Blindfische – nicht zu übersehen…

8. März 2009

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„Fetzige Songs, grooviger Rap, witzige und nachdenkliche Texte, das sind die Markenzeichen der Blindfische. Das ganze verpackt in turbulente Geschichten, in denen Kinder ernst genommen werden und auch Erwachsene ihren Spaß haben.“ So titeln die Blindfische auf ihrer Homepage und beschreiben damit erfrischende Texte kombiniert mit rockigen Klängen für Groß und Klein. Bislang zählten zu den Blindfischen drei Bandmitglieder in der Formation Markus Rohde (Gesang, Gitarre, Saxophon), Andi Steil (Gesang, Schlagzeug, Perkussion) und Rolf Weinert (Gesang, Bass). Nun hat sich eine neuartige Veränderung in der Bandstruktur ergeben. Anstelle von Markus Rohde ist nun der Musiker Roland Buchholz für Gesang und Gitarre eingesprungen.

Der 50-jährige Bandmitbegründer Andreas Steil berichtet im folgenden Interview über seinen musikalischen Werdegang, seine Faszination Musik für Kinder zu machen und seinen Eindruck über die heutige Medienlandschaft.

Wer ist eigentlich Andreas Steil?
Andreas “Andi” Steil, 50 Jahre alt, geboren in Bremen. [lacht] Mein Beruf ist auch mein Hobby und umgekehrt. Meine musikalische Karriere ist auch gleichzeitig meine berufliche. Ich lebe seit meinem zwanzigsten Lebensjahr von der Musik. Ich bin der Schlagzeuger, Sänger und Clown in der Band. Singen tun aber alle. Je nach Komposition, Erste Stimme oder Chor im Wechsel.

Wo haben sich denn die „Blindfische“ kennen gelernt?
In Oldenburg. Ich bin mit meiner Familie vom Land in die Stadt gezogen und in unserem neuen Domizil wohnte bereits Markus Rohde mit seiner Familie. Kurz darauf gründeten wir zwei zusammen mit Roland Buchholz „Die Blindfische“. Mit Roland Buchholz habe ich zu der Zeit noch in einer Tanzkapelle gespielt und er ist jetzt wieder für Markus zu den Blindfischen gekommen. Das muss so um das Jahr 1994 gewesen sein.

Wer kam auf diesen originellen Bandnamen?
Markus und ich beim gemeinsamen Bandnamen-Brainstorming auf unserem Balkon in der Mittagssonne. Beide saßen wir mit Sonnenbrillen da – beide nicht allzu weit weg vom Meer – irgendwann kam “Die Blindfische” zum Vorschein.

… hat er eine bestimmte Bedeutung?
Es gibt den Ausdruck “Blindfisch” in der Schriftsetzer Zunft und in Norddeutschland wird er als liebevolle Bezeichnung für jemanden genommen, der nicht aufgepasst oder etwas Übersehen hat. Und auf Kinder bezogen, passt das mit dem manchmal nicht aufpassen oder etwas Übersehen ganz gut.

Wie definieren die „Blindfische“ ihre Musik und wer soll erreicht werden?
Rocktriobasische Liedermacherei mit Weltmusik. Vorrangig Familien! Und Menschen, die Spaß und Freude an uns und unserer Musik haben. Mich faszinieren vor allem die Reaktionen der Kinder und ihrer Familien auf unsere Show. Sie sollen durch uns angeregt oder bestätigt werden, selbst Musik zu machen.

Was war der atemberaubendste, aufregendste, komischste oder auch traurigste Moment in der bisherigen Bandgeschichte?
Bewegend und traurig war für mich der letzte Auftritt mit Markus. Komisch war vieles. Aber eine Geschichte von einem Auftritt in Seesen im Harz werde ich nie vergessen: Da half uns der Sohn des Hausmeisters beim Abbau nach unserem Konzert und fragte plötzlich: „Wo kommt ihr eigentlich her?“ Unsere Antwort: „Aus Oldenburg“. Er überlegte kurz und sagte dann: „Dafür sprecht ihr aber gut Deutsch!“

Markus Rohde ist ausgestiegen. Möchten Sie etwas über die Gründe und die Folgen für die Band erzählen?
Über die Gründe nicht. Und die Folgen werden folgen. Das ist ja noch ganz frisch.

Euer letztes Album „Fisch aus der Dose“ wurde 2006 veröffentlicht. Gibt es bereits Pläne für neue Medienprojekte Jahr 2009?
Irgendwo gibt es Pläne, aber zurzeit müssen wir uns noch um die Folgen kümmern. [lacht] Das Live-Spielen ist uns momentan am Wichtigsten. Aber wir haben ja auch eine Agentur, die sich um so etwas kümmert.

Kinder können das Selektieren leider nicht einer Agentur überlassen: Wo sehen Sie Gefahren in Bezug auf den Medienkonsum der heutigen Kinder?
Beim “Zuviel”.

Und was meinen Sie, woran das liegt?
Am “Zuviel”.

Wie war das in Ihrer Kindheit? Sind Sie damals schon mit Musik in Berührung gekommen?
Meine Eltern sind beziehungsweise waren beide Musiker. Mein Vater arbeitete als Lehrer für Klavier und Akkordeon sowie als Dirigent. Meine Mutter war Opernsängerin, allerdings nur bis kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Ich habe mich dann zum Rhythmus hingezogen gefühlt und mit Luftschlagzeug begonnen. Gesungen habe ich bei meinem Vater im Schulchor.

Haben Sie selbst Kinder? Wie denken diese über Ihre Musik?

Unsere zwei Kinder – David (30) und Paula (21) – sind schon aus dem Haus. Paula ist auf den ersten Tonträgern mit kleinen Beiträgen vertreten und ist Fan der ersten Stunde. Sie mag einige Lieder immer noch.

Möchten Sie Kindern und Eltern etwas mit auf den Weg geben?
Einfach mal Musik machen!

Juliane Reichert

Quelle + Bild:
http://www.blindfische.de/mainframe.html

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