„Eine Jubelschrift, die keine ist“

6. Juni 2009

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Anlässlich des 30 jährigen Jubiläums des „Goldenen Spatz“ wurde am Montag, dem 25.05.2009 erstmals die Festschrift „30 Jahre – 30 Stimmen“ von den Redakteuren Barbara und Klaus-Dieter Felsmann, sowie der Festivalleiterin Margret Albers präsentiert.

Für den Jubiläumsband schrieben 30 Zeitzeugen Aufsätze über Geschichte des Festivals und des Kinderfilms bzw. –fernsehens in Deutschland. Auf gut 100 Seiten erzählt der „Goldene Spatz“ seine Geschichte, illustriert durch zahlreiche Fotos und Auszüge aus historischen Dokumenten. „Die vorliegende Publikation möchte das Ereignis würdigen, indem sie zentrale Punkte seiner Geschichte in Erinnerung ruft und indem sie 30 Protagonisten, die durch ihren persönlichen Einsatz maßgebend zur Profilierung des Festivals, aber auch zur Kindermedienlandschaft generell beigetragen haben, zu Wort kommen lässt“, so Barbara und Klaus-Dieter Felsmann in der Schrift. Margret Albers, die Festivalleiterin, fügte in einem Interview mit medienbewusst.de hinzu, dass es eben nicht darum ging, anlässlich des Geburtstages eine Jubelschrift zu verfassen, die nur die schönsten Erlebnisse dokumentiert sondern sich auch kritisch mit der Entwicklung des Goldenen Spatzen und des Kinderfilms und –fernsehens auseinanderzusetzen und „den Bogen zum Heute zu schließen“.

Einige der bekannten Autoren nahmen an dieser Veranstaltung teil und ließen die Entwicklungen der letzten 30 Jahre Revue passieren. So auch Rolf Losansky, der als deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor und Präsident des Festivals 1991 bekannt ist. Mit persönlichen Geschichten über seine Erlebnisse beim Goldenen Spatzen versetzte er das Publikum in die Zeit um 1991 zurück und brachte eine besondere Atmosphäre in die Veranstaltung. Auch Uschi Reich, leider nicht bei der Veranstaltung anwesend, schrieb einen Aufsatz für die Festschrift. Die Filmproduzentin (Die Wilden Hühner, Bibi Blocksberg, Pünktchen und Anton…) schreibt den Kindern eine ganz besondere Rolle zu: „Kinder sind ein großartiges Publikum. Sie sind ehrlich. Sie lassen sich nichts vormachen. Und sie machen einem nichts vor. Wenn sie sich langweilen, gehen sie aufs Klo. Und wenn der Film sie freut, lachen sie. Und wenn sie traurig sind, weinen sie. Und manchmal haben sie wirklich Angst, wenn es zu gefährlich ist. Da kann ein Erwachsener noch so oft sagen, das ist ja nur ein Film. Für Kinder ist der Film in dem Augenblick die Realität. Sie nehmen ihre Gefühle ernst und sie möchten ernst genommen werden in ihren Gefühlen!“

Und eben diese Kinder kamen auch heute natürlich wieder voll auf ihre Kosten. Im Rahmen des medienpädagogischen Programms veranstaltete der „Goldene Spatz“ eine Live-Show mit dem Zauberer Piccolo und dem Filmeffektkünstler Olaf Skrizpcyk. Inmitten der Kulissen verschiedener Märchenfilme wurde eine Zaubershow aufgeführt, die die Kinder staunen ließ. Anhand einiger Ausschnitte aus neuen Märchenfilmen stellte der Filmeffektkünstler verschiedene digitale Effekte vor. Wer weiß schon, wie im Film Stroh zu Gold verwandelt wird, wie ein Teppich fliegen kann und wieso der Wolf im Märchen plötzlich sprechen kann? Die Besucher der Vorstellung „Zauberhaftes Märchenland, eine Show voller Magie und spannender Tricks“ wissen es nun! Mit strahlenden Augen ließen sich die Kinder alles über Effekte und Tricks in Märchen verraten, durften teilweise sogar selbst mitmachen und waren erstaunt darüber, wie viel Arbeit hinter der Produktion von Märchenfilmen steckt.

Annika Heselbarth & Claudia Klippstein

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