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Kinder-Medien-Camp Ilmenau: Das Interview mit Campleiter Thomas Helbig

Kinderhände an einem Tisch mit einem Aufnahmegerät, Kopfhörern und einem handgeschriebenen Hörspiel-Skript.
Nicht nur zuschauen, sondern selbst produzieren: Das war beim Kinder-Medien-Camp der Kern - und bleibt das beste Kriterium für ein gutes Medien-Feriencamp.

Das Kinder-Medien-Camp war ein Ferienangebot bei Ilmenau, bei dem Kinder eigene Hörspiele produzierten. Das Interview mit Campleiter Thomas Helbig von 2008 im Wortlaut - und der Stand heute.

Beim Kinder-Medien-Camp verbrachten Kinder mehrere Ferientage bei Ilmenau in Thüringen und produzierten in Workshops eigene Medienprodukte, etwa ein selbst aufgenommenes Hörspiel - organisiert von Studierenden der TU Ilmenau über die Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V. (FeM e.V.). Bei einer Prüfung im Oktober 2026 war die damalige Camp-Webseite nicht mehr erreichbar, und der Trägerverein führt das Camp nicht mehr in seiner aktuellen Projektliste. Das Interview mit Mitorganisator Thomas Helbig aus dem Jahr 2008 steht weiter unten im Wortlaut.

Das Camp auf einen Blick

WasAngabe
OrtIlmenau / Ilm-Kreis, Thüringen
Träger (2008)FeM e.V. an der TU Ilmenau, gelistet beim Kreisjugendring Ilm-Kreis e.V.
AngebotMehrtägiges Ferien-Workshopprogramm zu Medien, unter anderem eine Hörspiel-Produktion
Stand heute (geprüft 04.10.2026)Camp-Webseite nicht erreichbar, in der aktuellen FeM-Projektliste nicht mehr aufgeführt

Wer Thomas Helbig ist

Thomas Helbig ist Student der Mechatronik an der TU Ilmenau. Mag die Wahl des Studiengangs nicht offensichtlich eine Verbindung zu Medien nahe legen, ist Thomas doch seit mittlerweile sechs Jahren in verschiedenen Vereinen und Projekten an der TU Ilmenau ehrenamtlich tätig, unter anderem in der Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V. (FeM e.V.).

Über diese kam er 2006 zum Kinder-Medien-Camp, als er half, die FeM e.V. als Projektträger zu gewinnen. Dies geschah ein Jahr nach Gründung des Camps im Rahmen einer studentischen Arbeit von Katrin Kegler und Katy Schädlich. Seitdem gehört Thomas zu den leitenden Organisatoren - ein guter Grund dafür, ihn und seine Arbeit im Interview näher kennenzulernen.

Das Interview im Wortlaut (2008)

medienbewusst.de: Thomas, denkst du, dass es wichtig ist, Kindern den Umgang mit Medien näher zu bringen und die Medienkompetenz zu fördern?

Ich finde es ist enorm wichtig, den Kindern so früh wie möglich den verantwortungsvollen Umgang mit Medien näher zu bringen. In der heutigen Zeit kommen die Kinder immer früher mit den unterschiedlichsten Formen von Medien in Kontakt. Sie müssen daher schnell lernen, welchen Informationen und Quellen sie trauen dürfen, wie sie sich selber schützen können und nicht zuletzt was Realität ist und was nicht.

Siehst du in der zunehmenden Medialisierung und Technisierung eher Gefahren oder Möglichkeiten für Kinder?

Ich sehe genau genommen beides. Zum Einen bestehen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Nie war es so einfach an Wissen und Informationen heran zu kommen. Zum Anderen bestehen dabei jedoch auch große Gefahren, für die Kinder früh genug sensibilisiert werden müssen. Falschinformationen oder Verzerrung der Realität durch unterschiedliche Berichterstattung im Internet und im Fernsehen, Abonnement-Fallen im Telekommunikationsbereich bis hin zu fehlender körperlicher Ertüchtigung sind nur einige wenige Beispiele, die jedoch gut die große Bandbreite bestehender Risiken verdeutlichen.

