Das Waisenkind der deutschen Filmproduktion

Seit 2007 gibt es die „Gruppe Weimar“, eine Produktionsfirma deren Schwerpunkt, im Spielfilmbereich, auf der Produktion von Kinder- und Jugendfilmen liegt. medienbewusst.de hat mit einer der drei Gesellschafter, Christiane Schlicht, gesprochen. Die Kulturwissenschaftlerin, in der Firma zuständig für Stoffakquise, Stoffentwicklung und Produktion, sprach mit uns über die Voraussetzungen für gute Kinderfilmproduktionen und die Probleme in der Branche.

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“Die Kindheit ist heutzutage immer auch eine Medienkindheit”

Das Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF) ist ein bundesweit tätiges Zentrum für kulturelle Medienbildung und hat sich einen kritischen und kreativen Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Medien zur Aufgabe gemacht. Über die Bedeutung von Medienkompetenz und die damit verbundenen Angebote des KJF sprach medienbewusst.de mit Dr. Eva Bürgermeister, der Leiterin des Zentrums.

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“Hier haben die Kinder das Sagen”

Am Sonntag eröffnete die Deutsche Kindermedienstiftung das Kinder-Medien-Festival GOLDENER SPATZ bereits zum 19. Mal. Innerhalb von sieben Tagen wird Interessierten in rund 80 Veranstaltungen einen Überblick über deutschsprachige Filme, Fernsehproduktionen und Onlineangebote für Kinder geboten. medienbewusst.de sprach mit der Pressesprecherin der Deutschen Kindermedienstiftung GOLDENER SPATZ, Katja Imhof-Staßny, unter anderem über das diesjährige Angebot.

Frau Imhof-Staßny, was genau erwartet interessierte Eltern und Pädagogen wenn sie dieses Jahr den GOLDENEN SPATZ besuchen?

Interessierte Eltern und Pädagogen erwartet neben einem umfangreichen Filmprogramm vom 22. bis 25. Mai in Gera vor allem ein spannendes medienpädagogisches Rahmenprogramm. Beispielsweise findet ein Elternabend über die Gefahren der Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken statt, ebenso wie ein Medienpädagogikforum mit dem Titel „Fernsehen von und für Kinder: Ein populäres Medium im Unterricht“. Ergänzend zum Filmprogramm in Erfurt finden vom 25. bis 28. Mai Fachveranstaltungen für Autoren, Produzenten und Programmanbieter, sowie vielfältige Workshops für Schulklassen in der Online-Lounge statt. Der GOLDENE SPATZ ist mehr als eine Preisverleihung – eben ein Festival.

Auch in diesem Jahr sind bereits alle verfügbaren Plätze zur Teilnahme an den Workshops vergeben. Wie erklären Sie sich das?

Kinder und Jugendliche kommen heutzutage immer früher mit neuen Medien in Berührung. Vor allem das Fernsehen und das Internet spielen hier eine große Rolle. Als Eltern, Pädagogen und Internetnutzer sollte man sich dieser Entwicklung bewusst sein, und sich mit den Gefahren, aber auch Chancen dieser Medien auseinandersetzen. Dabei gilt einfach, dass Weiterbildung Prävention bedeutet. Gleichzeitig können Medien aber auch vorteilhaft und sinnvoll eingesetzt werden, wenn eine gewisse Kompetenz vorhanden ist.

Ist dies auch ein Bestandteil der Workshops?

Ganz genau. Beim Treffpunkt Medienpädagogik werden beispielsweise in drei Workshops Anregungen und Tipps für Pädagogen gegeben, wie das Medium „Fernsehen“ sinnvoll in den Unterricht eingebunden werden kann. Dabei spielen rechtliche Grundlagen ebenso eine Rolle, wie die Auswahl und Aufbereitung des ausgewählten Fernsehmaterials.

Apropos Auswahl: Auch in diesem Jahr verleihen insgesamt drei  Kinderjurys die Hauptpreise, die GOLDENEN SPATZEN, für die besten Film- und Fernsehproduktionen sowie Onlineangebote. Wie wird mein Kind im nächsten Jahr Teil dieses besonderen Gremiums?

