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Kettenbriefe auf WhatsApp: Was Eltern tun können

Ein Kind sitzt abends mit dem Handy auf der Treppe, ein Elternteil sitzt beruhigend eine Stufe darunter.
Ruhig bleiben und zuhören wirkt gegen einen Kettenbrief besser als sofort zu reagieren.

Kettenbriefe auf WhatsApp sind fast immer erfundene Drohungen. Wird die Nachricht nicht weitergeleitet, passiert nichts - nur bei einer echten Drohung braucht es mehr.

Ein Kettenbrief ist eine Nachricht, die verlangt, sie an mehrere Personen weiterzuleiten, und androht, dass sonst etwas Schlimmes passiert. Auf WhatsApp verbreitet sich so eine Nachricht in Minuten, weil das Weiterleiten nur einen Fingertipp braucht. Fast immer ist die angedrohte Gefahr erfunden: Wird die Nachricht nicht weitergeschickt, passiert nichts. Für ein Kind ist das nicht selbstverständlich - es kann eine erfundene Drohung nicht von einer echten Warnung unterscheiden, und genau darauf setzen Kettenbriefe.

„Leite diese Nachricht in 24 Stunden an zehn Personen weiter, oder dir geschieht etwas Schlimmes.“ - Wenn ein Kind diese Nachricht auf Whatsapp oder Facebook bekommt, dann kann die Angst groß sein. Denn Kinder können nicht wissen, dass diese Texte nicht nur unecht sind, sondern zudem Gefahren wie Viren, Trojaner und Abo-Fallen beinhalten können. Daher ist die richtige Aufklärung von Seiten der Eltern das A und O.

Was Kettenbriefe sind und warum sie sich auf WhatsApp verbreiten

Früher liefen Kettenbriefe per Post oder E-Mail, heute vor allem über WhatsApp, aber auch über Telegram, Signal, Instagram und TikTok - manche inzwischen mit Bildern oder Sprachnachrichten aus künstlicher Intelligenz, die besonders echt wirken (klicksafe, Stand Oktober 2025). Sie treten oft in Wellen auf, gerade zu Schulbeginn: Verliert ein Kettenbrief an Reiz, tritt der nächste an seine Stelle.

Immer häufiger ereilen uns nervige Kettenbriefe auf Messangerdiensten wie WhatsApp und iMessage. Was früher noch per Post verschickt wurde, wird heute zehnmal so schnell über das Internet versendet und erreicht nicht nur unsere Handys, sondern auch die unserer Kinder. Diese können die oft bedrohlich klingenden Kettenbriefe nicht als Blödsinn einstufen und schicken diese weiter, aus Angst, dass die Nachricht die Wahrheit sagen könnte.

Die häufigsten Arten von Kettenbriefen

Klicksafe unterscheidet mehrere Muster. Der Angstmacher droht mit dem Tod von Angehörigen, eigener Lebensgefahr oder Monstern und wird oft durch Videos oder Sprachnachrichten verstärkt - das erklärt, warum gerade gruselige Kettenbriefe Kinder so sehr verunsichern. Andere Kettenbriefe zielen nicht auf Angst, sondern auf Gruppendruck oder wollen zum Klicken verleiten.

ArtWas Sie tun können
Angstmacher (Tod, Gefahr, Monster)Ruhig bleiben, erklären: Löschen hat keine Folgen
Sozialbarometer (Beliebtheit an Antworten gemessen)Gruppendruck ansprechen, niemand muss mitmachen
Klick-Köder (Link oder Datei)Nicht anklicken, Nachricht löschen
Gebühren-Schreck (angeblich teurer oder Konto weg)Ignorieren, ist frei erfunden
Aufruf zu einer Aktion (z. B. am selben Tag dasselbe tragen)Meist harmlos, wenn niemand gezwungen wird

Diese Nachrichten sind grundsätzlich immer Falschmeldungen, die absichtlich Angst schüren sollen. Meistens bleibt der Urheber der Nachrichten jedoch unbekannt, da der Text bereits unzählige Male verschickt worden ist, bevor dein Kind diesen erhält. Einzig die Bemerkung „Weitergeleitet“ auf WhatsApp deutet darauf hin, dass der Sender nicht gleichzeitig auch der Verfasser ist.

