Zum Inhalt springen
medienbewusst.de - kinder. medien. kompetenz.
Ist gerade etwas passiert? Zur Soforthilfe

BeReal: Steckbrief für Eltern

Ein Elternteil und ein Teenager schauen gemeinsam auf ein Smartphone, auf dem eine Standortmarkierung von einer genauen auf eine ungefähre Position wechselt.
Bei als minderjährig hinterlegten Konten teilt BeReal den Standort laut eigener Datenschutzerklärung standardmäßig nur ungefähr - bei Erwachsenen dagegen auf Straßenebene genau.

13 Jahre laut Nutzungsbedingungen, USK ab 12 bei Google Play - geprüft wird keine der beiden Zahlen. Entscheidend ist die Einstellung „öffentlich“: Nur sie zeigt ein BeReal auch Fremden im Entdecken-Feed.

Ab welchem Alter?

13Mindestalter des Anbieters

ab 13 Jahren

Eine Regel aus den Nutzungsbedingungen, also ein Vertrag - kein Gesetz. Der Dienst prüft das Alter in der Regel nicht nach.

13+Apple App Storefrüher 12+

13+

Apples eigene Einstufung im deutschen App Store, unabhängig von der USK. Apple hat seine Altersstufen zum 31. Januar 2026 umgestellt (4+, 9+, 13+, 16+, 18+); zu sehen sind sie auf Geräten ab iOS 26. Auf einem älteren iPhone kann noch die frühere Einstufung 12+ stehen. Im App Store ansehen · Apple zur Umstellung

Diese Angaben setzen voraus, dass im Konto das richtige Alter steht. Eine verlässliche Altersprüfung bei der Anmeldung gibt es hier nicht - ein Kind, das ein falsches Geburtsjahr einträgt, bekommt die Einstellungen der älteren Altersgruppe.

Steckbrief

Angaben geprüft am 08.10.2026.

Der Dienst

AnbieterBeReal - so nennt der App-Store-Eintrag den Anbieter; bei Google Play erscheint zusätzlich die Marke „Voodoo“ unter dem App-Titel.
Art des DienstesFoto-Netzwerk mit täglichem Zufallsmoment (BeReal-Moment) und öffentlichem Entdecken-Feed
Verfügbar aufiPhone (ab iOS 17.0) und Apple Vision (ab visionOS 1.0) laut App Store, außerdem Android über Google Play - eine Mindestversion für Android nennt der Play-Store-Eintrag nicht.
Geschäftsmodellkostenlos, mit Werbung laut App Store und Google Play sowie In-App-Käufen laut App-Store-Kennzeichnung - welche Inhalte dort kaufbar sind, nennt der Anbieter öffentlich nicht.

Wer Kontakt aufnehmen kann

Direktnachrichtenja - Chat zwischen bestätigten Kontakten, laut Datenschutzerklärung als „Chat-Daten“ erhoben.
Kontakt durch Unbekannteeingeschränkt - Chat und Kommentare laut Datenschutzerklärung im Freundeskreis; wer ein BeReal aber auf „öffentlich“ stellt, erscheint laut Google-Play-Beschreibung im Entdecken-Feed für fremde Nutzer in der Nähe.
Öffentliches Profilkein durchgehendes öffentliches Profil mit Followern; einzelne Beiträge lassen sich laut Google-Play-Beschreibung auf „öffentlich“ stellen und erscheinen dann im Entdecken-Feed.
Standortja - beim Teilen gilt laut Datenschutzerklärung für als minderjährig hinterlegte Konten standardmäßig der ungefähre, stadtweite Standort, für Erwachsene standardmäßig der genaue Standort auf Straßenebene; zusätzlich zeigt die Funktion „Location“ laut Google Play, wo Freunde ihr BeReal aufgenommen haben.
Live-Funktionenja - täglich eine Benachrichtigung zu zufälliger Zeit mit zwei Minuten Frist für das Foto, laut Google-Play-Beschreibung.

