Der User ist sein eigener Programmdirektor – Fabian Heuser

Musiksender sind Spartenkanäle, die sich überwiegend mit dem Thema Musik beschäftigen. Vor ein paar Jahren waren solche Sender auch in Deutschland sehr populär. Im Laufe der Zeit hat sich aber nicht nur das Publikum geändert – auch die Sender sind mit der Zeit gegangen: Musikfernsehen, das heißt heute entweder nonstop Datingshows und Klingeltonwerbung oder Bezahlfernsehen. Dass es auch anders geht, zeigt der Online-Musiksender tape.tv. Das Team dieser Plattform hat das MTV der 90er wiederbelebt und es mit den Vorteilen des Internets kombiniert. medienbewusst.de hat mit dem PR-Manager Fabian Heuser über das Konzept der Internetplattform tape.tv gesprochen.

tape.tv ist Musikfernsehen im Internet. Was genau unterscheidet Sie von ähnlichen Spartenprogrammen?
Es gibt Unternehmen, die tape.tv sehr ähnlich sind. Der wesentliche Unterschied ist unsere große Redaktion, die sich sehr eingehend mit den einzelnen Streams beschäftigt. Der User wird bei tape.tv zum eigenen Programmdirektor, der sich völlig unabhängig seine eigene Playlist erstellen kann. Wir nutzen dazu das sogenannte Pandora-Prinzip: Wenn ein Videoclip gefällt, drückt der User einfach auf das Herz und schon bekommt er weitere, ähnliche Musiktitel gezeigt. Nach dem gleichen Prinzip können aber auch ungeliebtere Stücke aus der persönlichen Playlist gestrichen werden.

Der Imagespot “tape.tv – the evolution” zeigt die Idee hinter tape.tv

Wie kommen Sie denn an die Videoclips?
Unsere Videos stammen aus sogenannten Labeldeals. So bekommen wir einerseits Angebote, wenn es um neue Alben oder Newcomer geht. Andererseits fragen auch wir bei den Labels an. Das ist immer dann der Fall, wenn wir bestimmte Videos haben möchten oder einen Künstler besonders unterstützen wollen. Zudem gibt es eine GEMA-Vereinbarung, sodass wir von einer YouTube-Problematik verschont bleiben sollten (lacht).

Wie gehen Sie mit Clips um, die aus jugendschutzrechtlichen Gründen im Fernsehen nicht vor 22 Uhr gezeigt werden dürften?
Wir müssen uns deutlich vor Augen halten, dass es im Netz keine Uhrzeiten gibt. Klar, es gibt auch deftige Videos und Texte, die insbesondere Jünger Zuschauer nicht sehen sollten. Deswegen gibt es auch bei tape.tv einen Jugendschutzbeauftragten, der ein Auge darauf hat. Gewaltverherrlichende Videos werden bei uns gar nicht gezeigt.

Gibt es in Zeiten von MP3-Playern überhaupt noch Bedarf an Musikvideos, war das nicht primär ein Phänomen der 90er Jahre?
Der Bedarf an Musikvideos ist nach wie vor vorhanden. Vor allem im Medienbereich hat es immer enorme technische Veränderungen gegeben. Musikvideos tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, diese Veränderungen harmonischer und ästhetischer zu machen. Dadurch entsteht eine neue Mechanik. Ein tolles Beispiel dafür ist der Video-Clip zu “The wilderness downtown” von Arcade Fire. Die haben in Zusammenarbeit mit Google einen interaktiven Videoclip erstellt der zeigt, was technisch heutzutage alles möglich ist.

Neben Videos bietet tape.tv auch verschiedene Formate an: Livekonzerte über den Dächern von Berlin unter dem Namen Auf den Dächern oder die interaktive Musik-Show on.tape. Dort treten Künstler exklusiv für tape.tv auf. Wie akquirieren Sie diese Künstler?
Es ist immer eine Redaktionsentscheidung, welche Künstler wir durch solche Formate pushen wollen. Die Musiker können aber auch selbst bei uns anfragen und werden dann natürlich auch vergütet. Der User kann das Ganze jedoch nach wie vor kostenlos nutzen.

