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Smart Toys und vernetztes Spielzeug: Was Eltern wissen müssen

Ein Vater schaut sich eine Plüschfigur genauer an, während ein Smartphone mit angehaltenem Bildschirm daneben liegt.
Vor dem ersten Spielen lohnt der Blick auf Mikrofon, Kamera und App - nicht erst danach.

Vernetztes Spielzeug mit Mikrofon oder Kamera kann gegen das Abhörverbot verstoßen. So erkennen Sie betroffene Geräte und was danach zu tun ist.

Vernetztes Spielzeug mit Mikrofon, Kamera oder App-Steuerung ist nicht grundsätzlich verboten. Problematisch wird es erst, wenn eine Abhör- oder Aufnahmefunktion eingebaut ist, die beim normalen Spielen nicht erkennbar ist und Ton oder Bild unbemerkt aufzeichnet. Genau das verbietet § 8 Absatz 1 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG), unabhängig davon, ob ein Kind oder ein Erwachsener das Spielzeug benutzt.

Was erlaubt ist und was nicht

FunktionRechtlich
Standortanzeige (GPS)Erlaubt
Offen erkennbares Mikrofon, zum Beispiel für SprachbefehleErlaubt
Verstecktes Mikrofon, das Gespräche unbemerkt aufnimmt oder überträgtVerboten (§ 8 Abs. 1 TDDDG)
Verstecktes Aufnehmen von BildernVerboten (§ 8 Abs. 1 TDDDG)

Welche Spielzeuge betroffen sein können

Die Technik steckt heute in unterschiedlichen Produkten: sprechenden Puppen und Plüschtieren mit Spracherkennung, Lernrobotern, Spielzeugdrohnen mit Kamera und vernetzten Tracker-Anhängern für den Schulranzen. Entscheidend ist nicht die Produktkategorie, sondern ob eine Aufnahmefunktion beim normalen Spielen erkennbar ist. Ein Lautsprecher mit sichtbarer Taste zum Sprechen ist unproblematisch, ein Mikrofon, das dauerhaft mithört, ohne dass ein Kind das merkt, fällt unter das Verbot.

Woran Sie ein betroffenes Spielzeug erkennen

Eindeutig verboten ist eine Funktion nach § 8 Absatz 2 TDDDG dann, wenn sie beim normalen Gebrauch des Spielzeugs für die aufgenommene Person nicht erkennbar ist. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf die Produktbeschreibung: Wird ein Mikrofon oder eine Kamera offen genannt, braucht es dafür keine versteckte Funktion. Steht dazu nichts oder nur ein vager Hinweis in der App-Beschreibung, ist das ein Warnsignal. Die Bundesnetzagentur rät Verbrauchern ausdrücklich, Produktbeschreibungen vor dem Kauf genau zu lesen.

Was jetzt zu tun ist

  1. Funktion prüfen

    Schauen Sie in Anleitung und App nach Hinweisen auf ein Mikrofon, eine Kamera oder eine Rufnummer, die das Spielzeug selbstständig anruft.

  2. Bei Zweifeln nachfragen

    Die Bundesnetzagentur ordnet Geräte auf Anfrage ein: spionagegeraete@bnetza.de oder 0228 14 15 16, montags bis freitags 9 bis 12 Uhr.

  3. Gerät unbrauchbar machen

    Zerstören Sie Akku, Platine oder Antenne selbst, statt das Spielzeug einfach im Hausmüll zu entsorgen.

  4. Nachweis sichern

    Fotografieren oder filmen Sie die Vernichtung, oder lassen Sie sich den Vorgang von einer Abfallwirtschaftsstation bestätigen, und bewahren Sie den Nachweis auf.

  5. Beim nächsten Kauf gezielt fragen

    Fragen Sie Hersteller oder Händler ausdrücklich nach Mikrofon- und Kamerafunktion und danach, ob Aufnahmen auf einen Server übertragen werden, bevor Sie ein neues vernetztes Spielzeug kaufen.

Vor dem Kauf: Checkliste

Vor dem Kauf prüfen

Fünf Fragen, bevor ein vernetztes Spielzeug ins Kinderzimmer kommt.

  • Mikrofon oder Kamera in der Produktbeschreibung offen genannt?Fehlt der Hinweis oder taucht er nur in der App-Beschreibung auf, ist das nach § 8 Absatz 2 TDDDG ein Warnsignal.
  • Braucht das Spielzeug eine Internetverbindung oder eine Begleit-App?Jede Verbindung nach außen ist ein möglicher Übertragungsweg für Ton- oder Bildaufnahmen.
  • Lässt sich die Mikrofon- oder Kamerafunktion abschalten oder zumindest erkennen?Ein sichtbarer Schalter oder eine Anzeige, die eine Aufnahme signalisiert, macht die Funktion erkennbar - das verlangt das Gesetz.
  • Steht in einer Datenschutzerklärung, wohin Sprachaufnahmen gehen?Werden Aufnahmen auf Server des Herstellers übertragen, gehört das dort hinein. Fehlt die Erklärung ganz, ist das selbst ein Warnsignal.
  • Bei Zweifeln: Bundesnetzagentur fragenDie Behörde ordnet Geräte unter spionagegeraete@bnetza.de rechtlich ein, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden.

Wer zwischen einer Kinder-Smartwatch und einem ersten eigenen Smartphone abwägt, findet die rechtlichen Details zu Uhren mit Abhörfunktion unter Smartwatch für Kinder: was erlaubt ist und was nicht und einen Gerätevergleich unter Kinderhandy oder Smartphone? Die Alternativen im Vergleich. Wie ein Elterngespräch über riskante Funktionen allgemein gelingt, zeigt Kinder im Internet schützen: was wirklich hilft. Wer ein Tablet statt vernetztem Spielzeug erwägt, findet einen Vergleich unter Kindertablets im Vergleich.

Zuletzt geprüft am 04.10.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
04.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
5 Quellen, unten vollständig aufgeführt
Wiedervorlage
04.10.2027

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