surfen
Ihr Kind sollte nicht ohne Aufsicht ins Internet gehen. Begleiten Sie Ihr Kind bei seinen Ausflügen ins Internet und geben Sie Hilfestellungen zum richtigen Umgang mit dem Internet.

Zeitlich beschränkte Internetnutzung

Beachten Sie, dass Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren maximal sechs Stunden pro Woche im Internet surfen sollten.

Die Internetnutzung sollte auf bestimmte Seiten beschränkt sein

Während der Nutzung des Internets können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Lesezeichen anlegen, die zu Kindersuchmaschinen wie „Blinde Kuh“ oder zur Lieblingsseite Ihres Kindes verweisen. So hat Ihr Kind von Anfang an eine Linkliste mit Lieblingsseiten, die es nach Belieben besuchen kann. Für Sie ist es außerdem eine Leit‑ und Kontrollmöglichkeit.

Persönliche Daten dürfen im Internet nicht preisgegeben werden
Ihr Kind sollte mit den Sicherheitsregeln im Internet vertraut gemacht werden. Dazu gehört, dass es persönliche Daten über sich und die Familie nicht online weitergeben darf. Kinder müssen wissen, dass sie sich niemals allein mit einem „Cyberfreund“ treffen dürfen.

Über die Erfahrungen im Netz reden
Sie sollten mit Ihrem Kind zum einen über Fortschritte sprechen, die im Internet gemacht wurden und zum anderen Probleme thematisieren, die aufgetaucht sein könnten. Außerdem sollte über „gute“ und „schlechte“ Seiten im Internet geredet und aufgeklärt werden.


Tipps für die Internetnutzung von Kindern im Alter von 10 bis 13 Jahren

Seien Sie immer in Rufweite, wenn Ihr Kind im Internet surft!
Bei Kindern im Alter von zehn bis dreizehn Jahren ist es nicht mehr notwendig, dass Sie die ganze Zeit neben Ihrem Kind sitzen, während es im Internet surft. Ihr Kind möchte selbstständiger werden und Dinge allein für sich entdecken. Hier ist es ratsamer, wenn Sie stattdessen in Rufweite bleiben und gelegentlich einen Blick auf den Monitor werfen, falls Ihr Kind Probleme bekommt und Hilfe benötigt.

Legen Sie Surfzeiten für Ihr Kind fest!
Lassen Sie Ihr Kind nicht willkürlich lange im Internet surfen. Kinder sollten Medien in einem ausgewogenen Maß in ihren Alltag einbinden. Für Zehn‑ bis Dreizehnjährige ist es empfehlenswert ein bestimmtes „Zeitguthaben“ für eine Woche vorzugeben. Dieses Guthaben (beispielsweise zehn Stunden pro Woche für alle Medien insgesamt) darf das Kind nach seiner eigenen Vorstellung aufbrauchen. Ist das Guthaben allerdings erschöpft, sollte darauf geachtet werden, dass dem Kind keine der Medien mehr zugänglich sind. 

Installieren Sie spezielle Filtersysteme auf Ihrem PC

Mit Hilfe von Filtertechnologien haben Sie die Möglichkeit, Ihrem Kind den Zugang zu bestimmten Seiten zu sperren. So können Sie „Sperr‑ oder Negativlisten“ aufstellen, die Adressen mit pornografischen oder gewalttätigen Inhalten beinhalten. Außerdem können Sie „Positivlisten“ anlegen, die nur von Ihnen gewünschte Seiten enthalten. Diese Listen müssen Sie allerdings regelmäßig pflegen und aktualisieren. Auf www.icra.org können Sie ein solches Filterprogramm downloaden.
Zusätzlich kann auch eine Kinderschutzsoftware verwendet werden, um bestmöglichen Schutz vor Gefahren des Internets zu gewährleisten. Diese können Sie auf „fragFinn“ herunterladen.

Bringen Sie „Surf-Regeln“ gut sichtbar am PC-Monitor an!

Regeln bezüglich des Surfens im Internet, die Sie mit Ihrem Kind vereinbaren, sollten dauerhaft präsent sein. Beispielsweise könnten Sie am PC-Monitor oder einer kleinen Tafel neben dem PC angebracht werden. So kann sich Ihr Kind jederzeit an diesen Regeln orientieren.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!
Auch wenn Sie Ihrem Kind vertrauen, ist es ratsam, dass Sie anhand der Verlaufsliste im Internetbrowser gelegentlich überprüfen, welche Seiten tatsächlich von Ihrem Kind besucht wurden. So können Sie feststellen, ob es sich an die vereinbarten Regeln hält.

Bildquelle:
© Junial Enterprises – Fotolia.com