Ralph Caspers: Der Besserwisser des Kinderfernsehens

26. März 2009

Hornbrille und das Image des „Klugscheißers“ – Das sind Markenzeichen des beliebten Moderators und Drehbuchautors Ralph Caspers. „Man muss Kinder ernst nehmen. Ich vermeide es, in eine Duziduzi-Sprache zu verfallen und große Kulleraugen zu machen.“ Liegt hier vielleicht der Erfolg des sympathischen und netten Kinderfernsehstars?

ralph_caspers_1.jpgDas wahrscheinlich seltsamste an Ralph Caspers ist die Tatsache, dass er nach eigenen Angaben nicht weiß, wann er geboren wurde. Seine Eltern, Hippies, wanderten 1972 nach Borneo aus, um sich dort an einem Auswilderungsprojekt für Orang Utans zu beteiligen.  Da die Eltern, wohl vor lauter Hilfsprojekten „vergaßen“ sich das genaue Datum der Geburt ihres Sohnes aufzuschreiben, gaben sie bei der Rückkehr nach Deutschland einfach das Einreisedatum, den 18. Januar 1972 als offiziellen Geburtstermin an. „Geburtstag wurde gefeiert, wenn das Wetter schön war!“, erinnert sich Ralph Caspers heute.

Nach seinem Abitur am Antoniuskolleg in Neunkirchen-Seelscheid ging Caspers erst mal arbeiten. Über den kuriosen Weg von Jobs in einem Schlachthof und in der Pathologie verschlug es ihn schlussendlich zu Fernsehproduktionsfirmen, wobei er anfangs nur hinter den Kulissen arbeitete. Auch die obligatorische Anstellung als Kabelträger ließ er nicht aus, bis sein Talent zum Moderieren entdeckt wurde. Und so kam es, dass Ralph Caspers sein Fernsehdebüt 1995 mit der Super RTL Serie “Muuh-Das Tiermagazin” feierte. Zwei Jahre später schrieb er sich an der Kölner Kunsthochschule ein und diplomierte 2003, wobei der praktische Teil seiner Diplomarbeit, die „Late-Morgen“-Show sogar in der ARD ausgestrahlt wurde. 1998 wechselte er zum WDR in den Maus Club und moderiert dort seit 1999 im Wechsel mit Armin Maiwald und Christoph Biemann “Die Sendung mit der Maus”. Im gleichen Jahr bekam er, mit “QuasselCaspers”, einer Talkshow für Kinder, seine eigene Sendung im KiKa.

Seit 2001 moderiert er nunmehr mit Scharfsinn und einer lässig-ironischen Art die erfolgreiche Wissens-Kindersendung „Wissen macht Ah!“ im WDR. Dort versucht er, gemeinsam mit seiner Kollegin Shary Reeves, kindergerechte Antworten auf nicht immer so kinderleichte Fragen zu finden. Bei der EMIL-Preisverleihung im letzten Jahr bekam Ralph dafür den „Preis für gutes Kinderfernsehen“. Auf die Frage, was er besonders daran schätzt für das Kinderfernsehen zu arbeiten, antwortete er: „Ich habe den Eindruck, das Kinderfernsehen steht nicht so sehr unter Beobachtung und Quotendruck. Das macht die Arbeit einfacher, weil Motivation durch Angst bei uns nicht so an der Tagesordnung ist.“ Neben seinem Erfolg im Fernsehen, hat sich Ralph Caspers auch unter die Buchautoren gewagt. Im Dezember 2007 erschien sein erstes Buch unter dem Titel „Scheiße sagt man nicht!”, in dem beliebte Elternregeln auf ihre Sinnhaftigkeit hin überprüft werden.

Ralph Caspers erfreut sich großer Beleibtheit bei Kindern wie auch bei Erwachsenen, vielleicht liegt es, neben seiner sympathischen Art auch daran, dass er selbst einmal sagte: “Ich behandele Kinder immer wie Erwachsene. Oder aber Erwachsene wie Kinder.” Ab dem 26.März kann man nun zukünftig „Wissen macht Ah!“ auch im Internet genießen und sich von Ralph und Shary die Welt von Pi bis Pipi erklären lassen.

Heike Keck

Bildquelle:
DESIGNSQUAD KÖLN

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