Was es kostet

Werbungja - personalisierte Werbung auf Grundlage abgeleiteter Interessen und eines aus Nutzername, Vorname und Biografie abgeleiteten Geschlechts, laut Datenschutzerklärung gestützt auf Einwilligung, soweit gesetzlich nötig, sonst auf berechtigtes Interesse von BeReal.
Käufe in der Appja laut App-Store-Kennzeichnung (als In-App-Käufe ausgewiesen) - Produktliste und Preise nennt der Anbieter öffentlich nicht.

Was die Nutzung verlängert

Vorgeschlagene Inhalteja - der Entdecken-Feed wählt laut Datenschutzerklärung Inhalte aus berechtigtem Interesse an einem öffentlichen Feed aus; abschaltbar ist nur die Sichtbarkeit des eigenen Beitrags dort, nicht der Feed selbst.

Was Eltern einstellen können

Elternfunktionennein - im Dienst selbst nennt BeReal keine Elternfunktion; die Nutzungsbedingungen verweisen nur auf die mögliche Zustimmungspflicht eines Erziehungsberechtigten bei der Anmeldung, wenn das gesetzliche Einwilligungsalter noch nicht erreicht ist.
Melden und blockierenja - die Datenschutzerklärung bestätigt das Blockieren von Nutzer:innen und eine Inhaltsmoderation unter anderem gegen Cybermobbing; die genauen Tippschritte zeigt die App selbst.

Daten und Nutzen

Eigene Inhalteja - Fotos und Videos des täglichen BeReal-Moments, Kommentare und RealMoji-Reaktionen, laut Datenschutzerklärung.
Was an Daten anfälltErhoben werden laut Datenschutzerklärung unter anderem Telefonnummer, Name, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, Standort, Fotos, Videos, Chat-Inhalte und technische Daten - für den Betrieb, zur Inhaltsmoderation und für personalisierte Werbung, die auch aus Bildern und Benutzernamen abgeleitete Interessen und ein abgeleitetes Geschlecht nutzt.
Wofür der Dienst gut istEin tägliches, unbearbeitetes Foto mit dem engeren Freundeskreis teilen, als Gegenentwurf zu kuratierten Feeds - ohne Likes-Zähler und ohne dauerhaften öffentlichen Auftritt, solange Beiträge nicht auf „öffentlich“ gestellt werden.

Dazu haben wir keine belastbare Angabe gefunden: Endloses Scrollen, Automatisch nächstes Video. Wir tragen es nach, sobald der Anbieter es selbst dokumentiert.

Zwei verschiedene Alterszahlen, eine Lücke

Google Play weist BeReal in Deutschland mit USK ab 12 Jahren aus, begründet mit „Chats und Standortweitergabe“. Die Nutzungsbedingungen des Anbieters selbst setzen das Mindestalter dagegen auf 13 Jahre - mit dem Zusatz, dass je nach Wohnort zusätzlich die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten nötig sein kann, wenn das gesetzliche Einwilligungsalter noch nicht erreicht ist.

Beide Zahlen sind keine amtliche Jugendschutzeinstufung wie eine USK-Einstufung bei einem Spiel, sondern eine Selbsteinschätzung des jeweiligen Stores beziehungsweise eine Vertragsklausel des Anbieters. Geprüft wird keine von beiden bei der Anmeldung - BeReal verlangt dort lediglich ein Geburtsdatum.

Der Entdecken-Feed macht aus Freunden auch Fremde

BeReal ist als Austausch im engen Freundeskreis bekannt geworden, doch der Anbieter bewirbt in der eigenen App-Beschreibung bei Google Play ausdrücklich eine Entdecken-Funktion: „Stellt euer BeReal auf „öffentlich“ und findet heraus, was andere Menschen in eurer Umgebung machen.“ Wer einen Beitrag so markiert, zeigt ihn damit auch Personen außerhalb des eigenen Freundeskreises.

Dazu kommt die Standortfunktion: Laut App-Beschreibung sehen Freundinnen und Freunde, wo ein BeReal aufgenommen wurde. Für als minderjährig hinterlegte Konten teilt der Dienst laut Datenschutzerklärung von sich aus nur die ungefähre, stadtweite Position - diese Voreinstellung gilt aber nur, wenn das im Profil hinterlegte Geburtsdatum auch stimmt.

