Alfred-Teves-Schule- Aktiv gegen Gewaltvideos

12. Januar 2009

Gewaltvideos auf dem Handy haben ihren Einzug in den Schulhof gefunden. Eine Prügelei wird schnell zum willkommenen Motiv für ein Handyvideo. So auch in der Grund- und Hauptschule Alfred-Teves in Gifhorn/Niedersachsen. Doch hier schauten die Lehrer nicht weg, sondern starteten mit ihren Schülern eine beispiellose Aktion. Ihr Ziel: Saubere Handys an deutschen Schulen.

schule_handy_1.jpgNachdem im November 2005 ein Lehrer der Alfred-Teves-Schule beobachtete, wie ein Schüler Handyaufnahmen von einer Schulhofprügelei machte, kamen erschreckende Tatsachen ans Licht: Die beobachtete Szene war kein Einzelfall! Es stellte sich heraus, dass zahlreiche Schüler Gewaltvideos auf ihren Handys besaßen. Diesen Umstand wollte Schulleiter Wulf-Helmut Allmann nicht ignorieren und startete nach einer Zusammenkunft aller Beteiligten – sowohl Lehrer, Schüler, Eltern als auch der Polizei, der Landesschulbehörde und der Staatsanwaltschaft- eine beispiellose Aktion für saubere Handys an Schulen. So bildeten sich sowohl im Eltern- und Lehrer- als auch im Schülerkreis Gruppen, die gemeinsam gegen Gewaltvideos auf Schülerhandys kämpfen wollten.

Vor allem die Medien AG, die sich im Januar 2006 aus der bestehenden Schulhomepage AG bildete, machte Schlagzeilen. Das hieraus entstandene Projekt “Sinnvoller Handyeinsatz in der Schule- Saubere Handys“ wurde zu einem Vorbildprojekt für alle deutschen Schulen. Im Fokus dieses Projektes stehen medienpädagogische Inhalte rund um den Missbrauch von Mobiltelefonen. Unter der Leitung von Marcus Lüpke erarbeiten hierbei Schüler der sechsten bis zehnten Klassen hilfreiche Tipps und Tricks zur Handynutzung von Kindern, entwickeln sinnvolle Integrationsmöglichkeiten von Multimediahandys in den Unterricht und beschäftigen sich mit der Gewaltprävention an Schulen durch neue Medien. Ziel dieser Aktion ist ganz klar die Förderung der Medienkompetenz. Um dieses Vorhaben auch an die Öffentlichkeit heranzutragen, stehen neben der Veröffentlichung der Informationen auf der Webseite der Schule auch zahlreiche Besuche bei Tagungen und Pressterminen auf dem Plan des Projektes. So erhielten Marcus Lüpke und seine Schüler zahlreiche Einladungen zu Talkrunden, Tagungen, Foren und Fernseh- und Radiosendungen zum Thema “Medienkompetenzvermittlung in Schulen”. 2006 besuchten sie zum Beispiel eine Stakeholder-Beratungstagung von Vodafone Deutschland, bei der unter anderem Jugendschutz.net, Handysektor.de und Klicksafe vertreten waren.

Bei dieser Präsenz und diesem Engagement ist es nicht verwunderlich, dass das Projekt neben zahlreichen Auszeichnungen, wie 2006 den Regional- und Landessieg bei “Fair-bringt-mehr”, den Sieg beim Hauptschulwettbewerb von Innovative Teachers und 2008 den “Gemeinsam-Preises” der Braunschweiger Zeitung, auch zahlreiche Partner für die Umsetzung des Projektes gewinnen konnte. So arbeiten die Schüler der Alfred-Teves-Schule eng mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, dem Landeskriminalamt Niedersachsen, dem Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, dem Handysektor und Vodafone Deutschland zusammen.

Die Aktion der Alfred-Teves-Schule zeigt in aller Deutlichkeit, wie wichtig und sinnvoll es ist, das Thema “Gewalt an Schulen durch neue Medien” zu thematisieren und Schüler, Eltern, Lehrer und nicht zuletzt die Öffentlichkeit für diese Entwicklung zu sensibilisieren. Denn nur so kann man gemeinsam gegen Gefahren wie Gewaltvideos ankämpfen. Damit diesem Vorbild weitere Schulen folgen, finden Interessierte auf den Schulseiten zahlreiche Informationsmaterialien der Medien AG, wie Unterrichtsmaterialien und Tipps für Eltern und Schüler beim Umgang mit Handys.

Anne Hensel

Quelle (einschließlich Bildquelle):
Alfred-Teves-Schule

Ähnliche Beiträge