Gefährliche Challenges im Internet: Was Eltern tun können
Viele Challenges sind harmloser Spaß, riskant sind etwa Ohnmachts-Mutproben wie die Blackout Challenge. Dann gilt: nicht weiterleiten, melden und mit dem Kind sprechen.
Viele Challenges in sozialen Medien sind harmloser Spaß: Wasser über den Kopf schütten, eine Plastikflasche mit dem Fuß öffnen, eine Fitnessübung wie die Plank Challenge. Gefährlich wird es bei Mutproben, die zu gesundheitsgefährdendem Verhalten animieren, etwa die Hot Chip Challenge, die Blackout Challenge oder der sogenannte Piloten Test. Sieht Ihr Kind ein solches Video oder soll es mitmachen, sprechen Sie es direkt an, verbreiten Sie das Video nicht weiter und melden Sie es bei der Plattform, bei internet-beschwerdestelle.de oder bei jugendschutz.net.
Was eine Challenge ist und welche Beispiele es gibt
Challenges sind Mutproben, die sich über Videos auf TikTok, YouTube oder in Gruppenchats verbreiten: Teilnehmende filmen sich bei einer Aufgabe und nominieren oft weitere Personen. Bekannt wurde das Prinzip 2014 mit der Ice Bucket Challenge, bei der sich Menschen einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf schütteten, um auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam zu machen. Seitdem folgten viele Varianten, von der harmlosen Plank Challenge bis zur Hot Chip Challenge mit extrem scharfen Chips. Laut klicksafe (Stand August 2026) können riskante Mutproben bis hin zu schweren gesundheitlichen Schäden führen.
| Challenge | Worum es geht | Einordnung |
|---|---|---|
| Ice Bucket Challenge | Eimer kaltes Wasser über den Kopf schütten, ursprünglich für eine Spendenaktion | Harmlos |
| Plank Challenge, Bottle Cap Challenge | Liegestütz-Haltung halten oder einen Flaschendeckel per Tritt öffnen | Harmlos |
| Hot Chip Challenge, One Chip Challenge | Einen extrem scharfen Chip essen | Riskant laut klicksafe |
| Blackout Challenge, Piloten Test | Mutproben, bei denen gezielt eine Ohnmacht herbeigeführt wird | Riskant laut klicksafe, kann zu schweren gesundheitlichen Schäden führen |
Warum aus einer Mutprobe ein Notfall werden kann
Mutproben gab es auch vor dem Internet, um sich mit anderen zu messen oder Anerkennung in der Gruppe zu bekommen. Social Media verstärkt das: Likes und Nominierungen setzen Kinder und Jugendliche unter Druck, mitzumachen, auch wenn sie das selbst nicht wollen. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, die bereits mit Essstörungen, Selbstverletzung oder Suizidgedanken kämpfen - für sie können Darstellungen riskanter Challenges destabilisierend wirken, so klicksafe (Stand August 2026).
Was Sie heute tun können
Ansprechen statt verurteilen
Fragen Sie, welche Challenges in der Klasse oder im Gruppenchat aktuell kursieren, ohne alle Challenges pauschal als gefährlich hinzustellen - das klingt laut TikToks Sicherheitscenter nicht glaubhaft. Besprechen Sie auch, dass unter riskanten Challenges viele Fakes kursieren (klicksafe).
Video nicht weiterleiten
Teilen oder posten Sie das Video einer gefährlichen Challenge nicht, auch nicht als Warnung - laut klicksafe kann das dazu führen, dass die Challenge weiter verbreitet wird.
Gefährliche Inhalte melden
Melden Sie das Video bei der Plattform selbst sowie bei internet-beschwerdestelle.de oder jugendschutz.net - beide Stellen nehmen Meldungen zu selbstgefährdenden Challenges entgegen (klicksafe, Stand August 2026).
Schule und andere Eltern informieren
Geht eine gefährliche Challenge im Freundeskreis oder in der Klasse um, informieren Sie die Klassenleitung und andere Eltern, damit mehr Erwachsene reagieren können.
Im Notfall 112, für Gespräche Beratung
Ist Ihr Kind nach einer Challenge bewusstlos oder verletzt oder sagt es, dass es sich etwas antun will, rufen Sie sofort den Notruf 112 (mit SIM-Karte). Für Gespräche: Elterntelefon 0800 111 0550, montags, mittwochs und freitags von 9 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags von 9 bis 19 Uhr. Ihr Kind selbst erreicht das Kinder- und Jugendtelefon unter 116 111, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr. Nachts und am Wochenende: TelefonSeelsorge 0800 111 0 111, rund um die Uhr und kostenfrei.
Richtig reagieren auf einen Blick
Checkliste: Richtig reagieren
Ihre Haken werden nicht gespeichert.
Häufige Fragen zu Challenges
Was ist eine Internet-Challenge?
Eine Mutprobe, die sich über Videos auf TikTok, YouTube oder in Gruppenchats verbreitet: Teilnehmende filmen sich bei einer Aufgabe und nominieren oft weitere Personen.
Sind Challenges bei TikTok gefährlich?
Viele nicht: Laut TikTok selbst sind viele Challenges „lustig und sicher“. Gefährliche Challenges verbietet TikTok in den Community-Richtlinien und bittet darum, sie zu melden statt sie zu teilen.
Was tue ich, wenn mein Kind eine gefährliche Challenge nachmachen will?
Sprechen Sie offen darüber, ohne alle Challenges zu verurteilen, und machen Sie klar, dass Sie gemeinsam das Risiko einschätzen - nicht die Gruppe.
Challenges sind oft mit anderen Gruppendruck-Phänomenen verknüpft: Kettenbriefe auf WhatsApp warnen teils vor erfundenen Gefahren und verbreiten sich nach demselben Muster. Wie viel elterliche Kontrolle altersgerecht ist, beschreibt die Seite zur Privatzone Handy, und was ständiger Vergleich mit anderen mit der Stimmung von Kindern macht, die Seite zu sozialen Medien und Gesundheit.
Zuletzt geprüft am 08.10.2026 · fachlich geprüft
Quellen
- Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige - Notrufnummer 112 · Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS)
- Nummer gegen Kummer - Kinder- und Jugendtelefon, Elterntelefon · Nummer gegen Kummer e. V.
- TelefonSeelsorge - Beratung Tag und Nacht · TelefonSeelsorge Deutschland
- Sicherheitszentrum: Online-Challenges · TikTok
- Challenges bei TikTok, YouTube & Co. - Mutproben im Netz · klicksafe (EU-Initiative für mehr Sicherheit im Internet) · 01.08.2026
Redaktioneller Stand
- Geprüft am
- 08.10.2026
- Geprüft von
- Redaktion medienbewusst.de
- Belege
- 5 Quellen, unten aufgeführt
- Wiedervorlage
- 06.04.2027
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