Antivirensoftware schützt nicht vor allen Gefahren

7. Oktober 2012

Antivirensoftware soll unseren Computer schützen. Doch wie wirksam sind die Programme? Ist ein Computer erst einmal infiziert, kann dies weitreichende Folgen haben: Sensible Daten werden zerstört oder gestohlen, Adware verursacht unerwünschte Werbung, Spyware spioniert Surfgewohnheiten aus und mithilfe von Trojanern kann ein Computer ferngesteuert werden. Ein funktionierendes Schutzprogramm ist daher ungemein wichtig. Doch nicht jeder Anbieter hält, was er verspricht.

Schadprogramme oder Malware sind Computerprogramme, die vom Benutzer unerwünschte und meist schädliche Funktionen ausführen. Meist sind sie getarnt und laufen unbemerkt im Hintergrund.

Um einen Computer vor Schädlingen zu schützen gibt eine Vielzahl von Antivirenlösungen verschiedenster Anbieter auf dem Markt. Doch Hersteller von Viren-Schutzprogrammen haben große Probleme, die Vielzahl unterschiedlicher Schadprogramme zu

orten und Erkennungssignaturen zu erstellen. Ein Computer ist nicht durch jede Software gleich gut geschützt. Stiftung Warentest stellte deshalb einen Vergleich zwischen 14 kostenpflichtigen und 4 kostenlosen Sicherheitsprogrammen an.

Die Programme wurden mit insgesamt 1800 aktuellen Schädlingen konfrontiert. Keine der getesteten Antivirensoftware war in der Lage, die gesamte Malware zu identifizieren. Lediglich vier der Programme wurden mit „gut“ bewertet. Sehr schlecht schnitt die Lösung von Trend Micro ab, die nur 36% der Schadprogramme aufspürte. Als Testsieger gingen Avira und G Data hervor, die mit einer Trefferquote von 96% beinahe alle Schädlinge ausfindig machten.

Allerdings wurde die Stiftung Warentest für ihre Herangehensweise bei der Prüfung der Antivirensoftware scharf kritisiert. Die Programme seien u.a. mit viel zu wenigen Schädlingen konfrontiert worden. „Wir finden täglich mindestens 45.000 neue Malware-Samples. Über alle Hersteller hinweg sind Erkennungsraten von 98 Prozent in anderen Tests festgestellt worden. Nimmt man wie die Stiftung Warentest nur 4 Prozent der täglich neu auftretenden Malware, dann ist allein aus Gründen der Statistik eine wirklich valide Aussage nicht möglich”, so Toralv Dirro, Security Strategist bei McAfee Europa.

Um dennoch eine Entscheidung für ein bestimmtes Antivirenprogramm treffen zu können, lohnt es sich auch Tests anderer Anbieter in die Auswahl mit einzubeziehen. Der AV-Test des Independent IT-Security Institute beispielsweise testet regelmäßig Antivirenprogramme anhand genormter Kriterien. Bei einem Test im April 2012 schnitt die Software Bitdefender Internet Security 2012 besonders gut ab. Die zwei Programme ESET Smart Security 5.0 und AhnLab V3 Internet Security 8.0 bestanden den Test nicht und erhielten somit keine AV-Zertifizierung.

Doch nicht nur Windows ist von Schadsoftware bedroht. Die steigende Nachfrage nach Macs macht auch diese Plattform attraktiver für Angreifer. Einen guten kostenlosen Schutz für den Mac bietet die auch oft am PC eingesetzte Lösung von Avira. Gute kostenpflichtige Programme gibt es u.a. von Kaspersky, Intego und Symantec.

Vor neueren Viren schützt allerdings kein Programm und auch kein blindes Vertrauen in die Antivirenprogramme, sondern nur ein gewissenhafter Umgang mit dem Computer.

Toni Spangenberg

Bildquelle:
© flickr.com – Enric Martinez

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