Die blaue Ecke erobert den digitalen Markt

17. Mai 2011

Seit nunmehr 128 Jahren steht das Unternehmen Ravensburger für jede Menge Spiel- und Lesespaß für die ganze Familie. Im Mai 2009 wurde die jüngste Tochtergesellschaft der AG, die Ravensburger Digital GmbH, gegründet. Deren Ziel ist die Aufbereitung der Ravensburger Produkte und Inhalte für alle wichtigen digitalen Medien. medienbewusst.de sprach mit Geschäftsführer Thomas Bleyer über die Digitalisierung von Spielen.

Wie kam Ravensburger auf die Idee auf dem digitalen Markt mit der Ravensburger Digital GmbH einzusteigen?

Da gibt es sehr grundsätzliche Überlegungen. Ravensburger ist ja ein sehr etabliertes Unternehmen, sehr erfolgreich mit einer tollen, bekannten Marke. Das blaue Dreieck von Ravensburger ist natürlich eine Marke vor Allem für Kinder und Familien. Wir sehen die Marktentwicklung sehr langfristig und es ist klar, dass in unseren Zielgruppen eine sehr große Veränderung in den letzten zehn bis 15 Jahren stattgefunden hat. Digitale Medien sind nun schon lange herausgewachsen aus der Ecke der Computerfreaks und in der Mitte der Bevölkerung angekommen. Familien und Kinder beschäftigen sich mit PCs, Onlineangeboten und Smartphones. Dementsprechend müssen wir mit einer Marke, die eine breite Zielgruppe ansprechen möchte, auch auf diesen neuen Plattformen präsent sein.

Wie wird entschieden, welche Ravensburger Spiele für den digitalen Markt überarbeitet werden?

Da gibt es eine ganze Reihe an Parametern. Zunächst schaut man nach bekannten Marken aus dem Ravensburger Spiele- oder Buchverlag. Es ist naheliegend auf eine bekannte Marke zu setzen, wie zum Beispiel memory®. Das ist einfach ein Klassiker, den es seit 50 Jahren gibt. Dass man so etwas auch auf dem iPhone anbietet, ist relativ selbstverständlich. Dann muss geschaut werden, ob sich das Spiel inhaltlich überhaupt für eine digitale Umsetzung eignet. Die dritte Fragestellung ist die nach den Rechten. Besitzt Ravensburger überhaupt die digitalen Verwertungsrechte für die Inhalte und Illustrationen? Ein weiteres Kriterium im digitalen Marktumfeld ist sicherlich auch die internationale Vermarktbarkeit. Wenn die Themen nur auf Deutsch funktionieren, schränkt das ein. Da ist die Frage: Welches internationale Potential hat ein Titel?

Wird bei der Konzeption der digitalen Angebote mit Medienpädagogen zusammengearbeitet?

Ja klar. Insbesondere wenn es ein entsprechendes Thema ist, das man im Bereich Medienpädagogik und Kindermedienkompetenz positioniert. Wir haben daher auch bei uns intern Mitarbeiter, die eine pädagogische Ausbildung haben und als Medienpädagogen arbeiten. Zusätzlich nutzen wir auch das Know-how der Redakteure unserer Schwestergesellschaften, also aus dem Ravensburger Spiele- oder Buchverlag.


Wird durch digitale Anwendungen das traditionelle Spielen ersetzt?

Nein, ich denke nicht. Ich denke das digitale Medium per se entscheidet ja nicht darüber, ob sich Eltern und Kinder die Zeit nehmen sich zusammenzusetzen und gemeinsam zu spielen. Es gibt zum Beispiel auf dem PC oder auf dem iPad/iPhone ganz tolle Spiele und Applikationen, die man durch Multiplayer-Funktionen als Familie zusammen spielen kann.

Auf welche Neuerscheinungen können sich unsere Leser freuen?

Sie werden sowohl online als auch auf mobilen Plattformen dieses Jahr noch eine ganze Reihe an tollen Produkten von uns sehen. Ich darf zwar noch nicht verraten was, aber ich kann Ihnen sagen, dass allein in den nächsten Monaten zum Beispiel eine Reihe bekannter Spieletitel von Ravensburger im iTunesStore veröffentlicht werden.

Für was steht die „kleine blaue Ecke“ bei Ravensburger Digital?

Die Ecke steht aus unserer Sicht für Ravensburger Qualität und Spielfreude. Für uns auf Firmenebene steht sie für unser Firmenmotto „Freude, Bildung und Gemeinsamkeit“. Das ist das, was Ravensburger ausmacht!

Welche ist, Ihrer Meinung nach, die schönste App aus dem Hause Ravensburger Digital?

memory® ist der unschlagbare Klassiker bisher. Diese App eignet sich besonders dafür, wenn Ihr Kind auch mal selbständig spielen möchte. Es ist erstaunlich zu sehen, wie schnell Kinder in der Lage sind, das Medium zu bedienen und auch kompetent damit umzugehen. Besonders gelungen ist auch „Piggeldy und Frederick“. Das ist eine interaktive App auf Basis eines Kinderbuches. Sie bietet einige Features, wie zum Beispiel die eigene Vertonung. So können ihre Kinder mit der Stimme von Mama oder Papa die Geschichte vorgelesen bekommen.

medienbewusst.de bedankt sich bei Thomas Bleyer für das Interview und wünscht viel Erfolg für die Zukunft.

Ariane Koch

Bildquellen:
Porträtfoto zur Verf. gestellt v. Thomas Bleyer
© Ravensburger Digital GmbH

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