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Medienbildung in der Grundschule: Ideen für den Unterricht

Eine Lehrkraft und zwei Kinder untersuchen gemeinsam einen kleinen Mikrocontroller mit Lichtern an einem Gruppentisch, im Hintergrund arbeiten weitere Kinder zu zweit an Tablets.
Ein Einstieg pro Kompetenzbereich reicht - nicht die ganze Klasse auf einmal mit Technik ausstatten.

Sechs Kompetenzbereiche, viele kleine Einstiege: so bauen Sie Medienbildung ohne Extra-Fach in den Grundschulunterricht ein.

Medienbildung lässt sich in der Grundschule ohne eigenes Fach einbauen: in einer Randstunde, in Deutsch oder im Sachunterricht, orientiert an den sechs Kompetenzbereichen der KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ (Beschluss vom 08.12.2016, Fassung vom 07.12.2017). Schon ab Klasse 1 reichen kurze, wiederkehrende Einheiten: eine Suchmaschinen-Übung, eine Chat-Regel-Runde, eine selbst gedrehte Fotostory. Wichtig ist, dass jede Klasse über das Schuljahr mindestens einen Einstieg zu jedem Bereich erlebt.

Sechs Kompetenzbereiche, sechs Einstiege

Die Kultusministerkonferenz hat 2016, in der Fassung von 2017, sechs Kompetenzbereiche festgelegt. Die Länder haben sich darin verpflichtet, dafür zu sorgen, dass Kinder, die ab dem Schuljahr 2018/2019 eingeschult werden, sie bis zum Ende der Schulpflicht erwerben können. Medienbildung soll laut KMK bereits in der Primarstufe beginnen. Was die einzelnen Länder darüber hinaus vorgeben, zeigt Medienbildung in Kita und Schule: was die Bundesländer verlangen. Die folgende Übersicht zeigt zu jedem Bereich eine Idee, die sich ohne große Vorbereitung im Unterricht umsetzen lässt.

KompetenzbereichIdee für den UnterrichtKlasseZeitbedarf
Suchen und VerarbeitenKindersuchmaschine statt Google ausprobieren und Ergebnisse vergleichen2 bis 330 Minuten
Kommunizieren und KooperierenKlassenchat-Regeln gemeinsam aufstellen, bevor das erste Handy in die Klasse kommt3 bis 445 Minuten
Produzieren und PräsentierenTrickfilm oder Hörspiel zu einem Unterrichtsthema mit dem Tablet drehen3 bis 42 Einheiten
Schützen und sicher AgierenEin eigenes Passwort bauen und erklären, warum der Name des Haustiers ungeeignet ist2 bis 420 Minuten
Problemlösen und HandelnCalliope mini nach Wenn-dann-Regeln programmieren3 bis 42 Einheiten
Analysieren und ReflektierenEchtes Foto von bearbeitetem unterscheiden, als Klassenspiel3 bis 430 Minuten

Suchen und Prüfen: Kindersuchmaschinen nutzen

Lassen Sie dieselbe Frage einmal bei einer gewöhnlichen Suchmaschine und einmal bei einer Kindersuchmaschine eingeben. Die Klasse vergleicht Werbung, Trefferzahl und Verständlichkeit der Ergebnisse. Daraus entsteht die Regel, die am längsten hält: erst die Quelle ansehen, dann dem Ergebnis vertrauen. Für Klasse 1 und 2 reicht ein gemeinsamer Blick am Smartboard, ältere Klassen suchen in Zweierteams.

Kommunizieren: Regeln vor dem ersten Handy

Ein Klassenchat entsteht oft, bevor eine Lehrkraft gefragt wird - meist, weil ein einzelnes Kind schon ein Handy hat. Besprechen Sie die Regeln, bevor das passiert, nicht danach: wer darf schreiben, was bleibt draußen, wer liest mit. Mehr zu Inhalten und Uhrzeiten, die sich in der Praxis bewährt haben, auf der Seite Klassenchat: Regeln, die funktionieren.

Produzieren: Fotostory, Hörspiel, Trickfilm

Ein Sachunterrichtsthema wird zur Fotostory, ein Gedicht zum Hörspiel, eine Verwandlung im Biologieunterricht zum Trickfilm: Kinder lernen Medien am besten, indem sie selbst etwas damit herstellen. Konkrete Werkzeuge und Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Tablet und Smartphone stehen auf Trickfilm, Foto und Podcast: Medien selbst gestalten. Eine Doppelstunde reicht für ein kurzes Ergebnis, mehr Zeit für ein Klassenprojekt.

