Medienzeit für Kinder: Tabelle nach Alter
Wie viel Medienzeit ist welchem Alter empfohlen? Die Tabelle von unter 3 bis 18 Jahren mit Bildschirm-, Hör- und Lesemedien getrennt, jede Zahl mit der Stelle, die sie empfiehlt - und wofür die 3-6-9-12-Regel steht.
Die Frage lautet meist „wie viele Minuten?“, und eine amtliche Tabelle dafür gibt es nur bis zum Alter von neun Jahren. Bis 18 reicht die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). Was es gibt, steht hier vollständig in einer Tabelle - mit dem Namen der Stelle, die es empfiehlt.
Medienzeit nach Alter: die Tabelle
| Alter | Bildschirmmedien | Hörmedien | Bücher | Empfohlen von |
|---|---|---|---|---|
| unter 3 Jahre | am besten gar nicht | höchstens 30 Minuten | regelmäßig anschauen und vorlesen | BIÖG |
| 3 bis 6 Jahre | zusammen höchstens 30 Minuten | höchstens 45 Minuten | regelmäßig anschauen und vorlesen | BIÖG |
| 6 bis 9 Jahre | zusammen höchstens 30 bis 45 Minuten (BIÖG-Handout 2025: 45 Minuten) | höchstens 60 Minuten | regelmäßig vorlesen und lesen | BIÖG, DGKJ-Leitlinie, klicksafe |
| 9 bis 12 Jahre | höchstens 45 bis 60 Minuten | keine Angabe | keine Angabe | DGKJ-Leitlinie, klicksafe |
| 12 bis 16 Jahre | höchstens 1 bis 2 Stunden, bis spätestens 21 Uhr | keine Angabe | keine Angabe | DGKJ-Leitlinie |
| 16 bis 18 Jahre | Orientierungswert 2 Stunden | keine Angabe | keine Angabe | DGKJ-Leitlinie |
Was zählt überhaupt als Medienzeit?
Das ist die Frage, an der die meisten Familienregeln scheitern - und die amtliche Tabelle beantwortet sie, indem sie drei Gattungen getrennt führt.
- Hörspiele und Musik sind keine Bildschirmzeit. Sie haben eine eigene, deutlich längere Empfehlung - bei 6- bis 9-Jährigen 60 Minuten gegenüber 45 Minuten Bildschirm. Ein Hörspiel beim Aufräumen ist also nicht dasselbe wie eine Folge auf dem Tablet, auch wenn beides „Medien“ sind.
- Bücher und Bilderbücher haben keine Obergrenze. In der Tabelle steht dort keine Minutenzahl, sondern „regelmäßig“.
- Schule und Hausaufgaben am Gerät sind nicht gemeint. Die Empfehlungen beziehen sich auf die freizeitliche Nutzung. Wer die Schulstunden am Tablet gegen das Freizeitkonto rechnet, bestraft das Kind für den Stundenplan.
- Gemeinsam angesehen ist etwas anderes als allein. Das BIÖG empfiehlt ausdrücklich Begleitung - und eine gemeinsam angesehene Sendung, über die danach gesprochen wird, leistet etwas, das dieselbe Sendung allein nicht leistet.
Die 3-6-9-12-Regel - und was sie wirklich sagt
Diese Regel wird in Elternratgebern regelmäßig als Zeitregel geführt. In erster Linie ist sie keine: Der französische Psychiater Serge Tisseron hat sie 2008 vorgestellt, und sie beantwortet eine andere Frage: ab welchem Alter welcher Zugang. Minuten nennt er nur für 3- bis 6-Jährige: mit drei eine halbe, mit sechs höchstens eine Stunde am Tag. BIÖG und DGKJ-Leitlinie nennen dafür höchstens 30 Minuten.
Kein Bildschirm vor drei Jahren
„Pas d'écran avant trois ans.“ Deckt sich mit der Empfehlung des BIÖG, das für unter Dreijährige „am besten gar nicht“ schreibt.
Kein eigenes digitales Gerät vor sechs Jahren
„Pas d'outil numérique personnel avant six ans.“ Gemeint ist das Eigentum, nicht die Nutzung: mitbenutzen ja, eigenes Tablet nein.
