Lernen mit digitalen Medien: Was Kinder heute wirklich nutzen
Laut KIM-Studie 2024 recherchieren zwei Drittel der Kinder für die Schule im Netz, jedes dritte nutzt wöchentlich eine Schulcloud - Künstliche Intelligenz spielt dabei noch kaum eine Rolle.
Ihr Kind lernt heute ganz selbstverständlich mit digitalen Medien, ohne dass Sie etwas einrichten müssen. Laut der KIM-Studie 2024 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest recherchieren zwei Drittel der 6- bis 13-Jährigen aktiv im Internet für Hausaufgaben oder Referate, und in der Schule nutzt etwa jedes dritte Kind wöchentlich eine Schulcloud oder ein Lernprogramm. Künstliche Intelligenz setzen dagegen nur 11 Prozent der Kinder regelmäßig im Unterricht ein, zu Hause sind es sogar nur 7 Prozent.
Digitale Lernwerkzeuge im Überblick
| Werkzeug | In der Schule | Zu Hause für die Schule |
|---|---|---|
| Internetrecherche | 11 % täglich, jedes zweite Kind mind. wöchentlich | 9 % täglich, 40 % mind. wöchentlich |
| Lernprogramm/-quiz | 33 % mind. wöchentlich | 22 % mind. wöchentlich |
| Schulcloud | 34 % mind. wöchentlich | 23 % mind. wöchentlich |
| Textprogramm | 33 % mind. wöchentlich | 21 % mind. wöchentlich |
| KI-Anwendung | 11 % mind. wöchentlich, 72 % nie | 7 % mind. wöchentlich, 81 % nie |
Die Zahlen stammen aus der KIM-Studie 2024 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest. Befragt wurden 1.225 Kinder von 6 bis 13 Jahren. Die Werte zur Nutzung im Unterricht beziehen sich auf die 857 Schulkinder darunter, die dort zumindest selten digitale Geräte nutzen; die Werte zur Nutzung zu Hause für die Schule stammen aus der Gesamtgruppe der 1.155 Schulkinder.
Was Lernen mit Medien schon immer bedeutet
Das Lernen besteht aus dem Erwerb von Kenntnissen und Kompetenzen. Dies ist nicht nur auf die Schule, Ausbildung und das Studium begrenzt, sondern ein lebenslanger Prozess. Vom ersten Tag an und bis ins hohe Alter lernt man immer mehr dazu.
Medien verändern dabei vor allem die Werkzeuge, nicht den Grundgedanken: Wissen entsteht weiterhin durch Wiederholung, Austausch und eigenes Ausprobieren - ob am Bildschirm oder im Heft.
Pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte sind hier ebenso wie Eltern gefordert, wenn es um die Lernbegleitung im medialen Bereich geht.
Was Sie als Eltern tun können
Schulcloud und Lernprogramme gemeinsam anschauen
Lassen Sie sich zeigen, welche Plattform die Schule nutzt und wie sich Ihr Kind dort anmeldet. So merken Sie, wenn etwas nicht funktioniert, bevor eine Abgabe ausbleibt.
Rechercheergebnisse hinterfragen
Fragen Sie nach der Quelle, wenn Ihr Kind etwas aus dem Internet für ein Referat übernimmt. Zwei Drittel der Kinder recherchieren laut KIM-Studie 2024 ohnehin aktiv für die Schule - Quellenkritik gehört von Anfang an dazu.
KI-Werkzeuge offen ansprechen, nicht verbieten
Auch wenn 2024 erst wenige Kinder regelmäßig Künstliche Intelligenz für die Schule nutzten, wächst das Angebot. Sprechen Sie vorher ab, wofür ein Chatbot taugt (Ideen sammeln, Verständnisfragen) und wofür nicht (Aufgaben einfach lösen lassen).
