„Mein Amt macht mir Spaß“

28. Februar 2010

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Mit dieser Aussage kommentierte Bernd Neumann seine erneute Ernennung zum Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im vergangenen November. Er ist damit auch für die kommenden vier Jahre als oberster Kulturpolitiker Deutschlands für den Erhalt von Kulturgütern und Medienvielfalt verantwortlich. medienbewusst.de interessiert natürlich die Haltung Neumanns bezüglich Kindern und Medien und stellt in diesem Zusammenhang eine vom Kulturstaatsminister und der ehemaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen initiierte Kampagne vor, welche innovative und qualitativ hochwertige Internetangebote für Kinder fördern will.

Bernd Neumann, geboren 1942 im heute zu Polen gehörendem Elbing, ist ein alter Hase auf dem politischen Parkett. Bereits 1962 wird er Mitglied in der CDU und arbeitet seitdem stetig, parallel zu Wehrdienst, Lehramtsstudium und einigen Jahren als Lehrer in Bremen, an seiner politischen Karriere. Diese führte ihn zunächst über den Bundesvorstand der Jungen Union und Landesvorstand der Bremer CDU hin zum CDU-Bundesvorstand, welchem Neumann seit Mitte der Siebziger Jahre angehört. Seit 1987 ist er Mitglied des Bundestages, später zusätzlich noch Vorsitzender des Bundesfachausschusses Medienpolitik der CDU, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Bildung, Forschung und Technologie und schließlich seit 2005 Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Im Bereich Film und Kino steht dort vor allem die Förderung künstlerisch anspruchs- und wertvoller Kinofilme im Mittelpunkt. Zu diesem Zweck erfolgen etwa die jährliche Verleihung des Deutschen Filmpreises oder des Deutschen Drehbuchpreises. Der Deutsche Filmpreis wird zudem seit dem Jahr 2000 auch in der Kategorie „Bester Kinder- und Jugendfilm“ verliehen. In der vergangen Jahren zählten dabei Filme wie „Käpt’n Blaubär“ oder die Neuverfilmung des Erich Kästner Romans „Das fliegende Klassenzimmer“ zu den Preisträgern. Des Weiteren werden durch finanzielle Mittel Filmprojekte gezielt gefördert, welche sich im besonderen Maße um den Erhalt und die Pflege des kulturellen Niveaus in der deutschen Filmlandschaft bemühen.

Ein weiterer Verdienst Neumanns ist der Start der Kampagne „Ein Netz für Kinder“. Zusammen mit der ehemaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen initiierte Neumann eine Plattform, welche zum einen Informations-, Bildungs- und Unterhaltungsangebote liefert und zum anderen die Förderung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen unterstützen soll. Im Rahmen dieser Förderung wurde auch das Projekt „DEFA für Kinder“ ins Leben gerufen. Im kommenden halben Jahr soll nun eine Internetseite eingerichtet werden, welche vor allem die Begeisterung von Grundschülern im Alter von neun bis zwölf Jahren für  Märchen und Geschichtsfilme der DEFA wecken soll. Mit Hilfe von anschaulichen und gleichzeitig informativen Darstellungen, Audiotrailern und grafischen Elementen soll das Interesse der Kinder für die jeweiligen Filme geweckt werden. Zudem sollen durch eine vernetzte Struktur weitere Internetangebote sowie aktuelle Sende- und Abspieldaten der entsprechenden Leinwandklassiker in den Internetauftritt integriert werden.

Aufgrund  der andauernden Wirtschaftskrise steht Bernd Neumann in seiner zweiten Amtszeit vor völlig neuen Herausforderungen. So muss er in Zeiten knapper Kassen dafür sorgen, dass seine Kollegen im Kabinett nicht, wie schon so oft erlebt, zuerst im Ressort „Kultur und Medien“ den Rotstift ansetzen.

Manuel Mohr



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