Kein begleitetes Internet vor neun Jahren
„Pas d'Internet accompagné avant neuf ans.“ Also ab neun ins Netz - aber in Begleitung.
Kein Internet allein vor zwölf Jahren
„Pas d'Internet seul avant 12 ans révolus“ - vor dem vollendeten zwölften Lebensjahr. Das ist die Marke, die am häufigsten übersprungen wird.
2020 hat Tisseron die Marken zu 3-6-13-18 erweitert, um den Umgang mit künstlicher Intelligenz einzubeziehen. Wer die alte Fassung zitiert, zitiert also eine Regel von 2008 - für die Frage „ab welchem Alter welcher Zugang“ ist sie weiterhin die klarste Antwort, die es gibt.
Wochenkonto statt Tagesration
Bei Kindern ab etwa neun Jahren empfiehlt klicksafe, die Zeit nicht täglich abzuzählen, sondern als wöchentliches Zeitkonto zu vergeben: „Ein wöchentliches Zeitkonto kann helfen, flexible Mediennutzung zu ermöglichen.“ Das hat zwei praktische Vorteile, die jeder kennt, der schon einmal am Sonntagabend um zwanzig Minuten verhandelt hat.
- Das Kind darf selbst einteilen - unter der Woche weniger, am Samstag ein Film in ganzer Länge. Das ist die Übung, um die es eigentlich geht.
- Es gibt weniger Tagesstreit. Wer sein Konto leer hat, verhandelt nicht mit den Eltern, sondern mit seiner eigenen Einteilung von Montag.
Warum die Zahl allein nicht reicht
Eine eingehaltene Minutenzahl ist kein Gütesiegel, und eine überschrittene ist kein Alarm. Das BIÖG sagt das selbst: Ob Mediennutzung problematisch wird, hängt nicht allein an der Dauer, sondern auch daran, ob das Kind die Nutzung steuern kann und ob Schule, Freunde und Schlaf darunter leiden.
Welche Anzeichen wirklich zählen - und welche nicht - steht auf unserer Seite Mediensucht erkennen. Dort stehen auch die acht Symptome, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt, und die aktuellen Zahlen für Deutschland.
Was mehr trägt als die Minutenzahl
Vier Regeln aus denselben Quellen.
- Mahlzeiten und die Stunde vor dem Schlafengehen bildschirmfrei haltenBeim BIÖG steht sie mit Ausrufezeichen: „Abschalten!“ Sie hängt an der Uhrzeit, nicht an einer Stoppuhr.
- Dabeibleiben und hinterher darüber sprechenDas BIÖG empfiehlt die Nutzung „möglichst in Begleitung der Eltern“, klicksafe: „Inhalte sollten weiterhin gemeinsam besprochen werden.“
- Ab etwa neun Jahren ein Wochenkonto vergebenDas Kind teilt selbst ein; klicksafe nennt das wöchentliche Zeitkonto ausdrücklich.
- Die Regeln aufschreiben, für alle im Hausklicksafe empfiehlt einen Mediennutzungsvertrag, das BIÖG „verpflichtende Vereinbarungen für die ganze Familie“ und erinnert an die „wichtige Vorbildfunktion“ der Eltern.
Was Eltern tatsächlich tun
Die DAK-Mediensuchtstudie fragt seit 2019 auch die Eltern, und die Antworten zeigen, wo Regeln im Alltag ankommen und wo sie wegbrechen. Im Herbst 2025 gaben von den Eltern 10- bis 13-Jähriger 75,5 Prozent an, Zeitregeln zu setzen. Bei den Eltern 14- bis 17-Jähriger waren es 39,6 Prozent.
Inhaltsregeln halten sich deutlich besser (89,5 gegenüber 62,5 Prozent), und Gespräche über die Nutzung bleiben in beiden Altersgruppen bei etwa 60 bis 79 Prozent fast gleich. Was daraus folgt, ist unbequem und nützlich: Die Zeitregel ist das Instrument, das mit dem Alter zuerst verschwindet. Wer möchte, dass mit 15 noch etwas wirkt, baut es besser auf Gespräch und Inhalt als auf Minuten.
Häufige Fragen
Wie viel Medienzeit ist für welches Alter empfohlen?
