Abenteuer im Wolfskostüm

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17. Januar 2010 Print This Post

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„Weil ich als Kind genauso wild und wütend war wie der kleine Max“. So lautet Spike Jonzes Antwort auf die Frage, warum er der Richtige für die Verfilmung von Maurice Sendaks „Wo die wilden Kerle wohnen“ sei. Nach seinen beiden Filmen „Being John Malkovich“ und „Adaption“ wagte sich der Regiesseur nun an den Kinderbuchklassiker aus dem Jahr 1963. Es war sicherlich alles andere als einfach dieses Bilderbuch zu verfilmen, schließlich hat es gerade einmal zehn Sätze, zwanzig Bilder und knapp 340 Wörter.

Wer kennt das nicht aus seiner Kindheit? Man versuchte die Grenzen der Erwachsenen  auszutesten, um zu sehen, wie weit man bei ihnen gehen kann. Nicht anders macht es der Protagonist Max (Max Records). Sein Vater hat die Familie verlassen, seine Mutter (Catherine Keener) ist überfordert mit ihrem Beruf und hat kaum Zeit für ihre Kinder und seine ältere Schwester Claire (Pepita Emmerichs) hängt viel lieber mit ihrer Clique ab, als mit ihrem Bruder zu spielen. Da kommt es schon mal vor, dass Max, der eine blühende Phantasie besitzt, in seinem Wolfskostüm alleine durchs Haus tobt. Als seine Mutter eines Abends einen neuen Freund mit nach Hause bringt, kommt das eine zum anderen und in einem Tobsuchtsanfall und anschließenden Streit mit ihr flüchtet er in eine Traumwelt. Dort leben „die wilden Kerle“ – riesige, auf den ersten Blick ziemlich furchteinflößende Kreaturen, die allerdings beim genaueren Hinsehen kindlich und umgänglich sind. Sie akzeptieren den Jungen sogar als ihren König und Max genießt die Zeit bei ihnen bis es auch hier zum Streit kommt…

Kaum 340 Wörter enthält Maurice Sendaks Kinderbuchvorlage, das Regisseur Jonze und sein Koautor Dave Eggers gekonnt erweitert haben. „Auf beiden Ebenen, der realen und der fantastischen, wird die Problematik von Familie beleuchtet, die unterschiedlichen Temperamente, die Unmöglichkeit, jeden in gleicher Intensität lieben zu können“. Auch die zuerst perfekt wirkenden „wilden Kerle“ haben ihre Macken: Vom Besserwisser bis zum Außenseiter ist alles dabei. Gerade deswegen ist der Film etwas für die ganze Familie. Erwachsene und Kinder werden an den verschiedenen Charakteren ihre Freude haben und sich in dem ein oder anderen wiedererkennen.

Außerdem werden junge Zuschauer nicht unnötig erschreckt. Da der Film allerdings ab 6 Jahren frei gegeben ist, ist es empfehlenswert die Jüngsten auf das Äußere der „wilden Kerle“ vorzubereiten, da sie auf den ersten Blick dennoch erschreckend sind.

Rating: ★★★★☆ 

Andreas Blessau

Bildquelle: © 2009 Warner Bros

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