Katharina Rietz – Das Gesicht hinter Schloss Einstein

12. Juli 2009

Katharina Rietz ist Mitarbeiterin bei der Saxonia Media Filmproduktion, einem Filmproduktionsunternehmen aus Leipzig. Das besondere an ihrer Arbeit ist jedoch, dass sie die Produzentin der Kinder- und Jugendserie Schloss Einstein – Erfurt ist. In einem Interview berichtete sie uns über ihre Arbeit, die Jungdarsteller und die Zukunft der Serie.

Frau Rietz, wie lange sind Sie schon bei Saxonia Media?

Ich bin bei Saxonia Media seit 2001 und habe dort zunächst mit einem Praktikum angefangen, bekam dann eine Assistentenstelle und habe mich peux a peux dem Bereich Kinderproduktion gewidmet. Eines meiner ersten Projekte war die Zeichentrickproduktion Der Kleine König Macius. Weiterhin habe ich zusammen mit meinem Kollegen, dem Produzenten Jan Kruse, vier Folgen KIKA-Krimi.de betreut und anschließend die Kinder- und Jugendserie Endlich Samstag! in Bamberg für den BR produziert. Ende 2006 bekam ich die Aufgabe, das “neue” Schloss Einstein in Erfurt aufzubauen.

Können Sie kurz beschreiben, was Ihre Aufgaben als Produzentin sind?

Meine Aufgaben als Produzentin sind sehr komplex und vielfältig. Ich betreue das Projekt Schloss Einstein von der Idee bis zur Fertigstellung des Films, und z.T auch darüber hinaus. Zusammen mit Dramaturgen, Autoren und der Redaktion bin ich an der Entwicklung der Geschichten von Schloss Einstein beteiligt. Der enge Kontakt zur federführenden Redaktion des MDR gehört ebenso zu meinen Aufgaben, wie die Zusammenstellung des Teams vor Ort, die Absprachen mit allen Gewerken wie Regie, Kamera, Schnitt, Kostüm usw, die Entscheidung für den Cast, die Koordinierung der Pressearbeit oder die Betreuung der Postproduktion. Alle Bereiche der Filmproduktion laufen sozusagen auf meinem Schreibtisch zusammen.

Wie würden Sie Schloss Einstein mit Ihren eigenen Worten beschreiben?

Schloss Einstein ist aus meiner Sicht eines der wichtigsten Kinder- und Jugendformate im deutschen Fernsehen. Es ist die am längsten laufende Weekly, die sich seit mittlerweile über 11 Jahren speziell an die Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen im Alter von 8-15 Jahren richtet. Schloss Einstein erzählt vom Schul- und Internatsalltag Kindern und Jugendlicher, mit denen sich der Zuschauer identifizieren kann. Wir greifen alltägliche aber auch gesellschaftskritische Themen auf, die unser Publikum interessieren. Wir machen neugierig auf Unbekanntes, erzählen aber auch eine Welt, in der sich Kinder und Jugendliche wiederfinden. Wir wollen das Lebensgefühl widerspiegeln, das diese besondere Altersgruppe ausmacht, mit allen Höhen und Tiefen, Ängsten, Problemen und Freuden. Dadurch hat Schloss Einstein einen großen Stellenwert für die Zuschauer und Zuschauerinnen des Kinderkanals und ist ein fester Bestandteil des deutschen Kinderfernsehens.

Wie empfinden Sie die Arbeit mit den jugendlichen Darstellern?

Die Arbeit macht großen Spaß. Sie ist inspirierend, gerade für uns Erwachsene, weil man Einsichten in eine unheimlich spannende Altersgruppe bekommt, zu der man ja auch einst gehörte. Die Darsteller geben uns Einblicke in ihr Leben, dies hilft uns u.a. auch in den Geschichten der Serie noch gezielter auf Jugendliche eingehen zu können. Und natürlich kommen auch Erinnerungen an die eigene Jugend durch die Arbeit wieder ans Tageslicht. Die Atmosphäre, die hier durch die sozusagen generationsübergreifende Zusammenarbeit entstanden ist, empfinde ich als etwas Besonderes. Alt und Jung lernen voneinander, wir streiten und wir lachen zusammen, wir tauschen uns aus, unterstützen einander, hören uns gegenseitig zu und nehmen alle etwas daraus mit ins eigene Leben. Und jeder unserer Darsteller bringt natürlich seine ganz eigene Geschichte, seinen Charakter, seine Persönlichkeit in die Arbeit mit hinein. Daraus entsteht ein buntes Mosaik und das heißt Schloss Einstein.

Wer wird schneller erwachsen, die Darsteller oder ihre Rollen?

Ganz klar, unsere Darsteller. Weil sie durch die Arbeit hier enorm viel lernen und Erfahrungen machen, die ungewöhnlich sind in diesem Alter. Die Zusammenarbeit mit den erwachsenen Kollegen und die Verantwortung, die sie tragen, prägen sie deutlich. Sie müssen ihre Zeit einteilen, sich strukturieren, Disziplin zeigen und schließlich ja auch einem nicht zu verachtenden Leistungsdruck standhalten. Das klingt hart und anstrengend. Ist es auch. Aber es hat sich bei unseren Jugendlichen auch sehr positiv auf ihre Persönlichkeit ausgewirkt.

Was dürfen die Zuschauer in Zukunft von Schloss Einstein erwarten?

Sie dürfen weiterhin spannende Geschichten, viele verschiedene Themen und auch die eine oder andere neue Figur auf Schloss Einstein erwarten. Viele Überraschungen warten…

Was wünschen Sie sich selber für die Zukunft der Serie?

Ich wünsche mir, dass es Schloss Einstein noch viele Jahre geben wird. Und dass es seinen Stellenwert im Fernsehen nicht verliert. Dafür sind wir verantwortlich und dafür arbeiten wir. Darüberhinaus hoffe ich, dass es uns gelingt, die Motivation und Freude aller Beteiligten und Mitarbeiter an Schloss Einstein weiterhin so aufrecht zu erhalten. Denn diese Freude überträgt sich nicht zuletzt auch auf das Produkt. Und natürlich wünsche ich mir, dass wir den Nerv der Zuschauer treffen, dass uns jene gewogen bleiben, und das Schloss Einstein nicht wegzudenken ist aus dem deutschen Kinder- und Jugendfernsehen.

medienbewusst.de bedankt sich bei Katharina Rietz für das Interview und wünscht Schloss Einstein weiterhin viel Erfolg.

Katharina Haßemer

Bildquelle:
Porträtfoto zur Verf. gestellt v. Katharina Rietz

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