Wann ein Kettenbrief mehr als ein Kettenbrief ist

Was Sie heute tun können

  1. Ruhig bleiben und zuhören

    Fragen Sie, was genau in der Nachricht steht und von wem Ihr Kind sie bekommen hat, bevor Sie reagieren.

  2. Erklären, dass nichts passiert

    Erklären Sie Ihrem Kind, dass nichts Schlimmes passiert, wenn eine Kettennachricht nicht weitergeleitet wird - das rät auch klicksafe.

  3. Nachricht einordnen

    Prüfen Sie gemeinsam anhand der Tabelle oben, um welche Art Kettenbrief es sich handelt.

  4. Löschen statt weiterleiten

    Löschen Sie die Nachricht, öffnen Sie keine mitgeschickten Links oder Dateien - dahinter wird oft Schadsoftware geladen.

  5. Regeln für das nächste Mal

    Legen Sie gemeinsam fest, welche Nachrichten weitergeleitet werden dürfen und welche nicht.

  6. Bei einer echten Drohung: Polizei zuerst

    Enthält die Nachricht eine gezielte Drohung, Erpressung oder Aufforderung zu etwas Gefährlichem, folgen Sie dem Hinweis oben.

Checkliste: Kettenbrief bekommen

Kettenbrief bekommen - was jetzt zählt

Die wirksamsten Schritte zuerst.

  • Ruhe bewahren und zuhörenFragen Sie nach dem genauen Wortlaut, bevor Sie reagieren.
  • Die Angst ernst nehmenDie Drohung ist erfunden, die Sorge Ihres Kindes ist es nicht.
  • Nachricht löschen, Links nicht öffnenEin Klick auf mitgeschickte Links oder Dateien lädt oft Schadsoftware statt der versprochenen Inhalte.
  • Gemeinsam Regeln festlegenWas weitergeleitet werden darf, muss Ihr Kind im Moment nicht allein entscheiden.
  • In der Suchmaschine nachsehenEine Suche nach dem Wortlaut zeigt oft, dass der Kettenbrief schon bekannt ist.
  • Bei einer echten Drohung: Polizei vor dem BlockierenBeweise sichern, außer bei Nacktbildern - dann direkt zur Polizei, ohne Screenshot.

Häufige Fragen von Eltern

Was sind Kettenbriefe?

Nachrichten, die verlangen, sie an mehrere Personen weiterzuleiten, und androhen, dass sonst etwas Schlimmes passiert. Sie sind praktisch immer erfunden.

Sind Kettenbriefe gefährlich?

Die Drohung selbst stimmt fast nie. Gefährlich wird es, wenn ein mitgeschickter Link oder eine Datei Schadsoftware lädt, oder wenn eine Nachricht Ihr Kind ganz persönlich bedroht oder erpresst.

Was tun, wenn mein Kind einen Kettenbrief bekommt?

Zuhören, erklären, dass nichts passiert, wenn die Nachricht nicht weitergeleitet wird, und gemeinsam löschen. Nur bei einer echten, persönlichen Drohung braucht es mehr: Beweise sichern und die Polizei einschalten.

Kettenbriefe hängen oft mit anderen Onlinefallen zusammen: Ein mitgeschickter Link kann in eine Kostenfalle führen, und manche Nachrichten fordern zu riskanten Mutproben statt zum bloßen Weiterleiten auf - ein eigenes Thema unter gefährlichen Challenges. Wer sich grundsätzlicher mit Gefahren im Netz beschäftigen will, findet einen Überblick unter Sicherheit & Probleme.

Zuletzt geprüft am 29.09.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
29.09.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
5 Quellen, unten vollständig aufgeführt
Wiedervorlage
28.09.2028

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