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Wenn Kinder Family Link oder Bildschirmzeit umgehen

Ein Elternteil sieht sich abends am Schreibtisch eine Benachrichtigung auf dem Smartphone an, während Tablet und Schultasche daneben liegen.
Die Benachrichtigung, nicht eine neue Sperre, ist meist der ehrlichere erste Schritt.

Kinder wechseln das Profil, nutzen ein anderes Gerät oder beenden die Aufsicht selbst. Sie merken es an der Google-Benachrichtigung und am Nutzungsverlauf, nicht an einer neuen Sperre ohne Gespräch.

Kinder, die eine Bildschirmzeit- oder Family-Link-Sperre loswerden wollen, versuchen vor allem drei Dinge: ein zweites Profil oder einen anderen Browser nutzen, ein Gerät ohne Aufsicht verwenden oder die Elternaufsicht direkt beenden. Am auffälligsten ist der letzte Weg: Beendet Ihr Kind Family Link selbst, schickt Google Ihnen eine Benachrichtigung und sperrt die gemeinsam verwalteten Geräte vorübergehend.

Wo die Sperren technisch nicht greifen

Family Link ist vor allem für Android-Geräte und Chromebooks gebaut. Auf dem iPhone oder iPad lässt sich laut Google zwar ein Konto einbinden, doch Nutzungszeiten, Standort, App-Aktivität, das Blockieren einzelner Apps und die Website-Einschränkungen in Chrome funktionieren dort nicht. Mit Ihrer Erlaubnis kann sich Ihr Kind dort trotzdem bei einzelnen Google-Apps anmelden. Wer das weiß, sucht die Lücke nicht erst, wenn sie schon genutzt wurde, sondern setzt für Apple-Geräte von Anfang an auf Apples eigene Bildschirmzeit.

LückeWo sie auftrittWas dagegen hilft
Anderes Chrome-Profil oder anderer BrowserWindows-, Mac- oder Linux-ComputerLaut Google gelten die Chrome-Einstellungen von Family Link dort nicht - Regeln für den Familienrechner gemeinsam absprechen
Weiteres NutzerprofilGeteiltes Android-GerätAndere Profile mit Passwort oder PIN sperren
iPhone oder iPad des KindesNutzungszeiten, Standort, App-Blockierung, Chrome-Website-FilterLaut Google dort nicht wirksam - stattdessen Apples Bildschirmzeit nutzen

Das andere Profil und der zweite Browser

Am Windows-, Mac- oder Linux-Computer kann sich Ihr Kind laut Google von Chrome abmelden und zu einem anderen Profil wechseln. Dort gelten die Family-Link-Einstellungen für Chrome nicht mehr, ebenso wenig in einem anderen Browser. Den Inkognitomodus schaltet Google dagegen ab, solange Ihr Kind mit seinem verwalteten Konto in Chrome angemeldet ist. Auf einem geteilten Android-Gerät gelten die Family-Link-Einstellungen nicht in weiteren Nutzerprofilen, in denen das Konto Ihres Kindes nicht angemeldet ist. Die Google-Hilfe empfiehlt deshalb, diese Profile mit einem Passwort oder einer PIN zu sperren.

Was jetzt hilft

  1. Weitere Nutzerprofile mit PIN sperren

    Auf einem geteilten Android-Gerät empfiehlt die Google-Hilfe ein Passwort oder eine PIN für jedes andere Nutzerprofil, damit Ihr Kind nicht einfach wechselt und so die Jugendschutzeinstellungen umgeht.

  2. Benachrichtigungen ernst nehmen

    Beendet Ihr Kind die Elternaufsicht, schickt Google Ihnen eine Benachrichtigung und sperrt die gemeinsam verwalteten Geräte vorübergehend. Das ist der Moment für ein Gespräch, nicht für eine neue Sperre ohne Erklärung.

  3. Bildschirmzeit-Code nur selbst kennen

    Laut Apple lässt sich der Code eines Kindes ohnehin nur auf dem Gerät des Familienorganisators oder eines Elternteils zurücksetzen. Schreiben Sie ihn nicht an einem Ort auf, den Ihr Kind kennt.

  4. Wissen, wo die Technik ohnehin nicht greift

    Auf iPhone und iPad wirken zentrale Family-Link-Funktionen laut Google nicht. Richten Sie dort Apples Bildschirmzeit ein und schützen Sie sie mit einem eigenen Code.

Gegen die bekanntesten Lücken

Die wirksamsten Punkte zuerst.

Ihre Haken werden nicht gespeichert.

Häufige Fragen

Merkt Google, wenn mein Kind die Family-Link-Aufsicht beendet?

Ja. Laut Google-Hilfe werden Sie benachrichtigt, und die gemeinsam verwalteten Geräte Ihres Kindes werden dabei vorübergehend gesperrt. Selbst beenden kann Ihr Kind die Aufsicht ohnehin erst, wenn es das in Deutschland gültige Mindestalter für ein eigenes Google-Konto erreicht hat.

Warum funktioniert Family Link auf dem iPhone meines Kindes kaum?

Weil zentrale Funktionen wie Nutzungszeiten, Standort, App-Aktivität, das Blockieren von Apps und die Chrome-Website-Einschränkungen dort laut Google nicht wirken. Für Apple-Geräte ist stattdessen Apples eigene Bildschirmzeit gedacht.

Kann mein Kind die Chrome-Einschränkungen von Family Link umgehen?

Technisch schon. Am Windows-, Mac- oder Linux-Computer kann es sich laut Google von Chrome abmelden und zu einem anderen Profil oder Browser wechseln, in dem die Family-Link-Einstellungen für Chrome nicht gelten. Auf einem geteilten Android-Gerät schließt eine PIN für andere Nutzerprofile die Lücke.

Wie sichere ich den Bildschirmzeit-Code auf dem iPhone ab?

Bewahren Sie ihn nur auf Ihrem eigenen Gerät auf. Laut Apple lässt sich der Code eines Kindes ohnehin nur auf dem Gerät des Familienorganisators oder eines Elternteils zurücksetzen, nicht auf dem Gerät des Kindes selbst.

Wie Sie Family Link überhaupt einrichten, steht unter Google Family Link einrichten, die passenden Schritte für Apple-Geräte unter Bildschirmzeit auf dem iPhone einrichten. Ob und wie weit Kontrolle überhaupt gerechtfertigt ist, ordnet Darf ich das Handy meines Kindes kontrollieren? ein. Ein typischer Weg an Video-Sperren vorbei ist Pinterest - dazu der Steckbrief Pinterest. Wie Kinder an Videos kommen, obwohl YouTube gesperrt ist, zeigt Versteckte Wege zu Videos; den Suchfilter erklärt SafeSearch aktivieren.

Zuletzt geprüft am 08.10.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
08.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
5 Quellen, unten aufgeführt
Wiedervorlage
07.10.2028

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