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YouTube: Steckbrief für Eltern

Ein Kind sitzt am Schreibtisch vor einem Laptop, eine erwachsene Person zeigt von der Seite auf die Bildschirm-Einstellung für die Sichtbarkeit eines Videos.
Auf dem Konto der Eltern ist ein neues Video ohne diese Einstellung öffentlich - nicht automatisch privat.

Die Nutzungsbedingungen verlangen 16 Jahre - jünger nur mit Einwilligung der Eltern über YouTube Kids oder ein Elternkonto. Einen eigenen Kanal kann ein Kinderkonto nicht haben.

Ab welchem Alter?

Mindestalter des Anbieters
ab 16 Jahren Eine Regel aus den Nutzungsbedingungen, also ein Vertrag - kein Gesetz. Der Dienst prüft das Alter in der Regel nicht nach.

Diese Angabe setzt voraus, dass im Konto das richtige Alter steht. Eine verlässliche Altersprüfung bei der Anmeldung gibt es hier nicht - ein Kind, das ein falsches Geburtsjahr einträgt, bekommt die Einstellungen der älteren Altersgruppe.

Steckbrief

Angaben geprüft am 04.10.2026.

Der Dienst

AnbieterGoogle Ireland Limited (YouTube, Teil von Alphabet)
Art des DienstesVideo-Plattform mit Kommentaren, Livestreams und Community-Beiträgen; eigene Kinder-App YouTube Kids
Verfügbar aufWeb, Android, iOS, Smart-TV- und Spielkonsolen-Apps, dazu die eigene App YouTube Kids für Kinder
Geschäftsmodellkostenlos mit Werbung finanziert; kostenpflichtiges Abo YouTube Premium ohne Werbung; Creator ab 18 Jahren können über das Partnerprogramm an Werbeeinnahmen, Kanalmitgliedschaft, Super Chat und Super Thanks beteiligt werden

Wer Kontakt aufnehmen kann

Kontakt durch Unbekannteja, über Kommentare unter Videos und im Live-Chat; Kommentare lassen sich moderieren oder über „Community-Moderation“ in den Einstellungen ganz zurückhalten
Öffentliches Profilja, Kanalname und Profilbild sind öffentlich sichtbar, sobald ein Kanal besteht; für neue Videos ist „Öffentlich“ die Voreinstellung, nur bei Creatorn von 13 bis 17 Jahren beim Hochladen im Browser ist es „Privat“
Live-Funktionenja, Livestreams mit Live-Chat; bei erkennbar minderjährigen Mitwirkenden verlangt YouTube eine erwachsene Begleitung und untersagt Aufnahmen aus privaten Räumen

Was es kostet

Werbungja, zwischen und in Videos; bei Videos, die als „speziell für Kinder“ gekennzeichnet sind, laut YouTube ohne personalisierte Anzeigen
Käufe in der Appja: Kanalmitgliedschaft, Super Chat, Super Thanks und Käufe im Shopping-Bereich - eine eigene Altersprüfung für den Käufer nennt YouTube nicht

Was die Nutzung verlängert

Vorgeschlagene Inhalteja, Empfehlungen auf der Startseite und als nächstes Video
Endloses Scrollenja, vor allem bei Shorts; auch die Startseite lädt beim Scrollen fortlaufend nach
Automatisch nächstes Videoja, nach Ende eines Videos läuft automatisch das nächste; abschaltbar

Was Eltern einstellen können

Elternfunktionenja: ein Konto mit Elternaufsicht für Kinder unter 13 Jahren (in manchen Ländern mit einem anderen Mindestalter für Google-Konten), ohne eigenen Kanal und ohne Upload-Funktion; ab diesem Alter ein Teenager-Konto, dem beide Seiten zustimmen müssen und bei dem Eltern per E-Mail über neue Videos und Livestreams informiert werden
Melden und blockierenja, Kommentare, Kanäle und einzelne Videos lassen sich melden; Kommentare moderieren oder zurückhalten über die Kanaleinstellungen

Daten und Nutzen

Eigene Inhalteja, Videos, Shorts, Kommentare, Livestreams und Community-Beiträge - nicht mit einem Konto mit Elternaufsicht, dafür fehlt laut YouTube ein eigener Kanal
Was an Daten anfälltErhoben werden Konto-, Geräte-, Nutzungs- und Standortdaten für Betrieb, Empfehlungen und Werbung; bei als „für Kinder“ gekennzeichneten Videos schaltet YouTube personalisierte Werbung ab.
Wofür der Dienst gut istLerninhalte, Tutorials und Erklärvideos zu Schulthemen und Hobbys; gemeinsames Anschauen mit Eltern über die Startseite oder einen abonnierten Kanal.

Dazu haben wir keine belastbare Angabe gefunden: Direktnachrichten, Standort. Wir tragen es nach, sobald der Anbieter es selbst dokumentiert.

