Förderung der Aufmerksamkeit von Kindern durch Musik?

15. Dezember 2008

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„Konzentration ist eine Fähigkeit, die uns ein effektives Aufnehmen von Informationen, das Lesen, Lernen oder exakte Arbeiten erleichtert. Wer sich nicht leicht ablenken lässt, macht in der Regel weniger Fehler und braucht weniger Zeit, um eine Aufgabe zu bewältigen“. Mit diesem Zitat verdeutlicht der Online-Ratgeber „Zeit zu leben“, dass Konzentration nichts anderes bedeutet, als seine Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Punkt zu lenken. Doch zahlreiche Einflussfaktoren wirken sich auf unsere Konzentration aus – auch Hörspiele und Musik?

Mögliche Einflussfaktoren für Konzentration können sein …

… der emotionale Zustand,
… der physische Zustand,
… die Ernährung,
… und die Umgebungsbedingungen.

Heutzutage fällt es gerade Kindern und Jugendlichen häufig schwerer sich in unserer leistungsorientierten, schnelllebigen und hypermedialisierten Gesellschaft für einen längeren Zeitraum auf eine gewisse Sache zu konzentrieren. Einem daueraufgeregten und -angespannten Zustand kann man mit Hilfe entsprechender Entspannungsübungen, sowie Hörspielen entgegenwirken.

Dieser Thematik hat sich unter anderem Dr. Arnd Stein angenommen. Bereits während seines Studiums der Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum hat er auf dem Gebiet der Kinderpsychologie Erfahrungen gesammelt. 1972 eröffnete er seine erste eigene Praxis und ist Mitbegründer des „Verlags für therapeutische Medien“. Durch seine langjährige Klavierausbildung sowie eine autodidaktische Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Instrumenten konnte er in Verbindung mit seiner Ausbildung auf dem Gebiet der Hypnose- und Entspannungsverfahren spezielle CDs für Kinder entwickeln: Durch die Verknüpfung von geflüsterten Leitsätzen und musikalischen Kompositionen soll die Wirkung von Verhaltens- und hypnotherapeutische Übungen verstärkt werden. Kindgerechte Melodien und Rhythmen von etwa 30-minütiger Laufzeit, sowie kleine Geschichten führen selbst bei nervösen Kindern zu einer spürbar körperlich-seelischen Beruhigung. Gut geeignet sind diese Hörspiele als Hintergrundmusik für Märchen- oder Gute-Nacht-Geschichten, sowie zur Steigerung der Konzentration und Lernbereitschaft.

Darüber hinaus kann das „gemeinsame Hören“ (Eltern mit ihren Kindern) zusätzlich innere Anspannungen lösen und die emotionale Bindung fördern. Auch Paul Riggenbach hat sich in seinem Buch „Funktionen der Musik in der modernen Industriegesellschaft“ zum Beispiel mit den Themen „Musik beeinflusst den körperlichen Spannungszustand der Menschen“ oder „Musik dient der Entspannung“ beschäftigt. Er befragte unterschiedlichste Berufsgruppen nach dem Zusammenhang von Musik und ihrer Wirkung bei der jeweiligen Person.
„[Ich höre Musik] Zur Beruhigung, wenn ich nervös bin. Ich überlege, welche Musik ich nehmen soll.
Sie muss natürlich ruhig sein, auch mir vertraut. Ich übernehme dann den Rhythmus der Musik und werde ruhiger. Vorher bin ich hektisch, dann konzentriere ich mich auf die Musik und gehe wie in diese Musik hinein“ (Grundschullehrerin, Riggenbach).

Vergleicht man diese Selbstanalyse mit den Ergebnissen und Produkten des Psychologen Dr. Stein, so kann man Parallelen in der Zielsetzung erkennen. Die Wetzlarer Musikschule, eine staatlich geförderte Einrichtung, bietet beispielsweise Kurse für Jugendliche und junge Erwachsene an, in denen die Schüler bewusst die Entspannung mit und durch Musik lernen. Es ist also nachgewiesen: Mit Musik und Hörspielen kann zur Förderung der Konzentration von Kindern beigetragen werden.

Eileen Florian und Juliane Reichert

Bildquelle: © Anetta

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