Weihnachtsklänge aus fernen Ländern

26. Dezember 2013

„Alle Jahre wieder“, „Ihr Kinderlein kommet“, „Stille Nacht, heilige Nacht“ – jeder kennt die traditionellen deutschen Weihnachtslieder. Ob im Supermarkt oder im Radio, überall ertönen die altbekannten Melodien. Passend zu den Feiertagen stellt sich da die Frage, wie Weihnachten eigentlich in anderen Ländern klingt. medienbewusst.de hat sich auf die Reise gemacht und ist der Frage auf den Grund gegangen.

Auch in Afrika feiert man Weihnachten, allerdings unter etwas anderen Bedingungen als bei uns.
Zu den Feiertagen herrschen dort sehr hohe Temperaturen und es liegt kein Schnee. Davon lassen sich aber die rund 500 Millionen Christen Afrikas nicht aufhalten und feiern auch im Hochsommer das Weihnachtsfest. Die afrikanische Weihnacht hat viele verschiedene Klänge.

Weihnachtstradition in Südafrika

In Südafrika finden sich am Heiligen Abend viele Menschen bei Kerzenschein zusammen und singen Weihnachtslieder.
Eines der traditionellen Lieder dieser Region aus den 1960er Jahren ist
„Bonane na Noel“ von Tabu Ley Rochereau aus Südafrika. In Moçambique wurden die Festtage auch gern mal mit schwungvollen Rhythmen eingeläutet, wie zum Beispiel mit „Christmas Yaswedera“ von Paul Matarive und Jairos Jiri Band. Und in Simbabwe feierte man in den Achtzigern im Stil des sogenannten Mbaqanga-Jives. Allerdings haben in der heutigen Zeit durch Internet und Fernsehen immer mehr Melodien aus Europa und Amerika ihren Weg nach Afrika gefunden, sodass man nun oft Songs wie „Last Christmas“ hören und Tannenbäume, Kunstschnee und Weihnachtsmänner sehen kann.

In Ecuador in Südamerika beginnt die Einstimmung auf das Fest schon Mitte Dezember. Ab dem 15. Dezember treffen sich Kirchengemeinden oder Freunde, singen gemeinsam Lieder und lesen religiöse Texte in gemütlicher Atmosphäre. Zu Beginn dieser Tradition wird oft ein Ritual abgehalten. Hierbei bitten die Kinder als Josef, Maria und Engel verkleidet und ein traditionelles Lied singend, bei dem Gastgeber um Einlass. Der Gastgeber antwortet ebenfalls mit Gesang und verweigert den Eintritt zunächst. So spielen die Einwohner singend die Weihnachtsgeschichte nach.
Da in Ecuador nur wenige Menschen Englisch sprechen, werden dort zur Weihnachtszeit noch überwiegend Weihnachtslieder auf Spanisch gesungen. Einige sind sehr raditionell und nicht mit den aus Lateinamerika bekannten Salsarhythmen ausgestattet, wie zum Beispiel „Villancicos“ von Los Peces En El Rio. Bei anderen Melodien erkennt man allerdings die südamerikanische Herkunft durch den Einsatz von Instrumenten und Rhythmen, für die diese Region bekannt ist. In dem Lied „Burrito Sabanero“ kommt durch Trommeln und Rasseln schon fast ein bisschen Urlaubsgefühl auf.
Das Lied “Feliz Navidad” von Jose Feliciano aus Puerto Rico in Mittelamerika ist auch in Deutschland bekannt.

Auch wenn Weihnachten in verschiedenen Ländern unterschiedlich klingt, geht es doch überall auf der Welt um dasselbe. Die Geburt Jesu Christi. Egal ob man dies nun mit Klassikern wie „Oh du Fröhliche“ und „White Christmas“ oder traditionellen Liedern mit heimischen Rhythmen feiert.
Das Wichtigste ist jedoch, dass man die Zeit mit Menschen verbringt, die man liebt und die einem viel bedeuten.

Wiebke Herbers

Bildquelle:
© Liandi Ahlers

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