Beim GOLDENEN SPATZ  haben wir drei verschiedene Kinderjurys. Eine davon ist die Film- und Fernsehjury für die Altersgruppe von neun bis 13 Jahren. Die Bewerbungsfrist geht von Mitte November bis Mitte Januar. Dabei füllen die Kinder einen Bewerbungsbogen aus, und schicken diesen ausgefüllt und mit einer selbstgeschriebenen Filmkritik ans uns zurück. Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren. die zu einer der Online-Jurys möchten, können sich von Mitte Januar bis Mitte Februar online bewerben, indem sie einen Fragebogen zu ihrem Nutzungsverhalten, ihren Lieblingswebseiten oder Onlinespielen ausfüllen. Die Bewerbungsbögen und weite Infos gibt es auf unserer Website unter www.goldenerspatz.de.

Nach welchen Kriterien werden die Kinder ausgewählt?

Generell werden alle Bewerbungen und Texte der Kinder komplett gelesen. Viel wichtiger als die Länge ist dabei, ob die Kritik originell ist und gesehen werden kann, ob dass sich das Kind mit dem Film auseinander gesetzt hat.
Anschließend wird nach einer Quote ausgewählt: Aus jedem Bundesland kommt jeweils ein Kind in die Jury, dazu noch ein zusätzliches aus den Festivalstädten. Außerdem kommen noch Kinder aus dem deutschsprachigen Ausland dazu, sodass wir in diesem Jahr 25 Kinder in der Jury haben.

Dabei ist die Festivalzeit  sehr spannend, aber auch anstrengend, schließlich müssen die kleinen Juroren fast 18 Stunden Programm sichten, bewerten und die Preisträger bestimmen. Besonders wichtig ist uns deshalb, dass die Kinder sich wohlfühlen, schließlich haben sie hier das Sagen. Ihre Meinung ist gefragt und wir möchten Ihnen zeigen, dass sie die wichtigsten Personen auf dem Festival sind.

Welche Höhepunkte des Festivals können Sie uns empfehlen?

Einen generellen Höhepunkt in einer Woche mit rund 80 Veranstaltungen zu empfehlen ist wirklich schwer. Besonders spannend ist aber die Preisverleihung am 27. Mai in Erfurt. An allen Tagen gibt es von 9 bis 20 Uhr ein spannendes und abwechslungsreiches Programm mit den besten Film- und Fernsehproduktionen für Kindergartengruppen, Schulklassen, Familien und Jugendliche. Am 28. Mai sind im CineStar Erfurt um 9.30 Uhr, beziehungsweise 11.30 Uhr, alle des vergangenen Tages gekürten Preisträgerfilme noch einmal zu sehen.

Darüber hinaus bietet die Filmauswahl der Jugendfilmreihe ab 14 und 16 Jahren in diesem Jahr vielfältige Identifikationsangebote und verspricht ebenfalls ein abwechslungsreiches Programm. Allen voran kann ich „Lollipop Monster“ empfehlen. Es ist das erste Mal, dass wir in dieser Reihe überhaupt einen Film mit einer FSK 16 zeigen, aber wir alle finden ihn einfach großartig und hoffen, zahlreiche Jugendliche und Kinoliebhaber des besonderen Films begeistern zu können.

medienbewusst.de bedankt sich bei Katja Imhof-Staßny für das Interview und wünscht viel Erfolg für die Zukunft.

Evelyn Horvath und Arne Nowacki

Bildquelle:

© GOLDENER SPATZ

“Dem Kinderfilm fehlt es an Originalstoffen.”

Im vergangenen Dezember hat die DEFA-Stiftung mehrere Preise verliehen, wie beispielsweise den an die “Kinder- und Jugendfilm Korrespondenz” (KJK). Diese ist seit ihrer Gründung 1980 bis heute die einzige deutschsprachige Fachpublikation für Kinder und Jugendfilme. medienbewusst.de sprach mit Christel Strobel, Redakteurin der KJK, über die Entwicklung des Kinderfilms in Deutschland.

