Zum Inhalt springen
medienbewusst.de - kinder. medien. kompetenz.
Ist gerade etwas passiert? Zur Soforthilfe

Tablet in der Kita: Einsatz und Grenzen

Eine Fachkraft kniet neben einem Kind im Kita-Garten und zeigt auf ein Herbstblatt, während das Kind mit einem Tablet in einer robusten Schutzhülle ein Foto davon macht.
Ein Tablet wird zum Lernwerkzeug, wenn eine Fachkraft den Zweck vorgibt und dabei bleibt.

Tablets passen in die Kita, wenn sie ein Werkzeug bleiben: für Fotoprojekte und ausgewählte Apps unter Begleitung - mit Medienkonzept, Elterneinwilligung und festen Zeitgrenzen.

In der Kita eignet sich das Tablet für begleitete Fotoprojekte, die Portfolioarbeit und einzelne, vorher geprüfte Apps - nicht für freie Beschäftigung ohne Aufsicht. Pädagogisch trägt der Einsatz nur, wenn eine Fachkraft dabei bleibt, das Gerät einen klaren Zweck hat und das Team sich vorher auf eine Nutzungsdauer verständigt hat.

Wofür Tablets in der Kita taugen

Ein Tablet lohnt sich in der Kita dort, wo Kinder selbst etwas festhalten: beim Fotografieren im Garten, beim Dokumentieren eines Bauprojekts für das Portfolio oder bei einer einzelnen App, die eine Fachkraft vorher selbst ausprobiert hat. Als Ersatz für freies Spiel oder als Ruhigsteller zwischendurch eignet es sich nicht - dafür fehlt die pädagogische Begleitung, die den Unterschied macht.

Gut geeignet sind Apps, die Kinder zum Gestalten bringen - Zeichnen, Fotos bearbeiten, eigene kleine Hörspiele aufnehmen - statt Apps, die nur durchgewischt werden. Eine Fachkraft, die eine App vorher selbst durchgespielt hat, erkennt das meist an wenigen Minuten: Entscheidet die App etwas für das Kind, oder entscheidet das Kind?

Wie viel Bildschirmzeit ist zu viel

Wie lange ein Tablet in diesem Alter überhaupt sinnvoll ist, ist keine Frage des Bauchgefühls. Die miniKIM-Studie 2023 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest zeigt, dass Kinder im Kindergartenalter zu Hause längst Erfahrung mit dem Tablet mitbringen - in der Kita kommt es darauf an, was mit der Zeit vor dem Bildschirm geschieht, nicht nur, wie lange sie dauert.

AltersgruppeEmpfehlung der DGKJ-Leitlinie (2023)
0 bis 3 JahreKeine Bildschirmmedien, weder aktiv noch als Zuschauen.
3 bis 6 JahreHöchstens 30 Minuten an einzelnen Tagen, nicht ohne Anwesenheit der Eltern, mit geprüften Inhalten. In der Kita übernimmt die Fachkraft diese Rolle.

Das Medienkonzept als Grundlage

Ein Medienkonzept hält schriftlich fest, wofür das Tablet in der Einrichtung eingesetzt wird, wer es verantwortet und welche Regeln für Kinder und Team gelten. Ohne diese Absprache entscheidet der Zufall: mal läuft eine App zur Beschäftigung, mal entsteht ein Fotoprojekt, und niemand im Team weiß vom anderen. Das Konzept muss nicht lang sein - es muss im Team bekannt und mit den Eltern besprochen sein.

Sinnvoll ist, das Konzept im Team gemeinsam zu entwickeln und nicht von einer Person allein - dann tragen es auch Kolleginnen und Kollegen mit, die digitalen Medien eher skeptisch gegenüberstehen. Ein kurzer Rückblick im Jahresverlauf lohnt sich: Welche App läuft noch, welche nie, und wo hat sich die Nutzungsdauer von selbst verlängert?

Was heute zu tun ist

  1. Zweck vor Gerät

    Erst klären, wofür das Tablet eingesetzt werden soll - Fotoprojekt, Portfolio oder eine bestimmte App. Der Zweck bestimmt die technischen Anforderungen, nicht umgekehrt.

  2. Gerät passend wählen

    Kamera, Speicherplatz, Betriebssystem der geplanten Apps und eine kindgerechte Schutzhülle vor dem Kauf abgleichen. Ein WLAN-Tablet reicht, wenn die Einrichtung eigenes WLAN hat.

  3. Regeln schriftlich festhalten

    Altersgruppe, Nutzungsdauer und Begleitung im Medienkonzept notieren - orientiert an der DGKJ-Empfehlung für die jeweilige Altersgruppe.

  4. Einwilligung der Eltern einholen

    Vor dem ersten Einsatz mit Fotos oder Videos die Einwilligung der Eltern schriftlich einholen und dem Kind die Nutzung erklären.

  5. Apps vorab selbst testen

    Jede App erst ohne Kinder durchspielen: Werbung, Käufe, Internetzugang und Inhalte prüfen, bevor sie im Gruppenraum läuft.

Vor dem ersten Einsatz

Diese Punkte tragen einen Tablet-Einsatz, der nicht beim ersten Problem wieder einschläft.

  • Medienkonzept im Team schriftlich festgehaltenWer das Tablet wofür einsetzt, steht fest - nicht nur im Kopf einer Fachkraft.
  • Einwilligung der Eltern für Fotos und Videos eingeholtVor dem ersten Einsatz, nicht danach.
  • Nutzungsdauer nach Altersgruppe begrenztUnter 3 Jahren ohne Bildschirmmedien, 3 bis 6 Jahre höchstens 30 Minuten und von einer Fachkraft begleitet.
  • Tablet anhand des Einsatzzwecks ausgewähltKamera, Speicher und Betriebssystem passen zur geplanten Nutzung, nicht zum günstigsten Angebot.
  • Apps vorab selbst getestetJede App läuft erst ohne Kinder, bevor sie im Gruppenraum eingesetzt wird.
  • Kein freier Internetzugang über das Kita-TabletKinder unter 9 Jahren sollen laut DGKJ-Leitlinie keinen freien Internetzugang erhalten - auch nicht unter Aufsicht. Nur einzelne, vorher geprüfte Apps ohne offenen Browser einsetzen.

Für Schulen, die vor denselben Fragen stehen, zeigt Tablets im Klassenzimmer, wie sich Regeln auf den Unterricht übertragen lassen. Beim Kauf hilft der Vergleich unter Kindertablets im Vergleich, und wer das Gerät zusätzlich gegen ungewollte Seiten absichern will, findet Hinweise unter Filtersysteme - Mehr Schutz im Internet.

Zuletzt geprüft am 04.10.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
04.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
3 Quellen, unten vollständig aufgeführt
Wiedervorlage
03.10.2028

Wir prüfen Angaben gegen die Stelle, die zuständig ist - Gesetzestext, Behörde, Anbieter oder Studie - und nennen sie. Veraltet eine Angabe, gilt das Datum oben als Hinweis darauf, wie alt sie ist. Wie wir arbeiten