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Ist mein Kind handysüchtig? Der Elternfragebogen gibt Antwort

Ein Elternteil sitzt auf dem Sofa und kreuzt handschriftlich Punkte auf einem gedruckten Fragebogen an, während das Smartphone des Kindes daneben liegt.
Acht Fragen zeigen mehr über den Umgang mit Medien als jede Uhrzeit.

Acht Fragen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit helfen einzuschätzen, ob die Mediennutzung Ihres Kindes ein Problem wird - entscheidend ist, wie lange das Verhalten schon besteht.

Eine sichere Antwort kann nur eine Fachperson geben, aber Sie müssen nicht raten. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit hat für genau diese Frage einen Elternfragebogen entwickelt: acht kurze Fragen, sechs zum Verhalten und zwei zur Dauer - keine Stundenzahl. Er misst nicht, wie lange Ihr Kind online ist, sondern ob sich sein Verhalten verändert hat und seit wann. Weiter unten finden Sie die sechs Verhaltensfragen als Checkliste und erfahren, wann die Dauer den Ausschlag gibt.

Was der Fragebogen zeigt - und was nicht

Die sechs Verhaltensfragen

Der Fragebogen stammt vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit und gehört zum Programm Ins Netz gehen. Gehen Sie die folgenden sechs Aussagen für Ihr Kind durch. Trifft keine zu, ist laut BIÖG ein normales Verhältnis zu digitalen Medien wahrscheinlich. Trifft mindestens eine zu, lesen Sie im Anschluss den Hinweis zur Dauer - er entscheidet über das Ergebnis, nicht die Anzahl der Kreuze.

Sechs Verhaltensfragen, nach dem Elternfragebogen

Für jede zutreffende Aussage zählt ein Kreuz - das Ergebnis liefert erst der Hinweis danach.

  • Ihr Kind vernachlässigt Schule, Hobbys oder Freunde, weil es lieber im Internet ist oder Videospiele spielt.Frage 1 des Elternfragebogens.
  • Ihr Kind spart im Alltag bewusst Zeit ein, um länger online zu sein - etwa beim Essen, Schlafen oder Duschen.Frage 2.
  • Ihr Kind will schon direkt nach dem Aufstehen, auch vor der Schule, unbedingt ins Internet oder ein Spiel starten.Frage 3.
  • Ihr Kind wird wütend oder wirkt angespannt, wenn es nicht online darf.Frage 4.
  • Ihr Kind missachtet gemeinsam aufgestellte Regeln, obwohl es die Konsequenzen kennt.Frage 5.
  • Ihr Kind ist übermüdet, hungrig oder erschöpft und hört trotz Aufforderung nicht auf.Frage 6.

Was Sie mit dem Ergebnis tun

  1. Fragebogen gemeinsam oder für sich durchgehen

    Ehrlich beantworten ist wichtiger als schnell fertig zu sein. Schon ein Ja ist ein Grund, genauer hinzusehen. Ob es ein Hinweis auf stärkere Probleme ist, entscheiden die beiden Fragen zur Dauer, nicht die Zahl der Kreuze.

  2. Bei mindestens einem Ja die Dauerfrage prüfen

    Besteht das Verhalten seit einem Jahr, oder hat es sich schnell verändert? Davon hängt die Einordnung ab, nicht von der Anzahl der Kreuze.

  3. Das Gespräch ohne Vorwurf suchen

    Fragen Sie, was die Zeit online für Ihr Kind gerade bedeutet, statt nur die Stunden zu zählen.

  4. Rat holen

    Spätestens bei einem Ja zur Dauer, bei Sorge auch früher: Eine Beratungsstelle oder die Kinderärztin ordnet ein, was ein Fragebogen nicht kann.

  5. Anzeichen und Zahlen im Zusammenhang lesen

    Die Seite Mediensucht erkennen zeigt die aktuellen Zahlen und weitere Anzeichen im Überblick.

Häufige Fragen

Ab wann ist man handysüchtig?

Nach der Weltgesundheitsorganisation ist bislang nur die Computerspielstörung eine eigenständige Diagnose, mit einem Zeitkriterium von in der Regel zwölf Monaten. Für die allgemeine Handynutzung gibt es keine vergleichbare Schwelle. Praktischer als eine feste Grenze ist der Elternfragebogen weiter oben: Er fragt nach Verhalten und Dauer, nicht nach Stunden.

Gibt es einen Test, ob mein Kind handysüchtig ist?

Ja, den Elternfragebogen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit - er steht weiter oben als Checkliste. Jugendliche können auf derselben Seite auch selbst einen Test ausfüllen und erhalten dort eine eigene Rückmeldung.

Mein Kind ist laut Fragebogen auffällig - was tun?

Sprechen Sie ohne Vorwurf mit Ihrem Kind und suchen Sie gemeinsam Lösungen. Finden Sie keinen Zugang, hilft eine Beratungsstelle - dafür müssen Sie nicht abwarten. Wie sich Absprachen halten lassen, zeigt Medienregeln für die Familie.

Für die vollständige Einordnung mit aktuellen Zahlen und weiteren Anzeichen lesen Sie Mediensucht erkennen: woran Eltern sie wirklich sehen. Vereinbarungen halten oft besser, wenn sie gemeinsam in Medienregeln für die Familie entstehen. Viele Eltern kennen die Lage: Reden hilft nicht, an vereinbarte Abmachungen wird sich nicht gehalten und das Handy wegnehmen sorgt vor allem bei Teenagern für Streitereien. Deshalb ordnet der Fragebogen weiter oben das Verhalten erst ein, bevor Sie über Konsequenzen sprechen - was ein Verbot bewirkt, zeigt Handy wegnehmen.

Zuletzt geprüft am 08.09.2026 · fachlich geprüft

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
08.09.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
6 Quellen, unten vollständig aufgeführt
Wiedervorlage
07.03.2027

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