Der Deutsche Musikrat im Auftrag kultureller Weiterentwicklung

7. Juni 2010

In erster Linie ist der Musikrat ein Dachverband, der Musiker und verschiedenste Institutionen vereint. Er engagiert sich zusammen mit seinen Partnern in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, die mit Musik in Zusammenhang stehen, für ein lebendiges Musikland Deutschland. medienbewusst.de sprach mit den Generalsekretär des Deutschen Musikrates Christian Höppner (53).

Herr Höppner, wo genau sind die Aufgaben des Musikrates verankert?

Der Deutsche Musikrat vereint das professionelle Musikleben, sowie das Leihenmusizieren. Hauptziel ist es die kulturelle Vielfalt, die wir im Land haben, zu erhalten und auszubauen. Kulturelle Vielfalt definiert sich dabei nicht nur am interkulturellen Aspekt sondern auch am kulturellen Erbe sowie zeitgenössischen Ausdrucksformen. Das bietet den Überbau, dass wir die Vielfalt erhalten und weiterentwickeln.

Wie ist der deutChristian_Hoeppner_Musikrat.jpgsche Musikrat zusammengesetzt?

Wir haben 108 Mitgliederverbände. Zum einen die Landesmusikverbände und zum anderen die Großbundesverbände. Aus allen Bereichen der Musikbranche sind Mitglieder bei uns vertreten.

Musikalische Erziehung – welche Ratschläge haben Sie?

Die wichtigste Voraussetzung ist, dem Kind so früh wie möglich ein breites musikalisches Angebot zu bieten und Orientierungshilfe zu geben. Es gibt KEINE unmusikalischen Menschen. Musik ist sehr wichtig, aber sie ist nicht die einzige unter den Künsten. Wir sehen uns durchaus im Rahmen der kulturellen Bildung als ein Teil des Ganzen. Ich bin sehr froh, wenn jemand sagt “Musik ist nicht so meine Richtung, aber ich lese gerne oder mache eher Sport”. Hauptsache es gibt Themfelder, in denen sich ein Mensch finden kann. Die Musik ist eine der unmittelbarsten, aber auch die flüchtigste der Künste und dennoch ist musikalische Bildung ein ganz wesentlicher Teil.

Der Musikrat veranstaltet verschiedenste musikalische Aktionen und der „Tag der Musik“ ist einer davon. Was wird am „Tag der Musik“ stattfinden?

Also wir haben zwei Grundsäulen für den “Tag der Musik”. Zum einen wollen wir damit natürlich ein Schaufenster zum Thema musikalischer Reichtum aufmachen. An zweiter Stelle wollen wir klarmachen, dass wir es nicht nur schön finden, auf der Straße und in den Häusern zu musizieren sondern wir fordern auch den kulturellen Reichtum zu erhalten und weiterzuentwickeln, da heutzutage noch zu vielen Kindern der Zugang zur Musik verwehrt ist.

Es ist ein musikalischer Bandmob geplant, wie wird dieser aussehen?

Mit dem Bandmob, den wir zur Zentralveranstaltung am Sonntag den 19. Juni um 13 Uhr in Kooperation mit dem DeutschlandRadio durchführen, wollen wir versuchen diese Vielfalt zu visualisieren. Das heißt wir werden dort Instrumentegruppen unterschiedlichster Kulturen und Gattungen vereinen, zum Beispiel auch die türkische Laute Baglama. Wir werden unterschiedliche Stilrichtungen vereinen und zwar in drei Stücken, die wir spielen. Das alles findet auf der Konzerthaustreppe in Berlin statt und ich hoffe, dass es sich dann auch visuell darstellt.

Kultur und Musik ist ja eigentlich Ländersache. Kann dies manchmal hinderlich für die Arbeit des Musikrates sein?

Zum Glück bei uns nicht, denn die Konferenz der Landesmusikräte ist vergleichbar mit den Bundesrat, aber hat keine Rätefunktion. Dies ist auch nicht notwendig, da wir uns in den Zielstellungen und Grundfragen einig sind. Wir müssen nur als deutscher Musikrat aufpassen, dass wir uns in Länderangelegenheiten nicht ungefragt einmischen. Ein Abstimmen mit den Landesmusikräten ist deshalb sehr wichtig.

medienbewusst.de bedankt sich bei Herrn Generalsekretär Christian Höppner für das Interview und wünscht weiterhin viel Erfolg.

Martin Schober

Bildquelle:
Portraitfoto zur Verf. gestellt v. Christian Höppner.

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