Lernzeit und Freizeit am Bildschirm unterscheiden
Schulcloud, Recherche und Übungsprogramme sind etwas anderes als Serien oder Spiele. Behalten Sie trotzdem im Blick, wie viel Zeit insgesamt vor dem Bildschirm vergeht, und planen Sie feste Pausen ein.
Analoges Lernen nicht ersetzen
Ein Heft, ein Buch oder ein Gespräch über die Hausaufgaben bleibt wichtig. Digitale Werkzeuge ergänzen das Lernen, sie lösen es nicht ab.
Woran gute digitale Lernwerkzeuge zu erkennen sind
Woran gute digitale Lernwerkzeuge zu erkennen sind
Vier Punkte, bevor eine App oder Plattform zum festen Lernwerkzeug wird:
- Die Schule oder eine anerkannte Fachstelle setzt das Werkzeug bereits ein.Schulclouds und Lernplattformen sind so am ehesten geprüft und im Schulbetrieb eingerichtet.
- Ihr Kind kann das Ergebnis noch selbst nachvollziehen.Bei einem Chatbot heißt das: die Antwort erklären können, nicht nur kopieren.
- Das Werkzeug passt zum Lerntempo, nicht zur Ablenkung.Viele kurze Belohnungen wie Punkte oder Sounds lenken vom eigentlichen Lernstoff ab.
- Es gibt eine klare Grenze zwischen Lernzeit und freier Bildschirmzeit.So bleibt erkennbar, wann gelernt wird und wann nicht.
Was sind Lernmedien?
Lernmedien sind alle Mittel, die Wissen vermitteln - vom Buch und Heft bis zur Lernplattform oder zum Lernvideo. Digitale Lernmedien wie Schulcloud, Lernprogramme oder die Recherche im Internet gehören laut KIM-Studie 2024 bei vielen Kindern inzwischen zum Schulalltag.
Was ist eine multimediale Lernumgebung?
Gemeint ist eine Lernumgebung, die mehrere Medienformen kombiniert - etwa Text, Video, Audio und interaktive Übungen auf einer Plattform wie einer Schulcloud. Ziel ist, denselben Lernstoff auf mehreren Wegen verständlich zu machen.
Was sind individuelle Lernmedien?
Individuelle Lernmedien passen sich dem Tempo und Lernstand des einzelnen Kindes an, etwa adaptive Übungsprogramme, die schwierigere Aufgaben erst nach richtig gelösten Schritten zeigen. Sie ersetzen keine Lehrkraft, sondern ergänzen den Unterricht.
Was haben Medienkompetenz und Lernen miteinander zu tun?
Medienkompetenz heißt unter anderem, Quellen einzuschätzen und Werkzeuge gezielt einzusetzen - beides braucht ein Kind, das mit digitalen Medien lernt. Ohne diese Kompetenz wird aus Recherche schnell ungeprüftes Abschreiben.
Wie Sie eine gute App für das Alter Ihres Kindes erkennen, steht unter Gute Apps nach Alter. Was Medienkompetenz im Alltag konkret bedeutet, zeigt Medienkompetenz und Medienbewusstsein. Und wenn in der Schule Tablets eingeführt werden, lohnt ein Blick auf Tablets im Klassenzimmer: Was Eltern wissen sollten.
Zuletzt geprüft am 05.10.2026
Quellen
- Digitalisierung von Schulen: Bund und Länder einig über den Digitalpakt 2.0 · Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) · 18.12.2025
- Leitlinie zur Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend (AWMF 027-075, S2k), Kapitel 3: Empfehlungen · Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (federführend) mit weiteren Fachgesellschaften · 01.07.2023
- KIM-Studie 2024. Kindheit, Internet, Medien. Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger · Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs) · 01.05.2025
Redaktioneller Stand
- Geprüft am
- 05.10.2026
- Geprüft von
- Redaktion medienbewusst.de
- Belege
- 3 Quellen, unten vollständig aufgeführt
- Wiedervorlage
- 04.10.2028
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