Alles kostenlos – wie verdient tape.tv Geld?
Wir sind werbefinanziert. Das wird sichtbar, wenn die User auf die Streams klicken. Da gibt es kleine Werbeclips oder Banner, die zwischen den Videos gezeigt werden. Der User kann diese Werbung zum Teil auch wegklicken.

Welche Ziele hat sich tape.tv für die Zukunft gesetzt?
Expansion in alle Richtungen (lacht). Wir möchten gern England und Frankreich mit unseren Konzept erobern. Optische Veränderungen wird es sicherlich auch geben, allerdings gibt es da noch keine konkreten Pläne.

 

medienbewusst.de bedankt sich bei Fabian Heuser für das Interview und wünscht weiterhin viel Erfolg.

Punkrock ohne Mindestalter – Eine Reportage

Jede Menge Bier, ungeduschte Gäste und Tanzstile, die das ungeübte Auge als mittelschwere Massenschlägerei identifizieren würde. Ein Festival ist nichts für Jedermann. Männersache ist es hingegen definitiv: Klares Wasser, saubere Toiletten und Kuschelkissen – alles Firlefanz, der auf derartigen Veranstaltungen nichts zu suchen hat. Ebenso wie all die, die das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Sollte man meinen. Doch Peter Eberhardt und Susi Knobloch haben mit ihrem “Rockfestival an der Ilm” genau das Gegenteil bewiesen und gezeigt, wie man Punkrock familientauglich macht.

Langewiesen im Juni 2012. Ein weitläufiger Acker, direkt unter der sich im Bau befindlichen neuen ICE-Trasse, war Schauplatz des “Rockfestival an der Ilm”. Weit ab von Nachbarn, die sich durch hämmernde Bässe und enthusiastischen Fans belästigt fühlen könnten, gaben sich Ska-, Punk- und Metalbands aus ganz Deutschland die Klinke in die Hand. Die drei Punker rund um Bottrops-Frontmann Bang Bang Benno tischten bereits zu Festivalbeginn besten Deutschpunk aus Berlin auf. Das größtenteils kurzrasierte und buntgefärbte Publikum zeigte sich dennoch etwas verhalten und nahm Abstand von Pogo und Moshpit. Kein Problem für die zahlreichen jüngeren Besucher. Wer sich nicht mehr im Kinderwagen halten konnte, dem bot das weitläufige Wiesengelände allerhand Platz zum Austoben. Kinder auf einem Punkrockfestival – für Veranstalterin Susi Knobloch längst nichts Ungewöhnliches mehr: “Die Kinder sind Teil der Crew. Unser Publikum wird eben auch älter und bekommt Nachwuchs, warum sollte der nicht mitkommen?” Die Festivalbesucher Rudi und Melle stimmen dem zu: “Heutzutage gibt es nicht mehr diese starke Bindung zu den Großeltern. Statt die Kinder auszuquartieren, werden sie einfach mitgenommen. Und den Festivals fehlt einfach der jugendliche Nachwuchs, deswegen ist es allgemein so, dass solche Veranstaltungen immer familienfreundlicher werden.”

Abrocken steht an erster Stelle

Dass auch in Langewiesen Groß und Klein auf ihre Kosten kamen, dafür sorgten unter anderem der Eis und Crêpes vor und die Band Atemnot auf der Bühne. Egal, ob mit harten Griffen auf der E-Gitarre oder sanfteren Klängen von der Wanderklampfe – Sänger Einhorn brachte Bewegung in die Besucherbande vor der Bühne. Selbst Erstklässer Julien zeigte sich textsicher. „Ihm geht es in erster Linie darum, dass er zu Hause richtig abrocken kann. Die Texte sind egal“, erzählte Mutter Kathrin. Angst, dass diese doch eher raue Musikszene
ihren Jüngsten negativ beeinflusst, hat sie nicht: „Ich glaube, dass die Kinder sowieso meistens genau die Richtung im Leben einschlagen, die die Eltern nicht gewählt haben. Einfach um sich abzugrenzen.“ Noch ist der elterliche Einfluss unübersehbar – zumindest was die Haartracht anbelangt. Doch laut Julien sind Änderungen vorbehalten: Berufswunsch? Bürgermeister!

