Kindertablets im Vergleich

12. Dezember 2012

Als Anfang 2010 das Apple iPad das Licht der Welt erblickte, war das eine technische Revolution. Lange Zeit hatte Apple eine Art Monopolstellung auf dem Tabletmarkt. Bald jedoch zogen namenhafte Hersteller wie Samsung, Archros oder LG nach. Es dauerte nicht lange und der Markt wurde von Tablets verschiedener Marken, Größen, Preisklassen und Anwendungsbereichen überflutet. Aus diesem Grund ist der Markt weitgehend unübersichtlich. Nun ließen es sich die Hersteller nicht nehmen auch Tablets zu bauen, die direkt auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind. medienbewusst.de möchte drei ausgewählte Kindertablets vorstellen. Dabei werden das „Lexibook Tablet Master“ von Lexibook, das Pedi von Odys und das Arnova Child Pad von Archos unter die Lupe genommen.

Hardwaretechnisch sind sich die drei Modelle sehr ähnlich. Alle haben eine Bildschirmgröße von 7 Zoll (entspricht einer Bildschirmdiagonale von ca. 17,8 cm) und kosten zwischen 97,90 Euro und 129,99 Euro. Zudem ist das aktuelle Betriebssystem Android 4.0 Ice Cream Sandwich von Google vorinstalliert. Das verspricht Systemstabilität und eine gute Performance.

Das Odys Pedi hat einen internen Speicher von 8 Gigabyte (GB), das Archos und das Lexibook nur 4 GB. Der interne Speicher ist wichtig für die Installation von Apps. Steht zu wenig zur Verfügung, kann es sein, dass sich neu heruntergeladene Apps nicht installieren lassen. Alle Tablets lassen sich jedoch per microSD Karte um 32 GB Speicher erweitern. Bei einigen Apps besteht die Möglichkeit, dass sie auf die SD Karte verschoben werden können. Das entlastet den internen Speicher und macht Platz für neue Apps.

Einen gravierenden Nachteil hat das Lexibook Tablet. Es ist das einzige Tab im Test, indem ein resistives Display verbaut wurde. Dieses reagiert auf leichten Druck. Im Gegenteil zu einem kapazitiven Display. Ein solches reagiert bereits auf das Auflegen des Fingers. Vorteilhaft an dieser Technik ist, dass dadurch präzisere Eingaben gemacht werden können. Weiterhin kann das Display mit einer robusteren Oberfläche wie Glas geschützt werden. Eine Frontkamera ist bei allen Tablets verbaut. Die drei Testgeräte verfügen über WLAN und sind somit auch mit einem Internetzugang ausgestattet.

Jedoch verbergen sich kleinere Unterschiede auch in der Software.

Das Arnova ChildPad besitzt, laut Hersteller, ein Programm namens „Mobile Parental Filter“. Dieses ermöglicht es beispielsweise Nutzungsrechte für Apps festzulegen. Es soll weltweit als eine der effizientesten Elternkontrollen gelten. Die Software ist für eine Zeit von 6 Monate ab Erstinstallation kostenlos nutzbar. Nach dieser Phase kostet das Programm $9,99 (umgerechnet zirka 7,70 Euro). Das ChildPad soll sofort startklar sein und vorinstallierte Spiele wie Angry Birds und Lern-Apps wie Mathe und Erdkunde beinhalten. Die Android-Benutzeroberfläche soll kindgerecht angepasst und mit farbenfrohen Symbolen neugestaltet sein. Archos unterstützt das Downloaden neuer Apps über das eigens entwickelte AppsLib Portal. Das Portal ist speziell auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten. Apps aus diversen Kategorien können daraus heruntergeladen werden.

Das Odys Pedi Tablet ist eine für Kinder modifizierte Sonderedition des Originals. Laut Hersteller umfasst diese Edition 50 vorinstallierte Märchen und zehn Hörbücher. Weiterhin lässt sich ein Videotrailer des Kinofilms „Sammys Abenteuer 2“, der im Dezember 2012 im Kino erscheinen wird, finden. Die App „Kinderkino“ und ein Gutschein für 24 Stunden kostenloses Kinderkino im „Kinderkino CLUB“ sollen ebenfalls enthalten sein. Ist die Testzeit abgelaufen, können mit der App nur noch kostenlose Inhalte abgerufen werden. Ein dauerhafter Vollzugriff ist nur über ein Abonnement möglich. Wie beim Arnova ChildPad ist, laut Odys, eine Kontrollsoftware für Eltern vorinstalliert. Die App KIDS PLACE ermöglicht es die Nutzung des Tablets nach elterlichen Maßstäben wie Kindersicherung, Sperrung des Marketplace oder die Blockierung von Downloads. Mit einem Zeitschloss kann zusätzlich die Nutzungsdauer bestimmt werden. So kann beispielsweise die Pro-Tag-Nutzung auf zwei Stunden eingegrenzt werden.

Der Hersteller des Lexibook Tablet Master verspricht den Zugang zu 10.000 kindergesicherten Apps. Im eigenen Shop namens Lexibook Market sollen sich alle klassischen Apps wie Skype, Angry Birds oder TuneInRadio befinden. Der Shop bietet die Möglichkeit nicht-angemessene Apps zu filtern. Die Einstellungen können durch ein Passwort geschützt werden. Der Shop ist inhaltlich nahezu identisch mit dem klassischen Play Store von Google.