Ein Kinderkonto hat keinen eigenen Kanal

Für Kinder unter 13 Jahren gibt es ein Konto mit Elternaufsicht. Was viele Eltern nicht erwarten: Dieses Konto kann laut YouTube-Hilfe weder einen Kanal haben noch Videos, Shorts oder Livestreams veröffentlichen - die Funktionen „Kanal“, „Videouploads“ und „YouTube Studio“ sind für diese Konten ausdrücklich deaktiviert. Eine andere Quelle behauptet, Kinder könnten über ein Unterkonto der Eltern hochladen - die Anbieterangabe widerspricht dem, und die gilt hier.

Erst mit dem Mindestalter für ein eigenes Google-Konto kommt das Teenager-Konto: Beide Seiten müssen zustimmen, beide können die Aufsicht wieder beenden, und Eltern bekommen eine E-Mail, wenn ein neues Video oder ein Livestream online geht. Was dazugehört, wenn ein älteres Kind tatsächlich einen eigenen Kanal betreiben will, steht ausführlich unter YouTube-Kanal für Kinder: ab wann erlaubt und wie Sie ihn sicher einrichten.

Drei Zahlen in einem Satz der Nutzungsbedingungen

Die Nutzungsbedingungen nennen 16 Jahre für die eigenständige Nutzung, dann „Kinder jeden Alters“ mit Zustimmung der Eltern über YouTube Kids oder ein Elternkonto, und schließlich die Erlaubnispflicht für alle unter 18. Das sind drei unterschiedliche Aussagen in einem Dokument, keine einzelne Altersgrenze - vergleichbar mit den Altersangaben anderer Dienste wie WhatsApp, TikTok, Snapchat und Instagram, die ebenfalls vertraglich und nicht gesetzlich sind.

Eine pädagogische Empfehlung, die von den Anbietergrenzen abweicht, nennt keine der geprüften Quellen - auch klicksafe.de führt in seinem YouTube-Beitrag nur die Anbietergrenzen von 16 und 18 Jahren auf.

Was Sie einstellen können

  1. Kommentare moderieren oder ganz zurückhalten

    Einstellungen → Community-Moderation → Elemente zur Inhaltssteuerung. Dort lässt sich zwischen „Standard“ (nur potenziell unangemessene Kommentare werden zurückgehalten) und „Alle zurückhalten“ wählen - nur Letzteres bedeutet: kein Kommentar wird ohne Freigabe sichtbar.

  2. Vor jedem Hochladen die Sichtbarkeit prüfen

    Auf dem Konto der Eltern ist „Öffentlich“ die Voreinstellung. Vor dem Veröffentlichen eines Familienvideos die Sichtbarkeit manuell auf „Privat“ oder „Nicht gelistet“ stellen.

  3. Standard-Datenschutz in den Kanaleinstellungen setzen

    Kanaleinstellungen → Hochladen-Standardeinstellungen erlauben eine eigene Vorgabe für Datenschutz, Kategorie und Kommentare. Sie gilt laut Anbieter nur für Uploads über den Browser, nicht über die mobile App oder den Video-Editor.

  4. Zielgruppe „speziell für Kinder“ bewusst setzen

    Beim Hochladen fragt YouTube die Zielgruppe ab - auch wer keine Kinderinhalte produziert, muss das angeben. Die Einstufung „speziell für Kinder“ schaltet personalisierte Werbung, die Benachrichtigungsglocke und den Live-Chat ab.

  5. Kinderkonto oder Teenager-Konto einrichten

    Über die Family-Link-App lässt sich ein Konto mit Elternaufsicht anlegen, mit dem ein Kind YouTube ohne eigenen Kanal und ohne Upload-Funktion nutzt - die Einrichtung läuft über das Google-Konto des Kindes.

Häufige Fragen

YouTube ab welchem Alter?

Die Nutzungsbedingungen erlauben die eigenständige Nutzung ab 16 Jahren. Jüngere Kinder dürfen YouTube nur mit Einwilligung der Eltern nutzen, über YouTube Kids oder ein Konto mit Elternaufsicht. Unter 18 Jahren braucht die Nutzung grundsätzlich die Erlaubnis der Eltern.

Ab welchem Alter darf man einen eigenen YouTube-Kanal haben?

Ein Konto mit Elternaufsicht hat laut YouTube keinen eigenen Kanal und keine Upload-Funktion. Einen Kanal gibt es erst mit dem Mindestalter für ein eigenes Google-Konto, zunächst über ein Teenager-Konto mit gegenseitiger Zustimmung. Details dazu stehen unter YouTube-Kanal für Kinder: ab wann erlaubt und wie Sie ihn sicher einrichten.

Ist ein neues Video auf dem Konto der Eltern automatisch öffentlich?

Ja. Die Voreinstellung für neue Videos ist „Öffentlich“. Nur Creator von 13 bis 17 Jahren haben beim Hochladen im Browser „Privat“ als Voreinstellung - auf dem Konto der Eltern gilt das nicht.

Kann YouTube Werbung gezielt an mein Kind richten?

Bei Videos, die als „speziell für Kinder“ eingestuft sind, schaltet YouTube nach eigenen Angaben personalisierte Werbung ab, ebenso Kommentare und die Benachrichtigungsglocke. Für alle anderen Videos gilt diese Einschränkung nicht automatisch.

Zuletzt geprüft am 04.10.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
04.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
5 Quellen, unten vollständig aufgeführt
Wiedervorlage
04.10.2027

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