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Gute Apps nach Alter: Woran Sie eine passende App erkennen

Eine Mutter zeigt ihrer Tochter im Hausflur eine App auf dem Tablet, bevor sie installiert wird.
Ein kurzer Blick auf Werbung und Käufe im Store sagt mehr über eine App als die Alterszahl allein.

Vier Kriterien - Werbung, Käufe, Chat und eigenes Konto - zeigen zuverlässiger als die Alterszahl im Store, ob eine App zu Ihrem Kind passt.

Ob eine App zum Alter Ihres Kindes passt, erkennen Sie nicht an einer einzigen Zahl im App Store. Die Alterskennzeichen dort beruhen meist auf einem Fragebogen des Anbieters und sagen nichts über die pädagogische Eignung aus. Aussagekräftiger sind die Hinweise direkt daneben: ob die App Werbung zeigt, In-App-Käufe anbietet, mit Fremden chatten lässt oder ein eigenes Konto mit persönlichen Daten verlangt. Diese vier Punkte prüfen Sie vor jeder Installation - unabhängig vom Alter.

Was die Alterskennzeichen im Store wirklich zeigen

Apps im Google Play Store tragen ein USK-Alterskennzeichen, das nicht aus einer eigenen Prüfung der USK stammt. Es entsteht über das IARC-System: Der Anbieter füllt einen Fragebogen zu Gewaltdarstellungen, Chat- und Kauffunktionen aus, daraus errechnet sich eine der Stufen 0, 6, 12, 16 oder 18 nach § 14 JuSchG. Die USK selbst schreibt dazu, dass die Kennzeichen keine Aussage über pädagogische Eignung treffen. Seit Januar 2023 stehen daneben zusätzliche Hinweise zu Kauf- und Kommunikationsmöglichkeiten.

Im Apple App Store gilt ein eigenes System mit den Stufen 4+, 9+, 13+, 16+ und 18+, ebenfalls aus einem Fragebogen des Entwicklers errechnet. Apple ist kein Mitglied des IARC-Systems, deshalb fehlt im App Store eine USK-Angabe. Ob Social-Media-Funktionen für Nutzer unter 13 abgeschaltet sind, gibt bei 13+ der Anbieter selbst an - eine Angabe, keine Sperre durch Apple. Die beiden Systeme sind nicht identisch - dieselbe App kann im Play Store und im App Store unterschiedlich eingestuft sein.

AltersgruppeWorauf Sie besonders achtenTypische Stolperstelle
5 bis 7 JahreWerbung, Käufe, einfache Bedienung ohne eigenes KontoWerbung mit Kaufaufforderung an Kinder, die Preise noch nicht einschätzen
8 bis 10 JahreChat- und Kontaktfunktionen, offene ForenErste eigene Accounts, oft ohne Rückfrage bei den Eltern angelegt
11 bis 13 JahreEigenes Konto mit Daten, soziale FunktionenMindestalter in den Nutzungsbedingungen des Anbieters wird übersehen
ab 14 JahrenNutzerinhalte, öffentliche Profile, ZahlungsmittelGespeicherte Zahlungsdaten ermöglichen Käufe ohne weitere Bestätigung

Eigenes Konto, Daten und Mindestalter

Verlangt eine App ein Konto mit persönlichen Daten wie Name oder Fotos, kommt es auf die Rechtsgrundlage an. Stützt sich ein Angebot, das sich direkt an Kinder richtet, auf eine Einwilligung, gilt Art. 8 der Datenschutz-Grundverordnung: Hat das Kind das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet, müssen die Eltern einwilligen oder zustimmen. Beruht das Konto auf einem Nutzungsvertrag, greift Art. 8 nicht, es zählt das Vertragsrecht. Viele Anbieter setzen zusätzlich ein eigenes Mindestalter in ihren Nutzungsbedingungen.

App vor der Installation prüfen

  1. Store-Seite genau lesen

    Öffnen Sie die App-Seite im Store und lesen Sie neben der Alterszahl die Hinweise zu Werbung, Käufen und Chat-Funktionen.

  2. Gemeinsam testen

    Installieren Sie die App zuerst selbst oder gemeinsam mit dem Kind und schauen Sie sich die ersten Minuten gemeinsam an.

  3. Berechtigungen prüfen

    Sehen Sie nach, auf welche Funktionen des Geräts die App zugreifen will, etwa Kamera, Mikrofon oder Standort.

  4. Käufe sperren

    Richten Sie im App Store oder Play Store eine Bestätigungspflicht für Käufe ein, bevor das Kind die App selbst nutzt.

Woran Sie eine passende App erkennen

Diese Punkte prüfen Sie vor jeder Installation.

  • Werbung und In-App-KäufeStehen als eigene Hinweise neben der Alterszahl im Store, nicht in ihr.
  • Chat- oder KommunikationsfunktionenKann die App mit fremden Personen verbinden, etwa über einen offenen Chat?
  • Eigenes Konto mit DatenVerlangt die App Name, Geburtsdatum, Foto oder E-Mail-Adresse?
  • Zugriff auf GerätefunktionenKamera, Mikrofon und Standort nur freigeben, wenn die App sie wirklich braucht.
  • Eigene TestphaseDie ersten Minuten gemeinsam ansehen, bevor das Kind allein weitermacht.

Häufige Fragen zu Apps und Alter

Welche Apps sind für ein zehnjähriges Kind geeignet?

Das hängt weniger vom Alter als von der Funktion ab: Prüfen Sie Werbung, Käufe, Chat-Funktionen und ob ein eigenes Konto mit Daten nötig ist - unabhängig davon, welche Altersstufe im Store steht.

Woran erkenne ich eine gute App zur Kindersicherung auf dem Handy?

Solche Apps verlangen meist weitreichende Geräteberechtigungen. Prüfen Sie vor der Installation, welche Funktionen sie wirklich benötigt, und richten Sie sie gemeinsam mit dem eingebauten System des Geräts ein.

Ab welchem Alter ist WhatsApp für mein Kind erlaubt?

Das Mindestalter steht in den Nutzungsbedingungen des jeweiligen Anbieters und kann sich ändern. Stützt der Anbieter das Konto auf eine Einwilligung, brauchen Kinder unter 16 Jahren zusätzlich die Einwilligung der Eltern nach Art. 8 DSGVO, beruht es auf einem Vertrag, gilt das allgemeine Vertragsrecht.

Apps sind nur ein Teil der Mediennutzung. Einen Überblick über weitere Bausteine für den Alltag und die Grundlagen der Medienkompetenz finden Sie auf den Nachbarseiten, ebenso eine Übersicht geprüfter Webseiten für Kinder. Geplant sind außerdem eigene Seiten zu kindersicherem Streaming, zu Podcasts und Hörspielen, zum Programmieren für Kinder und zum eigenen Gestalten von Trickfilm, Foto und Podcast.

Zuletzt geprüft am 04.10.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
04.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
5 Quellen, unten vollständig aufgeführt
Wiedervorlage
03.10.2028

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