JIM- und KIM-Studie einfach erklärt
JIM und KIM sind die großen deutschen Studien zum Medienumgang: JIM befragt jährlich Jugendliche ab 12, KIM alle zwei Jahre Kinder von 6 bis 13 Jahren.
JIM und KIM sind keine einzelne Umfrage, sondern zwei getrennte Studienreihen des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs): Die JIM-Studie befragt seit 1998 jährlich rund 1.200 Zwölf- bis 19-Jährige, die KIM-Studie seit 1999 alle zwei Jahre rund 1.200 Sechs- bis 13-Jährige und deren Haupterziehende. Wer beide Altersgruppen zu einer Zahl zusammenzieht, misst etwas, das keine der beiden Studien je erhoben hat.
| JIM-Studie | KIM-Studie | |
|---|---|---|
| Altersgruppe | 12 bis 19 Jahre | 6 bis 13 Jahre |
| Seit | 1998 | 1999 |
| Turnus | jährlich | alle zwei Jahre (seit 2008) |
| Stichprobe aktuell | 1.200 (2025) | 1.225 plus Haupterziehende (2024) |
Was die JIM-Studie zeigt
Für die JIM-Studie 2025 wurde zwischen dem 2. Juni und dem 12. Juli 2025 eine repräsentative Stichprobe von 1.200 deutschsprachigen Zwölf- bis 19-Jährigen befragt, zur Hälfte telefonisch, zur Hälfte online. Getragen wird die Studienreihe von einem Kooperationsprojekt aus Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, Medienanstalt Rheinland-Pfalz und Südwestrundfunk - finanziert also unabhängig von Plattformen, App-Anbietern oder Geräteherstellern.
Zentrale Zahl der Ausgabe 2025: Die tägliche Bildschirmzeit am Smartphone liegt bei 231 Minuten, knapp vier Stunden - und zwar unter den Jugendlichen, die ihre Bildschirmzeit am Gerät ablesen können. Wer die Funktion nicht kennt oder nicht nutzt oder keine Angabe macht (zusammen 14 Prozent laut JIM-Studie 2025), fließt nicht in diesen Wert ein.
Im Altersverlauf nutzen Jüngere das Gerät deutlich kürzer: Zwölf- bis 13-Jährige kommen auf 166 Minuten täglich, volljährige Jugendliche auf 278 Minuten. Für Eltern jüngerer Jugendlicher ist das ein Anhaltspunkt, nicht ein Vergleichswert für die eigene Altersstufe.
Bei den Apps bleibt die Rangliste stabil: WhatsApp steht unverändert mit großem Abstand auf Platz eins, 84 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen zählen den Messenger zu ihren wichtigsten Apps. Dahinter folgt Instagram, das ein Drittel der Jugendlichen nennt. Snapchat liegt mit 24 Prozent erstmals seit 2017 wieder auf Rang drei, knapp vor TikTok mit 23 Prozent - die öffentliche Debatte um TikTok und der tatsächliche App-Alltag vieler Jugendlicher sind damit zwei verschiedene Dinge.
Dass der mpfs von Landesmedienanstalten und dem Südwestrundfunk getragen wird, nicht von einem Hersteller oder einer Plattform, macht die Studienreihe zu einer der wenigen unabhängigen Quellen in diesem Themenfeld. Wie der mpfs selbst beschreibt, erhebt er seit 1998 unabhängige Basisdaten zum Medienumgang von Kindern und Jugendlichen in Deutschland - die Zahlen entstehen also nicht im Auftrag der befragten Plattformen oder App-Anbieter.
Für die Einordnung lohnt ein Blick auf die Gruppe hinter dem Durchschnittswert: Die Stichprobe wird nach Alter, Geschlecht und Bundesland gewichtet, damit einzelne Gruppen nicht über- oder unterrepräsentiert sind. 231 Minuten Bildschirmzeit sind damit ein Mittelwert unter den Jugendlichen, die ihre Bildschirmzeit am Gerät ablesen können - einzelne Jugendliche liegen je nach Alter, Wohnort und Familiensituation deutlich darüber oder darunter.
Was die KIM-Studie zeigt
Seit 1999 führt der mpfs auch für jüngere Kinder regelmäßig eine Basisstudie durch, wie der Forschungsverbund selbst schreibt: eine Erhebung zum Stellenwert der Medien im Alltag von Sechs- bis 13-Jährigen. Anders als bei der JIM-Studie erscheint die KIM-Studie nicht jährlich, sondern - seit 2008 durchgehend - alle zwei Jahre. Für die Ausgabe 2024 wurden 1.225 Kinder zusammen mit ihren Haupterziehenden persönlich befragt, in der Zeit vom 18. September bis zum 7. November 2024.
Eine der auffälligsten Zahlen aus KIM 2024: Nur knapp die Hälfte der Sechs- bis 13-Jährigen, 46 Prozent, besitzt ein eigenes Smartphone. Alle anderen eigenen Mediengeräte im Kinderzimmer, vom Tablet bis zur Spielekonsole, liegen deutlich darunter. Wer sich als Elternteil fragt, ob das eigene Kind mit seinem Alter ungewöhnlich früh oder spät dran ist, findet hier eine belastbare Vergleichszahl statt eines Gefühls aus dem Bekanntenkreis.