Bis 3 Jahre am besten keine Bildschirmzeit, 3 bis 6 Jahre zusammen höchstens 30 Minuten, 6 bis 9 Jahre höchstens 30 bis 45 Minuten, beides möglichst nicht täglich; 9 bis 12 Jahre 45 bis 60 Minuten, 12 bis 16 Jahre 1 bis 2 Stunden bis spätestens 21 Uhr, 16 bis 18 Jahre 2 Stunden als Orientierungswert. Die Zeiten gelten für alle Geräte zusammen und meinen die freizeitliche Nutzung, nicht die Schule.
Sind Hörspiele Medienzeit?
Sie zählen nicht zur Bildschirmzeit. Die Tabelle des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit führt Hörmedien getrennt und erlaubt mehr: bei 6- bis 9-Jährigen 60 Minuten gegenüber 45 Minuten Bildschirm. Bücher haben gar keine Obergrenze.
Was ist die 3-6-9-12-Regel?
Vor allem vier Altersschwellen für den Zugang, 2008 von Serge Tisseron vorgestellt: kein Bildschirm vor 3 Jahren, kein eigenes Gerät vor 6, kein begleitetes Internet vor 9, kein Internet allein vor dem vollendeten 12. Lebensjahr. Minuten nennt Tisseron nur für 3- bis 6-Jährige. 2020 hat Tisseron sie zu 3-6-13-18 erweitert, um KI einzubeziehen.
Gilt die Zeit pro Gerät oder für alle zusammen?
Für alle zusammen. 20 Minuten Handy und 25 Minuten Fernsehen sind bei einem Achtjährigen schon die vollen 45 Minuten - nicht zweimal 45.
Zählen Hausaufgaben am Tablet mit?
Nein. Die Empfehlungen beziehen sich auf die freizeitliche Nutzung. Schulische Nutzung gegen das Freizeitkonto zu rechnen, bestraft das Kind für den Stundenplan.
Warum gibt es für 10- und 11-Jährige keine eigene Zahl?
Weil die Herausgeber in Spannen arbeiten: Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit führt seine Tabelle nur bis 9 Jahre, die DGKJ-Leitlinie und klicksafe fassen 9 bis 12 zusammen (45 bis 60 Minuten). Für ein zehnjähriges Kind ist das die zuständige Angabe - eine genauere gibt es nicht, und wer eine nennt, hat sie sich ausgedacht.
Wie aus der Zahl eine Regel wird: Medienregeln in der Familie. Was gilt, wenn sie gebrochen wird: Darf ich meinem Kind das Handy wegnehmen?
Zuletzt geprüft am 28.09.2026
Quellen
- Les balises 3-6-9-12 · 3-6-9-12.org, Serge Tisseron · 01.01.2008
- Themendossier „Ins Netz gehen“ · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · 01.01.2025
- Wie oft und wie lange dürfen Kinder Medien nutzen? (PDF-Handout) · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de · 01.09.2025
- Wie oft und wie lange dürfen Kinder Medien nutzen? (Tabelle) · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de · 01.09.2025
- Medienleitlinie für Eltern: Die wichtigsten Empfehlungen für den Umgang mit Smartphone, Computer, Spielkonsole und TV in der Familie · Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Elternfassung der Leitlinie 027-075 · 01.06.2026
- Leitlinie zur Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend (S2k, AWMF-Register 027-075), Langfassung · Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), federführend, mit weiteren Fachgesellschaften und der BZgA · 15.07.2023
- Leitlinie zur Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend (Webfassung) · Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), medienleitlinie.de · 01.07.2023
- Problematische Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Ergebnisbericht 2025/2026 · Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, im Auftrag der DAK-Gesundheit · 24.03.2026
- Problematische Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Ergebnisbericht 2025/2026 (korrigierte Fassung vom 08.09.2026) · Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ), UKE, im Auftrag der DAK-Gesundheit · 24.03.2026
- Bildschirmzeiten bei Kindern von 6 bis 12 Jahren · klicksafe (Medienanstalt Rheinland-Pfalz) · 01.12.2025
- Serge Tisseron (Biographie) · sergetisseron.com · 08.10.2026
Redaktioneller Stand
- Geprüft am
- 28.09.2026
- Geprüft von
- Redaktion medienbewusst.de
- Belege
- 11 Quellen, unten vollständig aufgeführt
- Wiedervorlage
- 28.09.2027
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