Onlinesucht

19. Januar 2009

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„Mediensucht“, „Computersucht“, „Internetsucht“ oder auch „Onlinesucht“ – diese Begriffe beschreiben alle dasselbe Problem: Die Abhängigkeit von Medien. Onlinesucht ist ein bislang noch relativ unbekanntes Thema, das dennoch viele Risiken birgt. Schätzungen zufolge sind drei bis fünf Prozent der Internetnutzer weltweit süchtig.  Das bedeutet, dass allein in Deutschland ein bis zwei Millionen Menschen davon betroffen sind!

Ihr Kind wächst heute in dieser multimedialen Welt auf. Ob zu Hause, in der Schule oder im Hort – Computer und Internet sind Teil seines Alltags geworden. Laut einer KIM-Studie von 2006 lag der Anteil der Kinder mit Computer-Erfahrungen bereits bei 81 Prozent und steigt weiter an. Rund die Hälfte der Sechs- bis Dreizehnjährigen haben sogar schon Erfahrungen mit dem Internet gesammelt. Aufschlussreich ist auch, dass 2/3 von ihnen regelmäßig ein Mal pro Woche oder häufiger ins Internet gehen. Das ist insofern problematisch, weil gerade Kinder, die keine Erziehungsführung haben, häufiger anfällig für die Internetsucht sind. Das meiste Suchtpotenzial für Kinder bieten dabei Chats und Online-Spiele.

„Onlinesucht“ ist bisher noch keine offiziell anerkannte Krankheit. Dennoch leiden sowohl die Kinder als auch ihre Familien unter der Sucht. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass Sie den verantwortungsvollen Umgang mit dem Computer sowie die richtige Nutzung des Internets mit Ihrem Kind konsequent üben. Präventiv gegen die Onlinesucht sollten Sie ihm schon bei seinen ersten Schritten am Computer zur Seite stehen und behilflich sein. Zeigen Sie Interesse an den Internetgewohnheiten Ihres Schützlings und stellen Sie gelegentlich Fragen.

Die Suchtanzeichen werden trotz der potenziellen Gefahr oft viel zu spät von den Eltern wahrgenommen. Haben Sie sich schon einmal eine der folgenden Fragen gestellt?

Wissen Sie über den Medienkonsum Ihres Kindes genau Bescheid?
Wie lange nutzt Ihr Kind das Internet?
Was tut Ihr Kind eigentlich in und mit den Medien?
Sind Sie über Kontrollmöglichkeiten informiert?

Erste Anzeichen der Onlinesucht sind beispielsweise der immer häufigere und längere PC- und Internet-Konsum, genauer circa 35 Stunden pro Woche oder mehr, und das damit verbundene Abschotten von der Realität. Weitere Hinweise darauf sind das Nachlassen der schulischen Leistungen und das Vernachlässigen der Familie, Freunde und Hobbys. Außerdem treten extreme Reaktionen bis hin zur Gewalttätigkeit auf, wenn das Internet nicht verfügbar ist oder verboten wird.

Das Thema „Onlinesucht“ ist durchaus ernst zu nehmen, da es sich hierbei um eine nicht zu unterschätzende Krankheit handelt, die sogar gesundheitliche Schädigungen hervorrufen kann! Sollten Sie die Befürchtung haben, dass Ihr Kind an der Onlinesucht erkrankt ist, wenden Sie sich umgehend an einen Arzt oder eine Beratungsstelle.

Maria Höfs

Empfehlenswerte Internet-Beratungsseiten:
http://www.online-sucht.de
http://www.spielsucht-therapie.de
http://www.onlinesucht24.de
http://www.internet-abc.de/eltern
www.stiftung-medienundonlinesucht.de

Ein Buch, das in jedes Elternhaus gehört:
Wolfgang Bergmann:
“Computersüchtig. Kinder im Sog der modernen Medien”
Walter-Verlag, 2006
ISBN: 3530422126
Preis: 18 Euro

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