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“Kinder machen Kurzfilm”

Jedes Jahr haben zirka 30 Schüler aus verschiedenen Grundschulen Berlins die Möglichkeit an der Aktion „Kinder machen Kurzfilm“ teilzunehmen. Durch einen Schreibwettbewerb mit anschließendem Drehbuch- und Produktionsworkshop kreieren die Kinder einen eigenen Kurzfilm, der dann auf dem internationalen Kinder und Jugend Kurzfilmfestival (KUKI) Premiere feiert. medienbewusst.de hat mit der Projektleiterin, Gabriela Zorn, über das Projekt gesprochen.

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Die FSK-Altersfreigaben – Keine Altersempfehlung

FSK – Hinter dieser Abkürzung steckt die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Sie führt freiwillige Prüfungen für Filme durch, die für die Vorführung vor Kindern und Jugendlichen oder den Verkauf an sie vorgesehen sind. Das heißt, dass für eine Kinder- und Jugendfreigabe eine gesetzlich vorgeschriebene Alterskennzeichnung erforderlich ist, welche von der FSK vorgenommen wird. Doch welche Altersfreigaben gibt es überhaupt? Und wie läuft eine solche Prüfung ab? medienbewusst.de sprach mit Stefan Linz, Sprecher der Film- und Videowirtschaft bei der FSK über die Altersfreigaben.

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Hinter den Kulissen der Talentsuche

Castingshows im Fernsehen gibt es zur genüge und vor allem Kinder eifern ihren Stars aus Film und Fernsehen oft nach. Bei Vielen ist der Wunsch im Rampenlicht zu stehen groß und hier sind besonders die Eltern gefragt. Antje Mews ist geschäftsführende Gesellschafterin der filmissimo GmbH in Erfurt und spezialisiert auf das Finden von Komparsen und Kleindarstellern. medienbewusst.de sprach mit der diplomierten Kulturwissenschaftlerin über Chancen und Risiken für Kinder, die in dieser Branche Fuß fassen wollen.

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Werkstatt für mehr Medienkompetenz

Im nächsten Jahr begeht die Medienwerkstatt der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) ihr 10-jähriges Jubiläum. Mit dem Ziel Medienkompetenz zu fördern, wurde das Projekt ins Leben gerufen – mit Erfolg. Denn seither ist die Werkstatt im gesamten Bundesland gefragt. Vom 26.06. bis 02.07. fand mit dem Mediencamp 2010 eine außergewöhnliche Art des Projektes statt. medienbewusst.de sprach mit TLM-Mitarbeiterin Judith Zeidler über Grundzüge und Ziele der Medienwerkstatt und über die Verbindung zum Medium Film.

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Am Set von Tony Ten

Zu Besuch am Set von „Tony Ten“ – Eine Mischung aus Schwermetall und verbranntem Benzin liegt in der Luft. Die Strohreste zwischen den Pflastersteinen erinnern an einen urtypisch Mecklenburgischen Bauernhof und eine Fassade aus dunkelrotem Backstein umkleidet die Wände der Mälzerei in der Erfurter Thälmannstraße. Im Innenhof des seit 2000 nicht mehr produzierenden industriellen Gemäuers verbreiten die verschiedenen Modelle von Mobilbaggern Baustellenatmosphäre. Was auf den ersten Anblick einschüchternd wirkt, bedeutet für das Filmteam rund um „Tony Ten“ die perfekte Kulisse für den Kinderfilm, der im nächsten Jahr in den Kinos anlaufen wird.

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Filmförderung mit „NRW-Effekt“

Seit 1991 gibt es im Bundesland Nordrhein-Westfalen eine Filmstiftung, die mit einem Etat von rund 33 Millionen Euro jährlich die größte regionale Förderinstitution Deutschlands ist. medienbewusst.de sprach mit Anna Fantl, die in der Nachwuchsförderung der Filmstiftung tätig ist.

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