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Ist gerade etwas passiert? Zur Soforthilfe

Beratung bei Medienproblemen: wer Familien hilft

Ein Elternteil sitzt seitlich im Wartebereich einer Beratungsstelle und hält ein Infoblatt mit einer Telefonnummer in der Hand.
Der erste Anruf bei einer Beratungsstelle kostet nichts und verpflichtet zu nichts.

Bei Gefahr, sexueller Anmache oder Erpressung hilft die Polizei, sonst die Erziehungsberatung (kostenlos, vertraulich) oder eine Suchtberatungsstelle (kostenlos, auf Wunsch anonym).

Welche Stelle hilft, hängt von der Art des Problems ab. Droht Gefahr, bedrängt jemand Ihr Kind online sexuell, wird es mit Bildern erpresst oder bedroht, ist die Polizei zuständig, auch ohne akute Lage: bei Gefahr unter 110, sonst bei der örtlichen Dienststelle. Wächst eine Sorge um Bildschirmzeit, Streit oder Rückzug seit Wochen, helfen die bundesweit mehr als 1.000 Erziehungsberatungsstellen, bei suchtähnlicher Nutzung eigene Suchtberatungsstellen. Ohne Termin erreichbar sind das Elterntelefon und das Kinder- und Jugendtelefon.

Welche Stelle wann zuständig ist

LageZuständige StelleErreichbarKosten
Unmittelbare Gefahr, z. B. ein Treffen mit einer unbekannten Person steht bevorPolizeiTag und Nacht, Notruf 110 (bei Verletzten oder Lebensgefahr 112)kostenlos
Sexuelle Anmache, Erpressung mit Bildern, Bedrohung, auch ohne akute GefahrPolizei, örtliche Dienststelle (Anzeige)auch telefonischkostenlos
Sorge um sexuellen Missbrauch, auch nach CybergroomingHilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530Mo/Mi/Fr 9-14 Uhr, Di/Do 15-20 Uhrkostenfrei
Seelische Krise, die nicht bis zum nächsten Termin warten kannTelefonSeelsorgeTag und Nacht, 116123 oder 0800 111 0111kostenlos
Mobbing unter GleichaltrigenSchule, dazu Kinder- und Jugendtelefon 116111 für das Kind116111: Mo-Sa 14-20 Uhrkostenlos
Allgemeine Sorge, Medienstreit, Überforderung im AlltagErziehungsberatungsstelle (bke)vor Ort nach Termin; online per Mail jederzeit schreibbar, Chat zu festen Terminenkostenfrei
Erste Unsicherheit, noch kein klares ProblemElterntelefon 0800 111 0550Mo/Mi/Fr 9-17 Uhr, Di/Do 9-19 Uhrkostenlos

Anmache, Erpressung, Mobbing: wann die Polizei zuständig ist

Schreibt ein Fremder Ihr Kind sexuell an, verlangt jemand Nacktbilder oder droht mit Bildern, ist das kein Fall für die Beratungsstelle allein. Sichern Sie den Chatverlauf, aber keine Nacktbilder, und wenden Sie sich an die Polizei, auch telefonisch. Blockieren und melden Sie den Kontakt erst nach Rücksprache mit der Polizei. Wie Sie dabei vorgehen, zeigen die Seiten zu Cybergrooming und Erpressung mit Bildern.

Bei Sorge um sexuellen Missbrauch berät das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch unter 0800 22 55 530 anonym und kostenfrei, montags, mittwochs und freitags von 9 bis 14 Uhr, dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr. Bei Mobbing unter Gleichaltrigen gilt eine andere Reihenfolge: sichern, bei der Plattform melden, blockieren, die Schule einbeziehen; die Polizei bei Bedrohung, Nötigung oder Bloßstellen mit Bildern. Schritt für Schritt steht das in Mein Kind wird gemobbt.

Erziehungsberatung: der breiteste Weg

Für die meisten Familien ist die Erziehungsberatungsstelle der richtige erste Weg, bei Medienstreit genauso wie bei jeder anderen Erziehungsfrage. Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) zählt bundesweit mehr als 1.000 Erziehungs- und Familienberatungsstellen, meist auch in der Nähe, und nennt als Zielgruppe Kinder, Jugendliche und Eltern. Die Beratung ist streng vertraulich und kostenfrei. Ob das erste Gespräch ohne Ihr Kind stattfindet, klären Sie bei der Anmeldung.

Wer lieber schreibt als telefoniert, findet mit der bke-Onlineberatung eine kostenfreie Alternative zur Beratungsstelle vor Ort: Anmeldung über einen selbst gewählten Nickname, Beratung per Mail oder im Chat, ausschließlich durch ausgebildete Fachkräfte.