Was Sie einstellen können

  1. Geburtsdatum korrekt eintragen

    Die schonendere Standort-Voreinstellung (nur ungefähre Position) gilt laut Datenschutzerklärung nur für Profile, die als minderjährig hinterlegt sind. Ein zu hoch angegebenes Geburtsdatum hebt diesen Schutz auf.

  2. Beiträge nicht auf „öffentlich“ stellen

    Nur ein so markiertes BeReal erscheint laut App-Beschreibung im Entdecken-Feed für fremde Nutzer:innen in der Nähe. Voreingestellt ist ein Beitrag nur für den eigenen Freundeskreis sichtbar.

  3. Standort beim Teilen auf „ungefähr“ belassen oder abschalten

    Auch bei einem als minderjährig hinterlegten Konto lässt sich der Standort laut Datenschutzerklärung beim Teilen ganz weglassen oder auf die ungefähre Position begrenzen, statt zur genauen Position auf Straßenebene zu wechseln.

  4. Melden und Blockieren bei Belästigung nutzen

    Die Datenschutzerklärung bestätigt, dass sich Nutzer:innen blockieren lassen und dass BeReal Inhalte unter anderem gegen Cybermobbing moderiert. Die genauen Bedienschritte dafür in der App nennt das Hilfe-Center öffentlich nicht zugänglich.

  5. Werbeeinstellungen und Datenfreigabe prüfen

    Personalisierte Werbung stützt sich laut Datenschutzerklärung unter anderem auf aus Bildern abgeleitete Interessen und ein aus dem Namen abgeleitetes Geschlecht - die Verarbeitung beruht auf einer Einwilligung, die sich in den Einstellungen widerrufen lässt.

Häufige Fragen

BeReal ab welchem Alter?

Die Nutzungsbedingungen setzen das Mindestalter auf 13 Jahre, mit möglicher Zustimmungspflicht der Eltern je nach Wohnort. Google Play stuft die App in Deutschland zusätzlich mit USK ab 12 Jahren ein, begründet mit Chats und Standortweitergabe. Geprüft wird keine der beiden Zahlen bei der Anmeldung.

Können Fremde die Beiträge meines Kindes bei BeReal sehen?

Nur wenn ein Beitrag auf „öffentlich“ gestellt wird - dann erscheint er laut App-Beschreibung im Entdecken-Feed für andere Nutzer:innen in der Nähe. Unverändert bleibt ein Beitrag im eigenen Freundeskreis.

Gibt es bei BeReal eine Elternfunktion?

Nein. Die Nutzungsbedingungen verweisen nur auf die mögliche Zustimmungspflicht eines Erziehungsberechtigten bei der Anmeldung - eine Funktion zur Begleitung oder Kontrolle im laufenden Betrieb nennt der Anbieter nicht.

Was macht BeReal mit dem Standort meines Kindes?

Laut Datenschutzerklärung zeigt ein als minderjährig hinterlegtes Konto beim Teilen standardmäßig nur die ungefähre, stadtweite Position - vorausgesetzt, das Geburtsdatum im Profil stimmt. Erwachsene Konten teilen standardmäßig den genauen Standort auf Straßenebene.

Kostet BeReal etwas?

Die App ist laut App Store und Google Play kostenlos, enthält aber Werbung und laut App-Store-Kennzeichnung In-App-Käufe. Welche Inhalte dort kaufbar sind, nennt der Anbieter öffentlich nicht.

Zuletzt geprüft am 08.10.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
08.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
4 Quellen, unten aufgeführt
Wiedervorlage
08.10.2027

Wir prüfen Angaben gegen die Stelle, die zuständig ist - Gesetzestext, Behörde, Anbieter oder Studie - und nennen sie. Veraltet eine Angabe, gilt das Datum oben als Hinweis darauf, wie alt sie ist. Wie wir arbeiten

medienbewusst.dewww.medienbewusst.de · Diese Seite: www.medienbewusst.de/social-media/bereal/