Dein Handy – meine Daten?

29. Juni 2010

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Mobiltelefone werden mit den Schlagwörtern „problemloser Internetzugang“, „schnellere Datenübertragung“, „größerer Speicherplatz“ und noch vielen anderen verlockend klingenden Eigenschaften beworben. Auf den ersten Blick liest sich das alles unheimlich attraktiv, doch bei genauerer Betrachtung, bringen diese Neuerungen immer höhere Risiken mit sich. Da kommt die Frage auf: Worüber sollten Eltern mit ihren Kindern zum Thema Datenschutz und Handy auf jeden Fall sprechen?

Schon lange ist die Zeit vorüber, in der man das Handy nur zum Telefonieren benutzt hat. Heute dient es als Telefon- und Adressbuch, E-Mail-Postfach, Fotoalbum, Terminkalender, Zugang zu sozialen Netzwerken, Navigationsgerät und Notizbuch. Vermutlich speichert kein Gerät mehr persönliche Daten und könnte somit mehr über seinen Besitzer aussagen, als das Mobiltelefon. Diese Beobachtung macht auch Oliver Berthold, Mitarbeiter des Berliner Amtes für Datenschutz und Informationsfreiheit: „Das Handy wird immer häufiger zur Datenhinterlegung verwendet. Was früher nur auf dem persönlichen Computer war, hat man jetzt auch vielfach auf dem Mobiltelefon gespeichert. Das ist natürlich sensibel, wenn es z.B. verloren geht oder man auf ein anderes Handy umsteigt und die Speicher nicht richtig gelöscht worden sind. Insofern ist das Thema Datenschutz gerade beim Mobiltelefon sehr wichtig.“

Der einfachste Weg das Mobiltelefon vor ungewollten Zugriffen Dritter zu schützen, ist die Tastensperre, die sich bei jedem Handy mit ein paar Klicks einrichten lässt. Kinder und Jugendliche empfinden das Entsperren des Mobiltelefons vor jeder Nutzung jedoch oft als lästig und überflüssig und lassen es weg. Dadurch können Dritte ohne viel Aufwand auf sensible Daten der jungen Handynutzer zugreifen – und das kann gefährlich werden! Eltern sollten diese Gefahr deutlich ansprechen und ihren Sprösslingen klar machen, warum es wichtig ist, die persönlichen Daten zu schützen. Sollte das Handy geklaut werden oder verloren gehen, empfiehlt es sich sofort die SIM-Karte sperren zu lassen. Entweder man ruft hierfür den Netzbetreiber oder den zentralen Sperrnotruf 116 116 an. So verhindert man unnötige Kosten, die entstehen, wenn der Dieb mit dem Handy telefoniert.

Natürlich wird das Handy nicht nur zur Speicherung von Daten genutzt. Besonders Jugendliche tauschen oft und gerne Bilder, Videos und Klingeltöne untereinander aus. Schlaue Kids kommen schnell darauf, dass man  für das Weiterleiten von Bildern keine teuren Kurznachrichten verschicken muss, sondern diese ganz einfach und kostenlos per Bluetooth übertragen kann. Leider ermöglicht diese Funkübertragungstechnik auch den Zugriff auf das Mobiltelefon von außerhalb, wodurch Daten ausgelesen oder jegliche Befehle ausgeführt werden können. Um solchen Angriffen von Vornherein auszuweichen, empfiehlt Berthold die Bluetooth-Funktion auf unsichtbar zu stellen oder noch besser, ganz auszuschalten bis man sie wirklich benötigt. Dateien von unbekannten Absendern, die über Bluetooth eingehen, sollten auf keinen Fall angenommen oder geöffnet werden, da diese Viren enthalten können.

Als besonders sichere Variante der Datenübertragung per Bluetooth eignet sich daher das sogenannte Pairing. Auf den beiden miteinander kommunizierenden Mobiltelefonen wird dabei die Eingabe desselben Passwortes gefordert, bevor der verschlüsselte Datenaustausch beginnt.

Jedes Handy fällt irgendwann dem Lauf der Zeit zum Opfer. Entweder es funktioniert nicht mehr einwandfrei oder neuere, coolere Mobiltelefone erobern den Markt. Vor Entsorgung des Handys, sollte immer die SIM-Karte und eventuell vorhandene Speicherkarten entfernt werden. Auf dem Telefon gespeicherte Daten, wie Telefonnummern, Adressen, Bild- und Videoaufnahmen, Kurzmitteilungen oder Notizen,  sollten ebenfalls sorgfältig gelöscht werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt Berthold einen „harten Reset“ durchzuführen. Dieser versetzt das Handy in den Auslieferungszustand zurück, was bedeutet, dass alle Daten, die nicht schon beim Kauf des Mobiltelefons auf dem Gerät waren, komplett gelöscht werden.

Viele Netzanbieter sehen den Datenschutz als ernst zu nehmendes Thema und bieten auf ihren Firmen-Websites Rubriken und Service-Hotlines für Eltern an. Weitere nützliche Tipps findet man im Ratgeber zum Thema „Wie sicher ist dein Handy“, herausgegeben vom Berliner Amt für Datenschutz und Informationsfreiheit.

Julia Harries

Bildquelle:
© mroach – flickr.com

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