Grünes Licht für Computerspiele

15. Februar 2009

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Der Kauf und die Auswahl von Computerspielen für Kinder sind nicht immer einfach. Deshalb hat die Pan European Game Information (kurz PEGI) ein System entwickelt, das solche Entscheidungen erleichtern soll. Mit Hilfe von verschiedenen Kennzeichnungen auf den Spielen kann jetzt auch in Deutschland mit einem Blick erkannt werden, inwiefern ein Spiel für den eigenen Nachwuchs geeignet ist.

Was ist PEGI?
Eine internationale Arbeitsgruppe gründete das Projekt zwischen 2001 und 2002. Der Schutz von Minderjährigen spielte bei der Entwicklung eine wichtige, wenn nicht sogar die ausschlaggebende Rolle. Die interaktive Softwareföderation Europas (ISFE) übernimmt die Verwaltung, während das niederländische Institut zur Klassifizierung audiovisueller Medien (NICAM) für die Realisierung des Systems verantwortlich ist. Das Ziel von PEGI ist es, ein einheitliches, länderübergreifendes Alterseinstufungssystem zu bilden. Grund für diese Zielsetzung ist die meist fehlende Übereinstimmung der Alterseinschätzung in den verschiedenen Ländern.

Welche Kennzeichnungen gibt es?
Die Spiele werden für verschiedene Altersstufen gekennzeichnet. Eine Unterteilung erfolgt in den Kategorien: drei+, sieben+, zwölf+, 16+ und 18+. Bis dahin sind noch keine großen Unterschiede zur USK zu erkennen, aber PEGI hat noch eine weitere, wichtige Kennzeichnung – ein Symbol! Dieses gibt Auskunft über den Inhalt des Spieles. So zum Beispiel, ob die Darstellungen von Gewalt, Drogen, Glücksspiel, sexueller Handlungen oder Diskriminierungen vorhanden sind oder ob die Inhalte Angst erzeugen. Um es den Käufern noch leichter zu machen, gibt es außerdem noch das Ampelsystem. Hierbei wird eine Klassifizierung des Produkts vorgenommen und diesem eine Farbe zugeordnet. Je nach Angemessenheit für Kinder werden die Farben grün, gelb oder rot zugeteilt.
Beispiel DeBlob: Dieses Computerspiel wurde von PEGI in die Altersklasse drei+ eingeordnet, da es für jüngere Kinder geeignet ist und hat keine Markierung für kinderunfreundliche Inhalte. Auf der Ampelskala nimmt es die Farbe grün ein.

Und wie kommt diese Einstufung zustande?
Die Kennzeichnungen im Allgemeinen entstehen aus Spieltests und Informationen der Herausgeber, außerdem berücksichtigt werden auch Einstufungen anderer Institutionen. Spielhersteller füllen dafür einen speziell angefertigten Selbstbewertungsbogen aus, welche von PEGI Mitarbeitern nachträglich geprüft werden. Es ist PEGI dabei besonders wichtig, dass die Produzenten von Spielen die Fragen objektiv und wahrheitsgetreu beantworten. Daraufhin unterliegt das Verfahren nochmals einer mehrfachen Durchsicht durch sogenannte PEGI-Administratoren. Des Weiteren kontrolliert das NICAM die Einstufungen und allgemeinen Vorgänge um eine Garantie der Einschätzung zu gewähren.

Wer beteiligt sich an PEGI?
Leider ist die Verwendung des Systems meist noch freiwillig und nur in einigen Ländern im Gesetz verankert. Dennoch für die Verwendung von PEGI entschieden haben sich Computerspielentwickler wie Microsoft, Nintendo und Sony. Außerdem ist das System bereits in Ländern, wie Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Litauen, Polen, Slowenien und dem Vereinigten Königreich im Einsatz.

Abschließend ist zu sagen, dass diese Methode vor allem Eltern hilft schnell zu erkennen, ob das Spiel für ihr Kind geeignet ist. Das PEGI System ist eine sehr gute Erweiterung zu der USK-Kennzeichnung. Jedoch sollten Sie beachten, dass diese neue Alterseinstufung nur als Empfehlung gesehen werden soll und nicht verbindlich ist. Außerdem gibt die Kennzeichnung keine Auskunft über den Schwierigkeitsgrad des Computerspiels. Hier heißt es ausprobieren!

Annegret Jähn

Quellen:
http://www.pcgames.de/aid,665102/PEGI_fuehrt_Ampel-Alterskennzeichnungen_ein/News/
PEGI für Online-Spiele: http://www.pegionline.eu/de/
PEGI Webseite: http://www.pegi.info/de/
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/PEGI

Bildquelle: © Kaarsten

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