Filtersysteme – Mehr Schutz im Internet

14. Dezember 2008

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Das Internet ist groß, vergleichbar mit einem riesigen Spielplatz. Doch leider befinden sich auf diesem nicht nur gute Seiten. Um Ihr Kind vor unerwünschten Inhalten im Internet schützen zu können, existieren sogenannte Filtersysteme. Bei der Auswahl der richtigen Filtersoftware sind einige Vorüberlegungen nötig: Wie funktionieren diese Filter und inwieweit bieten sie Ihrem Kind einen ausreichenden Schutz im Internet?

Im Internet befinden sich nicht nur kindergerechte Inhalte, sondern auch schädliche oder illegale Inhalte zu jugendgefährdenden Themen wie Pornografie oder Rassismus. Zum Schutz Ihres Kindes sollte deshalb ein Content-Filter eingesetzt werden, der schädliche Inhalte im Internet herausfiltert und nur kinderfreundliche Seiten präsentiert. Um diesen Schutz zu gewährleisten, haben sich verschiedene Filtertechniken etabliert, die auf zwei verschiedenen Systemen basieren: Positiv- und Negativlisten.

Filter mit Positivlisten beschränken den Zugriff zum Internet auf Seiten, die in der Positivliste definiert sind, zum Beispiel auf die Lieblingsseiten Ihres Kindes oder bestimmte Portale für Kinder. Webseiten, die sich nicht auf der Positivliste befinden, werden geblockt und nicht angezeigt.

Filter mit Negativlisten hingegen durchsuchen Webseiten nach einem bestimmten Muster und blockieren Seiten, die als problematisch eingeschätzt werden. Diese Filter basieren auf drei verschiedenen Konzepten: das Keyword-Blocking, das Site-Blocking und das Page-Labelling. Beim Keyword-Blocking werden Schlüsselbegriffe, wie Sex oder Rassismus, in einer Negativliste zusammengefasst. Wenn die Filtersoftware die aufgerufene Seite nach diesen Schlüsselworten (Keywords) durchsucht und Übereinstimmungen findet, wird diese Seite blockiert und eine Warnung ausgegeben. Die Negativliste kann jederzeit durch neue Keywords erweitert werden. Diese Arbeitsweise ist sehr effektiv, hat achaber einen großen Nachteil: Es werden nicht nur jugendgefährdende Seiten gesperrt, sondern alle Websites, die diese Keywords beinhalten. Das schließt auch die Seiten ein, die sich kritisch mit diesen Themen auseinandersetzen.

Anders als beim Keyword-Blocking greifen Filter, die auf Site-Blocking basieren, nicht auf definierte Schlüsselworte zurück, sondern arbeiten mit redaktionell erstellten Verbotslisten von Webadressen. In diesen Verbotslisten werden die Webadressen, sogenannte URLs, zu bekannten jugendgefährdenden Seiten gespeichert und regelmäßig erweitert. Aber da die Zahl der problematischen Seiten stetig wächst, wird auch hier oftmals das Keyword-Blocking zur URL-Filterung eingesetzt. Dies hat zur Folge, dass viele Probleminhalte unberücksichtigt bleiben oder auch falsch zugeordnet werden.

Bei der dritten bekannten Arbeitsweise von Filtern, dem Page-Labelling, werden Seiten vom Autor selbst mit einem Label versehen, das den Inhalt der Website klassifiziert. Die Filtersoftware liest beim Aufruf der Website dieses Label aus und entscheidet anhand der Nutzereinstellung, ob die Seite angezeigt werden darf oder nicht. Nachteil dieser Filtertechnik ist die Selbsteinstufung des Webseiteninhalts durch den Autor. Dieser könnte fehlerhafte oder unzureichende Angaben machen oder sogar über den eigentlichen schädlichen Inhalt hinwegtäuschen, da Page-Labelling dies nicht nachprüft.

Welche Filtersoftware Sie für Ihr Kind einsetzten wollen, hängt von der Art der Zugriffsbeschränkung ab, die Sie anstreben. Soll Ihr Kind nur auf Seiten surfen, die Sie ihm vorgeben? Dann eignet sich dafür ein Filter mit einer Positiv-Liste. Meist ist hierfür keine extra Software nötig, da man in den Einstellungen der meisten Internet-Browser den Zugriff auf selbst festgelegte Seiten beschränken kann. Somit haben Sie in der Hand, auf welchen Seiten sich Ihr Kind austoben kann. Möchten Sie Ihrem Kind jedoch mehr Freiraum im Internet geben und dennoch nicht auf einen Schutz vor ungeeigneten Seiten verzichten, dann sollten Sie einen Filter mit Negativ-Listen einsetzen. Die meisten Filterprogramme nutzen einen Mix aus den drei oben genannten Filterkonzepten, die auch individuell angepasst werden können. Das Projekt klicksafe.de hat auf seiner Website eine Übersicht über einige kostenpflichtige, aber auch über kostenlose Filterprogramme zur Verfügung gestellt. Testen Sie am besten einige Programme aus und prüfen Sie, ob diese Ihren Ansprüchen an Schutz gerecht werden.

Ein hundertprozentiger Schutz vor schädlichen Inhalten im Internet durch Filtersoftware ist kaum möglich. Aber durch den Einsatz von Filtern kann ein Basisschutz aufgebaut und ein Großteil schädlicher Inhalte ausgeblendet werden. Somit ist der Einsatz dieser ratsam, aber Sie sollten sich nicht nur darauf verlassen. Deshalb beachten Sie für einen angemessenen Schutz Ihres Kindes: Filtersoftware installieren und immer zusammen mit Ihrem Kind ins Internet gehen!

Christian Rutz

Quelle:
https://www.klicksafe.de/themen/technische-schutzmassnahmen/jugendschutzfilter/index.html

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