Auch die elfjährige Isa bleibt von der Szene-Uniformierung unbeeindruckt: „Ich habe sie mitgenommen, weil ihr die Musik gefällt“, erzählt Papa Joachim, „warum sollte das einen schlechten Einfluss haben? Sie lässt sich bisher leider noch nicht mal vom Tanzspektakel vor der Bühne mitreißen (lacht).“ Zu vorgerückter Stunde wurde in Langewiesen jedoch weit mehr als drei Akkorde geboten: Während sich der Punknachwuchs ins heimische Nachtquartier zurück zog, wurden die Metalheads unter den Besuchern des Rockfestivals noch einmal ordentlich wach gerüttelt: Die Musiker von Mainpoint kombinierten szenetypisch langes Haupthaar mit deftigen Riffs und handfester Publikumsintegration durch Sänger Axl. Die “Großen” feierten mit Bands wie The Pokes und Vibration Syndicate bis in die frühen Morgenstunden.

Moris und Kathrin haben mit ihrem Sohn Julien das Festival besucht (links). Die beiden Jungs Corvin und Finnegan hatten trotz des schlechten Wetters ihren Spaß (rechts).

Zaubershow und Kinderschminken

Beim Frühschoppen am nächsten Morgen fanden sich jedoch nur vereinzelt Anzeichen von Müdigkeit. Putzmunter waren vor allem die Kleinen, die sich ungeachtet harscher Texte aus dem Festzelt bei der Zaubershow vor der Bühne vergnügten. Neben einer Hüpfburg und Kinderschminken sorgte auch der Ilmenauer Eismann erneut für strahlende Kindergesichter. Helferin Franziska, die als Sanitäterin auf dem Festival tätig war, zieht ein positives Resümee: “Es war wieder schön zu sehen, wie sich die Generationen auf dem Rockfestival zusammengefunden haben – Alt und Jung haben gemeinsam Spaß gehabt!” Wirklich viel zu tun hatte sie allerdings nicht: “Es gab keine Zwischenfälle, ich habe nur einmal ein kleines Pflaster kleben müssen (lacht).” Zufrieden ist auch Veranstalter Peter Eberhardt: “Wir hatten hier bereits im letzten Jahr ein kleines Woodstock-Revival – wo sich irgendwie jeder lieb hatte und durch die Gegend tanzte. In diesem Jahr haben wir das wieder geschafft!” Mehr noch: Das Veranstaltungsteam hat bewiesen, dass Festivals weit mehr bieten können als Hardcore-Tänzer und meterlange Schlangen vor den Toiletten. Das “Rockfestival an der Ilm” – eine Sache für Jedermann – und Familien!

Volker Rosin – Ein Kinderlachen ist das größte Geschenk

Es gibt viele Kindermusiker in Deutschland und der ganzen Welt. Doch nur wenige leisten das, was Volker Rosin in nunmehr 30 Jahren auf die Beine gestellt hat. Der gebürtige Nordrhein-Westfale belegte mit seinen eingängigen Kinderliedern nicht nur mehrfach die Charts – sein soziales Engagement und seine Kreativität scheinen grenzenlos. medienbewusst.de konnte einen der erfolgreichsten Kinderliedermacher Deutschlands für ein Interview gewinnen und interessante Fragen stellen.

