Das Musiktheater Firlefanz stellt sich vor

23. November 2011

22 Jahre sind nun vergangen, seitdem der Musiker Hartmut E. Höfele aus Leidenschaft mit befreundeter Musiker das Projekt Kindermusiktheater Firlefanz zum Leben erweckte. Mittlerweile blickt die Crew auf eine erfolgreiche Musikgeschichte zurück: Sie reisen mit ihren Zuhörern In 80 Tönen um die Welt, zeigen ihnen die “bunte Fussballwelt” oder segeln “wild und verwegen übers Meer” – über 50 Produktionen schafften es nunmehr auf die Magnetbänder und Longplayer, fast zwei Millionen Kassetten und CD’s wurden verkauft und unzählige Kinder bei mehr als 1000 Auftritten glücklich gemacht. medienbewusst.de konnte Hartmut Höfele, den Kopf der Firlefanz-Crew, für ein Interview gewinnen.

Herr Höfele, was hat Sie eigentlich dazu bewegt, Kindermusik zu machen?

Ich bin selbst in einer Großfamilie aufgewachsen, da ist es hin und wieder ziemlich chaotisch und laut. Mit meiner Mutter und meinen sieben Geschwistern hab ich bereits als Kind viel gesungen und musiziert. In den 80er-Jahren war ich dann Sänger einer kleinen Rockband und seit mittlerweile 30 Jahren mach ich Kindermusik. Das ist für mich die beste Möglichkeit, zeitlose Musik zu machen und mit Firlefanz das zu verwirklichen, was ich als junger, rebellischer Musiker nicht geschafft habe.

Wie viele Künstler sind am Kindertheater Firlefanz beteiligt?

Das Firlefanz-Team besteht in der Regel aus fünf Mitgliedern. Gemeinsam mit Geigerin und Stimmentrainerin Dorle Ferber, der Gesangspädagogin Sybille Ruisinger, dem Gitarristen Adam Dörax und mit meiner Ehefrau leite ich den kreativen Ideenfindungsprozess. Wir arbeiten alle Hand in Hand und neue Ideen sind stets willkommen.

Was ist das Besondere an Firlefanz und inwiefern hebt es sich von anderen Projekten ab?

Unsere Musik soll die ganze Familie ansprechen und verzaubern. Firlefanz ist ein musikalischer Schlüssel für die ganze Familie, der Jung und Alt miteinander verbindet! Es ist ein sehr vielschichtiges Projekt, dass eine Vielzahl von Nischen bedient: seien es Workshops, CDs, Zeitschriften, Bücher und Hörbücher – Jeder unserer erfahrenen Künstler bringt all sein Können und seine Leidenschaft in die Musik und die Arbeit mit und für Kinder ein. Firlefanz will dabei ins Herz gehen und Emotionen wecken. Darüber hinaus versuchen wir stets den Spagat zwischen Emotionen und Pädagogik zu meistern.

Sie sprachen gerade den pädagogischen Aspekt ihrer Arbeit an. Denken Sie, Firlefanz kann einen Beitrag zur musikalischen Bildung leisten?

Das Thema Lernen spielt bei uns auf jeden Fall eine wichtige Rolle, beispielsweise die Spracherziehung und Stimmentfaltung. Darüber hinaus darf jedoch nicht vergessen werden, dass Kinder auch die nötige Portion Quatsch benötigen. Viele der Firlefanz-Produktionen sind unter einem bestimmten Gesichtspunkt entstanden – seien es Geschichten über Trolle, das Universum, Kinder aus aller Welt etc.. Bei solchen Themen-CDs kann man lachen und lernen und gleichzeitig überbrücken sie den Zwiespalt zwischen Pädagogik und Spaß ausgezeichnet.

Ein Großteil der Firlefanz-Produktionen wurden mit Kindern für Kinder eingesungen: Wer kann bei Firlefanz mitmachen? Gibt es spezielle Workshops?

Wir bieten drei umfangreiche Workshops mit den Titeln “Bewegung, Musik, Rhythmus, Sprache”, “Sing & Sprich dich frei” und “Stimmwerkstatt für Groß und Klein” an. In erster Linie richten sich diese Workshops natürlich an die Kinder, doch auch Erwachsene können sich aktiv einbringen.

Für wie wichtig halten Sie grundsätzlich Musik für Kinder?

Musik ist für Kinder von enormer Bedeutung! Sie lernen einerseits zuzuhören und sich auszudrücken, andererseits können sie gesellig und kreativ werden. Auch wenn die Kinder nicht aktiv Musik machen und ein Instrument spielen, ist jeglicher Kontakt mit Musik eine Bereicherung und wichtig für die Entwicklung des Kindes.

Firlefanz gibt es nun mittlerweile seit über 20 Jahren. In dieser Zeit hat sich die Medienlandschaft enorm verändert. Hat sich auch das Kinderliedermachen mit der Zeit verändert?

Die Kinder von heute hören ganz anders Musik als die Kinder von vor 20 Jahren. Allerdings ist das ein ganz natürlicher Prozess, da sich die Gesellschaft schließlich auch stetig ändert. Durch diesen Wandel ist eine wunderbare neue Textkultur entstanden, die unter anderem auch Wege in eine ganz neue Klangwelt öffnet. Beispielsweise hat der Rap mit der Zeit immer mehr Anklang gefunden, sodass Firlefanz tolle Projekte wie etwa “HOPPLA! Hip Hop 4 Kids” ins Leben rufen konnte. So etwas wäre vor 20 Jahren nicht denkbar gewesen.

Herr Höfele, eine letzte Frage zum Schluss: Welche Musik hören Sie privat?

Privat entspann´ ich am liebsten bei Jazz-Musik, bulgarischem Folk und Rockmusik. Manchmal fließen diese musikalischen Vorlieben auch in unsere Kindermusik mit ein.

medienbewusst.de bedankt sich bei Hartmut E. Höfele für das Interview und wünscht für die kommenden Wochen im Aufnahmestudio viel Erfolg!

Mandy-Christin Berthold & Julia Meischen

Bildquelle:
© www.tobias-escher.de

Ähnliche Beiträge