Hast du ein persönliches Interesse daran gerade Kindern Medien näher zu bringen?

Mein persönliches Interesse daran hat sich im Laufe der Zeit mit dem Kinder-Medien-Camp und anderen Veranstaltungen, wie der Messe Kinder-Kult in Erfurt, mehr und mehr verstärkt. Dabei ist mir vor allem eins klar geworden: Ich bin in einer Generation groß geworden, die mit den jetzigen Medien gewachsen ist.

Die heutigen Kinder werden genau genommen mit einem Mal in eine riesige bunte Welt geworfen, die sie mit den unterschiedlichsten Reizen absolut überflutet. An dieser Stelle sollten sie eigentlich Anleitung von ihren Eltern oder den Lehrern erhalten. Doch diese sind zum Großteil selbst durch die rasende Entwicklung der elektronischen Medien überfordert. In meinen Augen steht daher meine Generation in gewisser Weise in der Pflicht Hilfestellungen zu geben.

Könntest du kurz beschreiben, was die Medien-Workshops bieten? Wie viel Freiraum haben die Kinder?

Die Workshops bieten den Kindern genau genommen sehr viel, da von Anfang versucht wird sie voll zu integrieren. Sie sollen unter Anleitung gezielt eigenständig handeln und damit ihre eigenen Ideen und Kreativität einbringen.

Beim Workshop Hörspiel beispielsweise bekommen die Kinder die grundlegenden Mittel in die Hand, mit denen man ein Hörspiel machen kann. Wie sie aber etwa gewisse Geräusche „einfangen“ oder imitieren können, dabei müssen sie sich schon selber einbringen. Dadurch entsteht unter Anleitung der Workshopleiter ein kompletter kreativer Prozess.

Die Kinder denken sich selber eine Geschichte aus, die sie erzählen wollen. Überlegen sich dann, wie sie diese umsetzen können und halten am Ende des Kinder-Medien-Camps das fertige „Produkt“ in den Händen. Allein dadurch, dass die Kinder so etwas selber gemacht haben, lernen sie auch die Dinge zu hinterfragen, die sie alltäglich erleben.

Was glaubst du nehmen die Kinder von den Workshops mit?

Das ist für mich schwer zu sagen, da ich selber hauptsächlich im Hintergrund tätig bin und mich weniger an den Workshops direkt beteilige. Ich glaube aber, dass die Kinder sehen, was sie selber schaffen können in Bereichen, die sie bisher nur von außen kannten. Mit Sicherheit werden sie dadurch auch viele Dinge eher verstehen und tiefgründig hinterfragen können.

Schon 2008: Eine ungewisse Zukunft

Trotz starker Nachfrage ist die Zukunft des Kinder-Medien-Camps unklar, da das Projekt von ehrenamtlichen Helfern, in der Regel von Studenten, abhängig ist. Diese zu finden wird immer schwerer. Daran sind vor allem die veränderten Prüfungszeiten Schuld, die mit der Ferienzeit der Kinder kollidieren. Dies stellte schon in diesem Jahr ein erhebliches Problem dar. Es wird aber über eine Lösung und eine eventuelle Terminverlegung des Kinder-Medien-Camps nachgedacht, damit dieses außergewöhnliche Angebot auch in Zukunft bestehen kann.

Was heute gilt: Gibt es das Camp noch?

Eine endgültige Antwort lässt sich nicht geben, aber die Befunde sind eindeutig: Bei einer Prüfung am 4. Oktober 2026 ließ sich die frühere Camp-Webseite kindermediencamp.de nicht mehr aufrufen, die Domain war nicht registriert. Der Trägerverein FeM e.V. an der TU Ilmenau besteht weiterhin, führt in seiner aktuellen Projektübersicht aber nur noch ein einziges Projekt - und das Kinder-Medien-Camp gehört nicht dazu. Auch die Vereinsgeschichte auf der FeM-Seite erwähnt es nicht mehr.

