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Schüler spielt zu viel: Was Lehrkräfte tun können

Eine Lehrkraft sitzt nach dem Unterricht allein im leeren Klassenzimmer und schreibt Notizen in ein Heft.
Wer Beobachtungen schriftlich festhält, führt das Elterngespräch mit Fakten statt mit einem Eindruck.

Lehrkräfte halten fest, was im Unterricht auffällt, führen ein sachliches Elterngespräch und holen schulische Beratung dazu. Ob eine Sucht vorliegt, klären Fachleute außerhalb der Schule.

Bleiben bei einem Schüler oder einer Schülerin über längere Zeit Hausaufgaben aus, häufen sich Fehltage oder wirkt das Kind im Unterricht oft übermüdet, kann intensives Spielen eine Ursache sein. Als Lehrkraft beobachten Sie, schreiben auf, was Sie sehen, und bereiten ein sachliches Elterngespräch vor. Ob eine Computerspielstörung vorliegt, klären Fachleute außerhalb der Schule. Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und Suchtberatung helfen bei der Einschätzung, wie ernst die Lage ist, und vermitteln weiter.

Woran es im Unterricht auffallen kann

Nach der Einordnung von klicksafe (Juli 2026) ist Handeln angebracht, wenn ein Kind oder ein Jugendlicher über längere Zeit durch intensives Spielen die Kontrolle über die Spielzeit verliert, Pflichten wie Hausaufgaben vernachlässigt oder in der Schule fehlt, Stimmungsschwankungen zeigt, sich von Freunden zurückzieht oder gesundheitliche Probleme wie Schlafstörungen entwickelt. Im Unterricht kann sich das an ausbleibenden Hausaufgaben, Fehltagen oder Übermüdung zeigen. Ein einzelnes Anzeichen für sich ist noch kein Befund.

Das Elterngespräch vorbereiten

Notieren Sie Datum, Fach und die konkrete Beobachtung, zum Beispiel „dreimal ohne Hausaufgaben“ statt „zockt zu viel“. Sprechen Sie im Gespräch zuerst die Fakten an, dann Ihre Sorge, und fragen Sie, wie sich die Lage zu Hause darstellt. Die Eltern kennen die Situation am Ende besser als die Schule, und ein gemeinsamer Blick auf die Beobachtungen bringt mehr als eine Bewertung von Spiel oder Erziehung.

Wer in der Schule zuständig ist

  1. Beobachtung dokumentieren

    Datum, Fach, konkretes Verhalten - ohne Deutung.

  2. Schulsozialarbeit oder Beratungslehrkraft ansprechen

    Zunächst ohne Namen. Was über das Kind weitergegeben werden darf, regelt das Schulrecht Ihres Landes; im Zweifel die Schulleitung fragen.

  3. Schulpsychologischen Dienst anfragen

    Er berät Sie, wie ernst die Lage ist, und kennt die Hilfen in der Region.

  4. Beratung für sich selbst nutzen

    Das BIÖG bietet über ins-netz-gehen.info Informationen und Beratung auch für Lehrkräfte; viele örtliche Sucht- und Präventionsfachstellen beraten ebenfalls Fachkräfte - am besten dort nachfragen.

  5. Elterngespräch anbieten

    Mit den gesammelten Beobachtungen und mit Hilfsangeboten, die die Familie nutzen kann.

Prävention im Unterricht

Schulbasierte Programme setzen an, bevor ein Verhalten auffällig wird. Ein Beispiel ist das Training PROTECT, das in Baden-Württemberg an 44 weiterführenden Schulen erprobt wurde (Studie PROTECTconfirm, 2020 bis 2024, veröffentlicht 2026 in JAMA Network Open). Bei Jugendlichen, die schon erste Anzeichen zeigten, gingen die Beschwerden nach zwölf Monaten stärker zurück als mit einem reinen Informationsprogramm; über alle Schülerinnen und Schüler hinweg zeigte sich kein deutlicher Unterschied. Für den Unterricht eignet sich der Handy-Führerschein als Klassensatz.

Was im Umgang mit einem möglichen Fall am meisten hilft

Ihre Haken werden nicht gespeichert.

Darf ich als Lehrkraft eine Computerspielsucht feststellen?

Nein. Ob eine Computerspielstörung vorliegt, klären Fachleute außerhalb der Schule. Als Lehrkraft beobachten und dokumentieren Sie, was im Unterricht auffällt, und holen sich Rat bei Schulsozialarbeit oder Schulpsychologie.

Bekommen auch Lehrkräfte selbst Beratung zu dem Thema?

Ja. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit bietet über ins-netz-gehen.info Informationen und Beratung auch für Lehrkräfte; viele örtliche Sucht- und Präventionsfachstellen beraten ebenfalls Fachkräfte - am besten dort nachfragen.

Einen Überblick über Anzeichen und Hilfe gibt die Seite Computerspielsucht: Anzeichen, Ursachen und wo es Hilfe gibt. Reicht ein Gespräch nicht aus, nennt die Seite zur Therapie bei Computerspielsucht Anlaufstellen für Familien, und die Übersicht Beratung bei Medienproblemen listet Stellen nach Region. Für das Elterngespräch selbst hilft der Gesprächs-Trainer bei der Formulierung.

Zuletzt geprüft am 22.10.2026 · fachlich geprüft

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
22.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
5 Quellen, unten aufgeführt
Wiedervorlage
20.04.2027

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