Ballern macht schlau: Neue Studien nehmen Ego-Shooter unter die Lupe

18. Oktober 2013

Ego-Shooter leiden unter einem schlechten Ruf. Vor allem von politischer Seite werden die Shooter gerne angegriffen. Sie dienen häufig als Sündenbock für Amokläufer oder anderen schlimmen Gewaltszenarien. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass auch positive Effekte existieren.

Laut einer Studie des Fachmagazines Current Biology hilft das regelmäßige Spielen von „Killerspielen“ die Reaktion zu verbessern. So schnitten Ego-Shooter-Spieler bei einem Reaktionstest deutlich besser ab, als Probanden die keine Shooter spielen. Die Gamer reagierten ungefähr ein Viertel schneller. Ein deutlicher Vorteil, da verbesserte Reflexe auch in vielen Alltagssituationen behilflich sein können.

Eine weitere Studie der niederländischen Universität Leiden fand heraus, dass das Kurzzeitgedächtnis ebenfalls profitiert. Durch regelmäßigen Gebrauch von Ego-Shootern kann das Gehirn visuelle und auditive Reize schneller verarbeiten. Außerdem fördert es eine flexible Denkweise, da sich der Rezipient ständig wechselnden Bedingungen anpassen muss. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Psychological Research veröffentlicht.

Diese Beispiele zeigen, dass Ego-Shooter auch positive Aspekte besitzen. Und auch die Tatsache, dass Computerspiele seit 2008 als Kulturgut gelten, ist ein Indiz für die Vielseitigkeit von Games. Und dennoch bleiben “Killerspiele” ein heikles Gesprächsthema. Ein Beispiel dafür ist das Spiel “Crisis 2”, das viele hitzige Diskussionen auslöste. Während Kritiker die Seriosität des Shooters bezweifeln, existiert für die Befürworter des Spiels kein Unterschied zwischen dem Game und herkömmlichen Kulturgütern wie Büchern und Filmen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich Ego-Shooter erst noch in der Gesellschaft etablieren müssen. Natürlich dürfen dabei “Killerspiele” nicht verharmlost werden. Frühere Studien zeigen nämlich, dass durchaus beispielsweise das Aggressionspotential durch Ego-Shooter gesteigert wird, wie auch ein Interview auf unserer Seite zeigt. Dennoch wäre eine differenzierte Sichtweise in Bezug auf “Killerspiele” wünschenswert.

Jan Kloft

Bildquelle:
© taz.de

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