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Daniel Dickopf – Kinderlieder mal anders

Musik ganz ohne Instrumente. Geht nicht? Geht wohl! „A-capella“ nennt sich das, oder modern „Vokal Pop“. Eine der bekanntesten Bands in dieser Branche in Deutschland sind die Wise Guys. Sonst schreiben und singen sie ihre Lieder für Erwachsene. Doch nun haben die zwei Mitglieder Daniel Dickopf und Edzard Hüneke eine CD mit Kinderliedern veröffentlicht. Daniel Dickopf hat medienbewusst.de einige Fragen dazu beantwortet.

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Sarah Ziegler – Wo ist denn die Kamera?

Während eines Volontariats beim WDR kam Sarah Ziegler erstmals mit der Kinderradiosendung LILIPUZ in Kontakt. Dort gefiel es ihr so gut, dass sie sich entschloss zu bleiben. Zunächst als Mitglied im “Klicker-Nachrichtenteam”, später dann als eine von insgesamt sieben Moderatoren des WDR-Kinderradios. Im Interview erzählt uns die 28-jährige Kreuzauerin was ihr an ihrer Arbeit besonders viel Spaß macht, was LILIPUZ auszeichnet und dass sie Kindern manchmal erst erklären muss, was Radio eigentlich ist.

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Broadcast yourself – YouTube und die Musikrechte

Kaum ein anderes Medium ist so dauerpräsent wie Musik – ob ganz bewusst auf Konzerten und Festivals oder in Cafés und großen Kaufhäusern als Stimmungsmacher. Dabei wird viel zu oft vergessen, dass hinter jedem Ton und jeder Textzeile auch ein Urheber steht. Diese zu schützen ist die Aufgabe der GEMA – der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. medienbewusst.de bringt Licht in die aktuellen Diskussionen und hat sich mit GEMA-Sprecher Peter Hempel unterhalten.

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Gespenster, Geister, Gänsehaut – schaurig-schöne Gruselgeschichten

Es sind zottelige Monster, grünhäutige Untote oder durchsichtige Gespenster. Heutzutage sind Spukgestalten wie diese fast an jeder Ecke anzutreffen. Am liebsten halten sie sich in Horrorfilmen zu später Stunde, in Grusicals oder in der Nähe von Musikern auf. Gute Schauergeschichten begeistern aber nicht nur Erwachsene. Auch unter den Jüngsten finden sich bereits Liebhaber von Mythen und Monstern. Damit sich jeder auch altersgerecht gruseln kann, hat medienbewusst.de die besten Gruselgeschichten für Kinder ausfindig gemacht und auf ihren Gruselfaktor hin untersucht.

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Wie Musik die Kinder prägen kann

Die Debatte um den Einfluss von Musik und dem aktiven Musizieren auf die Kinder ist immer wieder aktuell. Da ist von musikalischer Früherziehung die Rede, Generationen von Grundschülern müssen Blockflöte lernen, ein “Mozart-Effekt” wird diskutiert. Dennoch bleibt die Frage unbeantwortet, inwieweit Musik die Fähigkeiten eines Kindes tatsächlich beeinflussen kann. Auch hat sich bei vielen Eltern und Musiklehrern die Erkenntnis eingestellt, dass es in Zeiten moderner Medien schwierig ist, Kinder für ein klassisches Instrument zu begeistern.

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Die schönsten Ostergeschichten

In Thüringen war es der Storch. In der Schweiz der Kuckuck. In Westfalen soll es gar ein Fuchs gewesen sein. Die Legenden darüber, wer denn nun die bunten Eier im heimischen Garten versteckt, sind endlos. Durchsetzen konnte sich letztendlich der mit den längsten Ohren – der Osterhase! Und die ersten Frühlingstage kündigen bereits an, dass sich Ostern mit großen Schritten nähert. Um die Kinder mit der passenden Musik und den schönsten Geschichten vorzubereiten, haben wir wieder eine schöne Auswahl für Sie zusammengestellt.

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