Der Weg zum Goldenen Spatz

3. März 2014


Fünf Tage lang wurde getagt, geschwitzt, heiß diskutiert und ausgewählt. Zu fünft saß die dritte Auswahlkommission des Kindermedienfestivals „Goldener Spatz“ zusammen und hat sich von morgens bis abends die Augen eckig geschaut. Jeder machte sich Notizen mit seinen eigenen Kriterien, anschließend wurde diskutiert. „Wir waren froh, dass es diesmal nicht ganz so viel Material war, dass wir relativ viel Zeit hatten auch zum diskutieren, weil es da eben Bedarf gibt“, so der Medienpädagoge und Filmregisseur Leopold Grün, der eines der Mitglied dieser Auswahlkommission ist. Am Mittwoch, den 15.01.2014, hatte die Festivalleiterin Margret Albers zum Pressegespräch im Erfurter Gästehaus des Bürgermeisters eingeladen.

Im Anschluss an die Pressekonferenz hat medienbewusst.de die Chance genutzt und Leopold Grün ein paar Fragen zu seiner Arbeit rund um das Festival gestellt. Grün ist bereits seit drei Jahren ein Mitglied des Festivals und sitzt in diesem Jahr in der Auswahlkommission. Er selbst beschreibt die Arbeit in der Auswahlkommission als einen komfortablen Job, der allerdings nicht immer ganz einfach sei. Beim Auswählen und Bewerten des eingereichten Materials müsse man sehr geduldig und ausdauernd sein. Für ihn ist es jedoch besonders reizvoll, andere Produktionen mit seinen Kriterien beurteilen zu können, die man sich über die Jahre angeeignet hat. Man bilde sich dadurch persönlich fort und könne mit dem, was man weiß, Dinge beurteilen. Um es kurz mit seinen Worten zu sagen: „Das ist Luxus“.

Das Festival besteht aus einem bunten Programm, in dem neben der Vorstellung der Beiträge die Besucher auch praktisch an die Medien und den Umgang mit ihnen herangeführt werden sollen. Dies geschieht unter anderem in verschiedenen Workshops sowohl für Kinder und Jugendliche, als auch für Pädagogen. Auch Grün hat in den vergangenen Jahren einen Teil dieser Workshops geleitet und erklärt das Ziel dahinter: „Es ist natürlich auf jeden Fall so, dass es um zwei Dinge geht, einmal diesen lustvollen Umgang mit Medien erst mal zu bestätigen […] Die Kinder da ein bisschen heranzuführen, sich darüber auch Gedanken zu machen, mit was ich da so herumhantiere? […] Und auch im Internet natürlich sozusagen die Dinge anders wahrzunehmen, als nur irgendwelches Material, das mich unterhält.“ In diesen Workshops sollen neben den Kindern auch die Pädagogen die Möglichkeit bekommen, etwas zu lernen. Es soll ihnen die Scheu vor Medien genommen werden. Denn häufig sind Jugendliche wesentlich wacher im Umgang mit Medien als Pädagogen.

Das Ziel des Festivals ist es, ein qualitativ hochwertiges Programm zu zeigen, da das Angebot von Fernsehen und Filmen für Kinder und Jugendliche häufig beklagt wird. Weiterhin ist zu zeigen, dass Medien nicht nur ein „Berieselungselement“ sind, sondern mit ein paar Kriterien dafür gesorgt werden kann, dass sie Qualität bekommen. Da Qualität von Kindern und Erwachsenen unterschiedlich definiert wird, probiert die Auswahlkommission die Beiträge mit den Augen der Kinder zu sehen und auszuwählen. Wer diese Kriterien erfüllt und so darauf aufmerksam macht, dass es in Deutschland, bzw. im deutschsprachigen Raum, viel zu wenig gute Kinder- und Jugendfilme gibt, was ein großes Problem ist, ist auf dem richtigen Weg zum Goldenen Spatz.

Die Festivalmacher möchten sich dafür stark machen, dass es in Zukunft mehr Stoffe gibt, die in der Gegenwart spielen und sich mit heutigen, aktuellen Themen beschäftigen. Dieser Bereich muss gefördert werden und auch dafür ist der Goldene Spatz eine wichtige Plattform.

 

Anna Peeters

Bildquelle:
© goldenerspatz.de

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