Achtung: Gewalthaltige Spiele oder pornografische Inhalte sind mit den Werkseinstellungen problemlos downloadbar. Es ist daher unbedingt notwendig Filtereinstellungen vorzunehmen! Weiterhin sind laut Lexibook diverse Lieder, Videos, e-Books und Spiele vorinstalliert.

 

Fazit:
Grundsätzlich unterscheiden sich alle drei Tablets nur minimal. Alle Geräte bringen die nötigen Funktionen mit, um sich Kindertablet nennen zu dürfen. Kindersicherungssoftware gibt es allerdings für jedes android-basierte Tablet, meist kostenlos, im Google Play-Store. Lediglich die abgespeckte Hardware und die optisch modifizierte Software geben einen Unterschied zu herkömmlichen, für „Erwachsene“ geeignete, Tablets. Zudem schweigen die Hersteller über eine Altersfreigabe.

Fakt ist aber, dass keines wirklich innovativ ist oder neue Ideen mitbringt. Dennoch ist es wichtig zu sagen, dass vom Lexibook Tablet Master abzuraten ist. Das Tablet besitzt den schwächsten Prozessor, eine veraltete Touchscreen-Technik und mit einem Preis von 129,99€ ist es das Teuerste der drei Tablets. Zu empfehlen ist das Odys Pedi Tablet. Es besitzt den größten internen Speicher, ist mit 281 Gramm das leichteste und mit einem Preis von 97,90€ das günstigste Tablet.

 

Archos Arnova ChildPad Odys Pedi Lexibook Tablet Master MFC155DE
Formfaktor 7“ (17,8 cm) 7“ (17,8 cm) 7“ (17,8 cm)
Display Kapazitiv Kapazitiv Resistiv
Bildschirmauflösung 800 x 480 Pixel 800 x 480 Pixel 800 x 480 Pixel
Betriebssystem Android 4 Ice Cream Sandwich Android 4 Ice Cream Sandwich Android 4 Ice Cream Sandwich
Prozessor 1 GHz Cortex A8 1 GHz Cortex A8 Rockchip
Arbeitsspeicher 1 GB RAM 512 MB RAM 512 MB RAM
Interner Speicher 4 GB 8 GB 4 GB
Kamera Ja, Frontkamera Ja, Frontkamera Ja, Frontkamera
Netzwerkanschlüsse WLAN WLAN WLAN
Speicher erweiterbar? Ja, per microSD Karte Ja, per microSD Karte Ja, per microSD Karte
Abmessung in mm 142 x 223 x 12,2 206,5 x 118 x 11 202 x 116 x 14
Gewicht 381 g 281 g 370 g
Günstigster Preis (idealo.de) 106,99 € 97,90 € 129,99 €

 

 

David Tüngerthal

Bildquellen:
© medienbewusst.de/Sophie Stange
© amazon.de
© odys.de
© lexibook.com

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Kommentare

5 Kommentare zum Artikel “Kindertablets im Vergleich”

  1. EmmaThaler am 2. Februar 2013

    Die Europäische Umweltagentur EUA warnt vor Mobilfunk als schädigend für den Menschen. Jetzt W-Lan-fähige, also strahlende Geräte in Kinderhände – Das ist verantwortungslos!

  2. Marder am 9. Mai 2013

    Ja was so ein kleines Nagetier alles an Humus
    umschauffeln kann ist einfach atemberaubend.
    Besten Dank für die Tipps! Gruss

  3. Matthias Fischer am 1. September 2013

    Also mich hat das Odys Pedi bisher am meisten überzeugt. Es hat ziemlich viel gute Bewertungen bekommen (z.b. http://www.kids-tablets.de/test-odys-pedi/ ) und liegt auch preislich gut. Dazu gefällt mir aber auch einfach das Design, aber ist vielleicht geschmackssache. Letztendlich muss es meinem Sohn ja gut gefallen.

  4. Franzi am 5. September 2013

    Gibt es bei diesen Kindertablets eine Kontrollfunktion für die Eltern? Wie sehen diese Kontrollfunktionen aus? Ich finde, dass man mit dem Kindertablet die Entwicklung des Kindes fördern und dem Kind die Multimediawelt näher bringen kann. Klar sind auch die technischen Faktoren bei der Auswahl wichtig, aber mit einem Kindertablet müssen wir Eltern die Möglichkeit haben bestimmte Informationen zu filtern. Einige Medieninhalte sind sehr fragwürdig können nicht bedenkenlos konsumiert werden. Auf http://www.imaginarium.de/superpaquito.htm habe ich ein Kindertablet entdeckt was einige wichtige Funktionen abdeckt. z.B gibt es eine Kindersicherung bei dem die Eltern bestimme Seite sperren können. Desweiten ist es möglich zwischen Benutzerprofilen (Eltern (mit Passwort), Kinder (ohne Passwort)) zu wählen. Der Download von Apps kann nur über die Freigabe des Elternprofils erfolgen. Wenn Kindertablets verglichen werden, dann finde ich es gut dass man verstärk auf die Kindersicherung eingeht. Lg Franzi

  5. mastercons am 1. Dezember 2013

    Wie ich im aktuellen Prospekt vom Lidl sehe wird der Lexibook angeboten, jedoch mit etwas leicht verbesserter Hardware. .Kann jemand das nun empfehlen oder ist es eher veraltete Technik für einen zu teuren Preis?

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