Fernsehen bildet!?

29. April 2009

Eine Aussage, die im ersten Moment schwer zu glauben ist, wenn man an die vielen Talk- und Gerichtsshows denkt, die das Nachmittagsprogramm füllen. Deshalb ist eine gezielte Suche notwendig, um zwischen den vielen Sendungen, die überspitzt dargestellt, lediglich für Unterhaltung sorgen wollen, durchaus informative und lehrreiche Programme zu finden.

Tagesaktuelle Nachrichten für Kids

Um Ordnung in die Fülle von Informationssendungen zu bringen, lassen sich diese nach ihrer Tagesaktualität unterteilen. So zählen zu den tagesaktuellen Sendungen die Nachrichtensendungen wie zum Beispiel „logo“ im KiKa. Auf der anderen Seite stehen die nicht tagesaktuellen Sendungen wie Themensendungen und Wissenschaftsshows. Dabei weisen beide Sendungsarten durchaus einen Lerncharakter auf.

Insbesondere den Naturwissenschaften und Fremdsprachen werden schon mal ganze Sendereihen gewidmet, welche meist auf den öffentlich-rechtlichen Sendern zu finden sind. So ist Bildung vor allem im Bayrischen Rundfunk, Südwestfunk und auf Phönix zu Hause – mit dem Motto „Bildung zum Anfassen“. Die „Urmutter“ aller Bildungssendereihen ist das „Telekolleg“, welches mit Physik und Englisch eine neue Bildungsära in der Fernsehlandschaft einleitete. Jungen Menschen sollte auf diesem Weg zum einen eine Bildungsalternative neben der Schule angeboten und zum anderen die Hemmschwelle vor Sprache und Wissenschaft genommen werden. Denn Wissen lässt sich für Kinder am schnellsten spielerisch vermitteln wie zum Beispiel mit Hilfe von Quizfragen.

Kindersender bieten Bildungsformate

Ein Beispiel für eine aktuelle Wissenssendung für Kinder ist „Planet Schule“ im SWR Fernsehen. Bei diesem Format werden von Montag bis Samstag Informationen aus sämtlichen Fachbereichen zur Verfügung gestellt. Außerdem gibt es noch andere Formen, die sowohl Wissen vermitteln als auch zusätzlich mit Unterhaltungselementen verbunden sind, zum Beispiel „Die Sendung mit der Maus“, „Wissen macht Ah!“ oder „Willi will’s wissen“. Diese Sendungen zählen zu den informellen Informationssendungen, welche den Kindern nebenbei Informationen mit auf den Weg geben.

Um Kinder an diese Informationssendungen heranzuführen, sind sowohl Eltern als auch Lehrer*innen gefragt. So haben Eltern die Aufgabe, den Fernsehkonsum ihrer Kinder zu beobachten und positiv zu beeinflussen. Die Schule wiederum hat den Auftrag, Inhalte und Darstellungsformen zu thematisieren und Schülern den Umgang mit dem Medium Fernsehen näher zu bringen. Allerdings ergab eine Umfrage des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest, dass lediglich acht Prozent der befragten Kinder auf den Ratschlag ihrer Eltern hin und nur fünf Prozent auf die Empfehlung von Lehrern*innen hinsichtlich des Fernsehprogramms, Sendungen konsumieren.

Fazit:

Eltern sollten stets versuchen, ihre Kinder spielerisch auf gewisse Sendungen aufmerksam zu machen und eventuell Vereinbarungen zu treffen. Gekonnt selektiert kann das Fernsehen auf diese Weise neben der Unterhaltungsfunktion auch Informationen vermitteln. Somit kann Ihr Kind gelegentlich und im kleineren Umfang sein Wissen erweitern, ohne das Gefühl zu haben, es müsse jetzt etwas lernen.

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