Die Studie zeigt auch, wie schnell sich das verändert hat: 1999 hatten gerade einmal 2 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen überhaupt Erfahrung mit dem Internet, 2024 waren es 72 Prozent, der bisher höchste gemessene Wert. Für Eltern heißt das: Vergleiche mit der eigenen Kindheit tragen bei diesem Thema kaum - die Ausgangslage war eine völlig andere.
Was Sie mit den Zahlen anfangen können
Studie und Altersgruppe prüfen
Bevor Sie eine Zahl einordnen, schauen Sie nach, ob sie aus JIM (ab 12) oder KIM (6 bis 13) stammt - Presseartikel vermischen das häufig.
Eigene Werte gegen den Durchschnitt halten
Vergleichen Sie Bildschirmzeit oder Geräteausstattung in Ihrer Familie mit dem passenden Studienwert, statt mit einem Gefühl aus dem Bekanntenkreis.
Abweichungen ansprechen, nicht sanktionieren
Liegt Ihr Kind deutlich über dem Durchschnittswert, ist das ein Anlass für ein Gespräch über den Alltag dahinter, kein Beweis für ein Fehlverhalten.
Originalquelle statt Schlagzeile lesen
Pressemitteilung und Kurzfassung beider Studien stehen kostenlos auf mpfs.de - oft genauer als die verkürzte Version in einem Artikel.
Nächste Ausgabe im Blick behalten
JIM erscheint jährlich im Herbst, KIM zuletzt 2024 - prüfen Sie bei einer neuen Ausgabe, ob sich die hier genannten Werte geändert haben.
So sieht das im Alltag aus
Checkliste: Die wichtigsten Punkte aus JIM und KIM
Die wichtigsten Punkte aus JIM und KIM
Das bleibt von beiden Studien hängen:
- JIM ab 12, KIM bis 13 JahreDie Altersgruppen überschneiden sich nicht - Zahlen der einen Studie nicht auf die andere Altersgruppe übertragen.
- 231 Minuten Bildschirmzeit im SchnittLaut JIM-Studie 2025 unter den Zwölf- bis 19-Jährigen, die ihre Bildschirmzeit am Gerät ablesen können - mit großer Spanne je nach Alter innerhalb der Gruppe.
- Nur 46 Prozent mit eigenem SmartphoneLaut KIM-Studie 2024 für Sechs- bis 13-Jährige - deutlich weniger, als viele Eltern vermuten.
- WhatsApp bleibt die wichtigste App84 Prozent der Jugendlichen nennen WhatsApp laut JIM 2025 zu ihren wichtigsten Apps, deutlich vor Instagram, Snapchat und TikTok.
- Unabhängig finanziertGetragen von Landesmedienanstalten und dem SWR, nicht von Plattformen oder Geräteherstellern.
- Kostenlos im Original nachlesenBeide Studien stehen vollständig als PDF auf mpfs.de, inklusive Pressemitteilung und Kurzfassung.
Häufige Fragen zu JIM und KIM
Was unterscheidet die JIM-Studie von der KIM-Studie?
Die JIM-Studie befragt seit 1998 jährlich Zwölf- bis 19-Jährige, die KIM-Studie seit 1999 alle zwei Jahre Sechs- bis 13-Jährige und ihre Haupterziehenden. Beide werden vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) durchgeführt, messen aber unterschiedliche Altersgruppen.
Wie oft erscheinen JIM und KIM?
Die JIM-Studie erscheint jährlich, zuletzt 2025. Die KIM-Studie erscheint seit 2008 durchgehend alle zwei Jahre, zuletzt 2024.
Wer führt die Studien durch und wer finanziert sie?
Beide Studien stammen vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs), einem Kooperationsprojekt der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und des Südwestrundfunks (SWR).
Wo finde ich die vollständigen Studien?
Beide Studien stehen kostenlos als PDF auf mpfs.de, zusammen mit Pressemitteilung und Kurzfassung für einen schnelleren Überblick.
Wollen Sie aus den Zahlen konkrete Regeln für Ihre Familie ableiten, hilft ein Blick auf Medienregeln in der Familie: was wirklich hält. Zur Einordnung der eigenen Nutzungszeit passt die Übersicht Medienzeit für Kinder nach Alter. Wer unsicher ist, ob die Nutzung des eigenen Kindes noch im üblichen Rahmen liegt, findet in Ist mein Kind handysüchtig? Der Elternfragebogen gibt Antwort eine konkretere Einschätzung als jeder Studiendurchschnitt.
Zuletzt geprüft am 09.10.2026
Quellen
- JIM-Studie - Übersicht · Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs) · 15.10.2026
- JIM-Studie 2025: Jugend, Information, Medien · Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs) · 14.11.2025
- KIM-Studie (Studienübersicht) · Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs) ·
- KIM-Studie 2024. Kindheit, Internet, Medien. Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger · Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs) · 01.05.2025
- Über uns · Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs) ·
Redaktioneller Stand
- Geprüft am
- 09.10.2026
- Geprüft von
- Redaktion medienbewusst.de
- Belege
- 5 Quellen, unten vollständig aufgeführt
- Wiedervorlage
- 08.10.2028
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