Schützen: Passwörter und Werbung erkennen

Ein sicheres Passwort lässt sich spielerisch bauen: drei zufällige Wörter aneinandergereiht statt Geburtsdatum oder Name des Haustiers. Dazu gehört, Werbung von echtem Inhalt zu unterscheiden - auf Videoportalen, in Apps und in Suchergebnissen. Beides lässt sich in einer Einheit von 20 Minuten unterbringen, am besten kurz vor den Weihnachts- oder Sommerferien, wenn viele Kinder neue Geräte bekommen.

Problemlösen und Analysieren: Calliope mini und Echt-oder-Fake

Der Calliope mini ist für den Einsatz in der Grundschule gebaut: Eine einfache digitale Infrastruktur reicht aus, der Minicomputer lässt sich fächerübergreifend einsetzen und über den DigitalPakt fördern. Erste Programmierschritte gelingen mit Blöcken, ohne eine Zeile Text zu schreiben. Mehr zur Anschaffung und zum Einstieg auf Calliope mini und Lego Spike: Programmieren zum Anfassen.

Eltern einbeziehen

Ein kurzer Punkt beim Elternabend reicht: welche Regeln die Klasse sich gegeben hat, welches Werkzeug im Unterricht genutzt wurde, was zu Hause weitergeht. Das Internet-ABC bietet dafür kostenfreies Material zum Surfschein an, das sich auch in der Elternarbeit einsetzen lässt. Gesprächskarten helfen, wenn die Runde ins Stocken gerät.

Was Sie diese Woche tun können

  1. Einen Bereich auswählen

    Starten Sie mit einem Bereich, der zum aktuellen Unterrichtsthema passt.

  2. Zeitfenster festlegen

    20 bis 45 Minuten reichen für den Einstieg, zum Beispiel am Ende einer Deutsch- oder Sachunterrichtsstunde.

  3. Material vorbereiten

    Ein Werkzeug pro Einheit genügt - Druckvorlage, Tablet oder Calliope mini, je nach Bereich.

  4. Eltern vorab informieren

    Ein kurzer Elternbrief erklärt, was die Klasse vorhat und welche Einwilligung gegebenenfalls nötig ist.

  5. Ergebnis sichtbar machen

    Ein Foto der Checkliste, ein Satz im Hausaufgabenheft oder eine Erwähnung beim nächsten Elternabend.

Checkliste für den Einstieg

Diese Punkte tragen den Einstieg in jedem Kompetenzbereich.

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Ab welcher Klasse sollte Medienbildung beginnen?

Laut KMK-Strategie bereits in der Primarstufe, also ab Klasse 1 - nicht erst, wenn Kinder ein eigenes Handy haben.

Welches Unterrichtsmaterial zur Medienbildung gibt es kostenfrei?

Das Internet-ABC bietet Materialien zum Surfschein an, die sich im Unterricht und in der Elternarbeit einsetzen lassen. Schulen können sich außerdem bei ihrer Landesmedienanstalt um die Teilnahme am Projekt „Internet-ABC-Schule“ bewerben.

Brauche ich dafür eigene Technik in der Klasse?

Nein. Ein Smartboard oder ein geliehenes Tablet reicht für die meisten Einstiege; Gesprächskarten und die Passwort-Werkstatt funktionieren auch ganz ohne Gerät.

Wie beziehe ich Eltern ein, ohne einen eigenen Abend zu organisieren?

Ein kurzer Punkt im regulären Elternabend reicht: welche Regel die Klasse sich gegeben hat und was davon zu Hause weitergeht.

Was eine Kita schon vor der Einschulung an Medienerziehung leistet, ordnet die Seite zu Erzieherinnen und Erziehern in der frühkindlichen Bildung ein. Wie streng die Vorgaben je Bundesland ausfallen, unterscheidet sich erheblich und gehört auf eine eigene Länderübersicht. Für die Anschaffung passender Programme hilft Lern-Apps für die Grundschule: worauf Eltern achten, für einen Elternabend zum Smartphone der Handy-Führerschein als Klassensatz.

Zuletzt geprüft am 24.10.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
24.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
4 Quellen, unten aufgeführt
Wiedervorlage
24.10.2027

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