Wenn es um Mediensucht im engeren Sinn geht

Lässt sich die Mediennutzung trotz Absprachen nicht mehr begrenzen, gibt es eigene Suchtberatungsstellen. Sie beraten kostenlos und auf Wunsch anonym zu problematischer Computerspiel- oder Internetnutzung und vermitteln bei Bedarf weiter, etwa an eine Selbsthilfegruppe. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit verweist für die Suche nach der zuständigen Landesstelle auf die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, wo sich Angebote nach dem Fachbereich „Problematische Mediennutzung“ filtern lassen.

Eine eigene Beratungsstellen-Datenbank im Internet listet Einrichtungen, die sich auf exzessive Mediennutzung spezialisiert haben: Postleitzahl oder Ort eingeben, Treffer in der Nähe ansehen.

Die niedrigste Schwelle: Telefon, Chat, Mail

Wer zuerst nur reden will, erreicht das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer unter 0800 111 0550 montags, mittwochs und freitags von 9 bis 17 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 9 bis 19 Uhr, kostenlos und anonym. Kinder und Jugendliche selbst erreichen das Kinder- und Jugendtelefon unter 116111 montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr, ebenfalls kostenlos und geheim.

  1. Einordnen, worum es geht

    Gefahr, sexuelle Anmache, Erpressung oder Drohung, Mobbing, oder eine Sorge, die schon länger besteht: Davon hängt ab, welche Stelle die richtige ist.

  2. Bei Gefahr sofort reagieren

    Bei unmittelbarer Gefahr 110 anrufen, bei Verletzten oder Lebensgefahr 112.

  3. Bei Anmache, Erpressung oder Drohung zur Polizei

    Chatverlauf sichern, keine Nacktbilder, dann die örtliche Polizeidienststelle anrufen; blockieren erst nach Rücksprache.

  4. Sonst zuerst am Telefon sprechen

    Das Elterntelefon 0800 111 0550 anrufen oder sich bei der bke-Elternberatung online anmelden.

  5. Bei Hinweisen auf Mediensucht gezielt suchen

    Die Beratungsstellen-Datenbank nach Postleitzahl durchsuchen und einen Termin bei einer Suchtberatungsstelle vereinbaren.

Worauf Sie beim ersten Kontakt achten können

Vor dem ersten Anruf

Diese Punkte sparen beim ersten Kontakt Zeit.

  • Konkret statt allgemeinSchreiben Sie vorher auf, was aufgefallen ist: Zeiten, Verhalten, Auslöser.
  • Anonym ausprobierenRufen Sie zuerst das Elterntelefon an, wenn Sie unsicher sind, ob es überhaupt ein Fall für Beratung ist.
  • Online fragen, wenn vor Ort nichts frei istDie bke-Onlineberatung ist kostenfrei; eine Mail können Sie jederzeit schreiben.
  • Klären, wer mitkommtFragen Sie bei der Anmeldung, ob das erste Gespräch ohne Ihr Kind stattfinden kann.
  • Spezialisierung prüfenDie Beratungsstellen-Datenbank zeigt, welche Stelle in der Nähe sich auf Mediennutzung spezialisiert hat.

Wo finde ich eine Beratungsstelle für Handysucht in meiner Nähe?

Die Beratungsstellen-Datenbank des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit listet Einrichtungen, die auf exzessive Mediennutzung spezialisiert sind: Postleitzahl eingeben, Treffer ansehen.

Gibt es eine Beratungsstelle für Eltern mit schwierigen Kindern, auch wenn es nicht um Medien geht?

Ja. Erziehungsberatungsstellen sind für jede Erziehungsfrage da. Die Beratung ist laut Bundeskonferenz für Erziehungsberatung streng vertraulich und kostenfrei.

Muss ich mein Kind zum ersten Gespräch mitbringen?

Nicht unbedingt. Erziehungsberatung richtet sich ausdrücklich auch an Eltern; ob das erste Gespräch ohne Kind stattfindet, klären Sie bei der Anmeldung. Die bke-Onlineberatung für Eltern nutzen Sie ohnehin allein.

Wer unsicher ist, ob die Mediennutzung überhaupt ein Problem ist, findet in der Selbsteinschätzung zu Handysucht eine erste Orientierung, und die Warnzeichen, wann Mediennutzung kippt helfen bei der Einschätzung vor dem ersten Anruf. Bei ADHS in der Familie zeigt die Seite Wo Familien mit ADHS Hilfe finden, welche Stellen zusätzlich zuständig sind.

Zuletzt geprüft am 09.10.2026 · fachlich geprüft

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
09.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
5 Quellen, unten vollständig aufgeführt
Wiedervorlage
07.04.2027

Wir prüfen Angaben gegen die Stelle, die zuständig ist - Gesetzestext, Behörde, Anbieter oder Studie - und nennen sie. Veraltet eine Angabe, gilt das Datum oben als Hinweis darauf, wie alt sie ist. Wie wir arbeiten