Verdrängt das eBook das Bilderbuch aus dem Regal?

10. Dezember 2011

eBooks, eBook-Reader, eBook-Shops. Es tut sich viel auf dem digitalen Buchmarkt. Jetzt gibt es das Ganze auch für Kinder. Kindergeschichten und Märchen in elektronischer Form könnten bald dicke und schwere Bücher ersetzen. Doch was ist eigentlich ein eBook?

Ein eBook ist die elektronische Ausgabe eines „echten” Buches. Übersetzt bedeutet eBook elektronisches Buch oder wahlweise auch Digitalbuch. Ursprünglich war das eBook für Fachkräfte, Kaufleute, Ingenieure und Naturwissenschaftler angedacht, aber auch Studenten sollten von diesem Service profitieren und ihre Literatur rund um die Uhr zur Verfügung haben.

Sie fragen sich jetzt sicher, warum also nun Ihr Kind von einem eBook Gebrauch machen sollte? Die Welt in der wir leben dreht sich zunehmend um die Medien. Daher ist es wichtig, dass auch Kinder schon frühzeitig mit Mobilen Medien vertraut gemacht werden.

Schließlich bieten eBooks zahlreiche Vorteile gegenüber der Printausgabe. Sie können Ihre Bibliotheken bequem über ihren Laptop oder Reader immer und überall nutzen, egal ob im Wartezimmer beim Arzt, im Zug oder im Schwimmbad. Somit können sie ihrem Kind überall aus ihrem gesamten digitalen Buchbestand vorlesen. Bemerkenswert ist dabei das geringe Gewicht eines eBook-Readers. Das Schleppen von schweren Märchenbüchern gehört somit der Vergangenheit an.

Vor allem Bilderbücher sind für die kleinen interessant. Allerdings ist die Anschaffung zahlreicher Bilderbücher sehr kostspielig. In den meisten Fällen zahlen Sie für ein eBook weniger als für die Printausgabe. Manche Märchen können sogar kostenfrei heruntergeladen werden.

Eine aktuelle Studie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz widerlegt zudem die Befürchtung, dass das Lesen auf dem Bildschirm den Augen und der  Aufnahmefähigkeit von Kindern schadet.  Vielmehr sei Lesen auf elektronischen Hilfsmitteln sogar besser als die herkömmlichen Varianten. Diesen neuen Erkenntnissen zu folge sind LCDs am geeignetsten um Informationen aufzunehmen.

Wie stellt man sich nun ein eBook für Kinder vor? Schließlich muss es anders gestaltet sein, als die dicken Wälzer für Studenten und Wissenschaftler, um die Kleinen in ihren Bann zu ziehen.

Ein gutes Beispiel auf den Bereich Kinder-eBooks ist das Märchen Der Froschkönig. Die von dem Fischer-Verlag gestaltete Applikation erzählt das Märchen auf spannende Art und Weise. Anhand des sogenannten „interaktiven Lesens“ wird das Kind mithilfe von abwechslungsreicher Sounds und diversen anderen Effekten in das Geschehen mit einbezogen. Die Kinder können beispielsweise die Kugel im Brunnen werfen oder die Teller von der Wand schütteln.

Auch “Dornröschen” und “Rotkäppchen” sind ebenfalls als interaktive Versionen beim Fischer-Verlag erhältlich. eBooks und eBook-Reader werden also immer mehr zum alltäglichen Bestandteil, auch für Kleinkinder.

Angelika Stern

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Kommentare

Ein Kommentar zum Artikel “Verdrängt das eBook das Bilderbuch aus dem Regal?”

  1. Heiko Schroeder am 6. Juli 2012

    Allein der allerorten zu hoerende Satz *die Welt, in der wir leben, dreht sich zunehmend um Medien* laesst vermuten, dass hier ein wenig das Rückgrat fehlt. Das Ziel und der Wunsch etwas zu erreichen ist wichtig. Stattdessen: Oh, Gott, unsere armen Kinder muessen mit dem Fortschritt mithalten. Wer damit die meisten Probleme hat, sind eher die Eltern, von denen ein viel zu grosser Anteil sich ueberhaupt nicht darueber im Klaren ist, dass sie es im Grunde mit Problemloesemaschinen zu tun haben.

    Kurz: Wer allen Ernstes glaubt, dass irgendein Kunstliebhaber seine Freude daran haben wird, das Maedchen mit dem Perlohrring auf diesen e-book-Reader-Winzlingen zu betrachten, der laesst sich ohnehin nicht auf eine kritische Diskussion ein. Gruss Heiko

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