Ob das Camp eingestellt wurde oder nur online nicht mehr sichtbar ist, bleibt offen. Für Eltern heißt das: Vor einer Anmeldung über einen wiederentdeckten Link immer zuerst prüfen, ob die Seite noch aktiv ist und die Veranstaltung tatsächlich noch stattfindet.

Ähnliche Ferienangebote finden

  1. Beim Kreisjugendring oder Jugendamt nachfragen

    Medienkompetenz-Feriencamps werden häufig über den Kreisjugendring oder das städtische Jugendamt organisiert oder zumindest gelistet - wie es 2008 beim Kreisjugendring Ilm-Kreis der Fall war.

  2. Nach dem Konzept fragen

    Fragen Sie, ob Kinder selbst etwas produzieren, etwa ein Hörspiel oder einen Trickfilm, statt nur zuzuschauen - das war beim Kinder-Medien-Camp der pädagogische Kern.

  3. Betreuung und Qualifikation klären

    Fragen Sie, wer die Workshops leitet und wie viele Kinder auf eine betreuende Person kommen.

  4. Erreichbarkeit vorher prüfen

    Rufen Sie die Anmeldeseite kurz vor der Anmeldung noch einmal auf - ehrenamtlich getragene Angebote wie das Kinder-Medien-Camp verschwinden manchmal ohne Ankündigung.

Zum Mitnehmen

Woran Sie ein gutes Medien-Feriencamp erkennen

Vier Punkte, unabhängig vom Anbieter:

  • Kinder gestalten selbst, statt nur zuzuschauen.Hörspiel, Trickfilm oder Foto - das Produzieren war schon beim Kinder-Medien-Camp der Kern.
  • Die Gruppengröße passt zur Zahl der Betreuenden.Fragen Sie das konkret nach, bevor Sie anmelden.
  • Eine feste Stelle wie Kreisjugendring oder Jugendamt steht dahinter.Die bleibt erreichbar, auch wenn eine einzelne Projekt-Webseite irgendwann offline geht.
  • Die Anmeldeseite ist aktuell und funktioniert.Ein Angebot ohne erreichbare Webseite oder Kontakt ist meist nicht mehr aktiv.

Gibt es das Kinder-Medien-Camp in Ilmenau noch?

Ein aktueller Nachweis dafür fand sich bei einer Prüfung am 4. Oktober 2026 nicht: Die Camp-Webseite war nicht erreichbar, und der Trägerverein FeM e.V. führt das Projekt nicht mehr in seiner Übersicht.

Was war das Kinder-Medien-Camp?

Ein mehrtägiges Ferienangebot bei Ilmenau, bei dem Kinder unter Anleitung Studierender eigene Medienprodukte wie ein Hörspiel produzierten, organisiert über die Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V. (FeM e.V.).

Wer ist Thomas Helbig?

Thomas Helbig studierte 2008 Mechatronik an der TU Ilmenau und gehörte als ehrenamtliches Mitglied von FeM e.V. zu den leitenden Organisatoren des Kinder-Medien-Camps. Aktuelle Angaben zu seiner Person liegen der Redaktion nicht vor.

Wenn Ihr Kind lieber selbst ein Hörspiel oder einen Trickfilm macht, statt nur zuzuschauen: Wie das zu Hause gelingt, steht unter Trickfilm, Foto und Podcast: Medien selbst gestalten und unter Podcasts und Hörspiele für Kinder. Einen Überblick über Medienkompetenz insgesamt gibt Medienkompetenz und Medienbewusstsein.

Zuletzt geprüft am 05.10.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
05.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
2 Quellen, unten vollständig aufgeführt
Wiedervorlage
04.10.2028

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