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Altersfreigaben verstehen: FSK, USK und PEGI

Eine Freigabe sagt nicht, dass etwas geeignet ist - sie sagt, dass es voraussichtlich nicht schadet. Was die fünf Kennzeichen bedeuten, warum im App Store etwas anderes dahintersteckt und was im Kino gilt.

An der Kinokasse, vor dem Herunterladen, auf der Hülle eines Spiels: Die Zahl steht überall, und fast alle lesen sie als Empfehlung. Wer weiß, was sie stattdessen ist, kann mehr mit ihr anfangen.

Geprüft wird auf Schaden, nicht auf Eignung

Das Jugendschutzgesetz formuliert es als Verbot, nicht als Empfehlung. Nach § 14 Absatz 1 dürfen Filme und Spielprogramme „nicht für Kinder und Jugendliche freigegeben werden, wenn sie für Kinder und Jugendliche in der jeweiligen Altersstufe entwicklungsbeeinträchtigend sind“.

Die fünf Kennzeichen

Mehr gibt es nicht. Die Wortlaute stehen so im Gesetz, § 14 Absatz 2.

KennzeichenWas es bedeutet
Freigegeben ohne Altersbeschränkungkeine Altersgrenze - nicht „für alle geeignet“
Freigegeben ab sechs Jahrenfür jüngere Kinder als beeinträchtigend eingestuft
Freigegeben ab zwölf Jahrendie Stufe mit der Begleitregel im Kino
Freigegeben ab sechzehn Jahrenkeine Begleitregel
Keine Jugendfreigabeab 18, keine Ausnahme

Die Regel, die im Kino kaum jemand kennt

Ein Kind ab sechs Jahren darf in einen Film ab zwölf, wenn eine personensorgeberechtigte oder erziehungsbeauftragte Person mitgeht. Das steht in § 11 Absatz 2 und wird oft für Kulanz der Kinos gehalten - es ist Gesetz.

Dazu kommen Uhrzeiten aus § 11 Absatz 3, unabhängig von der Freigabe: unter 6 immer in Begleitung, ab 6 bei Ende nach 20 Uhr, unter 16 nach 22 Uhr, ab 16 nach 24 Uhr.

FSK, USK, PEGI - wer was macht

ZeichenWofürGilt in Deutschland
FSKFilme, Serien, Trailerrechtlich verbindlich nach dem Jugendschutzgesetz
USKComputerspiele und Appsrechtlich verbindlich nach dem Jugendschutzgesetz
PEGISpiele, europaweitohne gesetzliche Wirkung - ein Zusatzhinweis, keine Freigabe

PEGI sehen Sie auf importierten Fassungen, in europäischen Shops und in Testberichten. Verbindlich ist hier die USK, und daran hängt mehr als eine Empfehlung: Nach § 12 Absatz 1 darf ein Laden einem Kind einen Datenträger nur überlassen, wenn er für dessen Altersstufe gekennzeichnet ist - ein Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis 50.000 Euro (§ 28). An einem PEGI-Zeichen hängt hier nichts; PEGI führt Deutschland nicht einmal in seiner eigenen Länderliste, Österreich und die Schweiz dagegen schon.

FSK oder USK - was ist der Unterschied?

Beide vergeben nach § 14 Jugendschutzgesetz, beide sind verbindlich, beide kennen dieselben fünf Stufen. Der Unterschied liegt im Gegenstand: Die FSK prüft Filme, Serien und Trailer, die USK Spiele und Apps.

PEGI und USK - warum die Zahlen abweichen

Unten beginnen die Systeme verschieden - PEGI bei 3 und 7, die USK bei 0 und 6. Bei 12, 16 und 18 stehen dieselben Zahlen. Weicht eine Einstufung ab, liegt das deshalb nicht an einer fehlenden Zwischenstufe, sondern an den Kriterien - und die stehen jeweils dabei.

USKPEGI
Stufen0 · 6 · 12 · 16 · 183 · 7 · 12 · 16 · 18, dazu „PEGI !“
Rechtslage in Deutschlandverbindlich gemäß § 14 Jugendschutzgesetzohne gesetzliche Wirkung
Wo Sie es sehenauf hier verkauften Packungen, in Google Play, eShop, Microsoft Store und PlayStation Store (über IARC) - nicht bei Appleauf Importen, in europäischen Shops, in Testberichten
Zusatzangabenseit Januar 2023 die Gründe (etwa „Comic-Gewalt“, „Druck zum Vielspielen“) und die Nutzungsrisiken Chats, In-Game-Käufe, Käufe mit zufälligen Objekten, Standortweitergabeacht Symbole: Gewalt, Vulgäre Sprache, Angst, Glücksspiel, Sex, Drogen, Diskriminierung, In-Game-Käufe - seit Juni 2026 dazu Kauf- und Kommunikationsfunktionen

Im Store ist die Angabe anders entstanden

Das ist der Punkt, an dem sich die meisten Eltern täuschen. Die USK vergab 2025 1.675 Kennzeichen im klassischen Prüfverfahren - und rund 1,3 Millionen im Online-Bereich. Die Online-Kennzeichen entstehen über einen Fragebogen, den der Entwickler selbst ausfüllt (das IARC-Verfahren). Niemand hat das Spiel dafür gespielt.

Ein Store macht es ganz anders: Apple beteiligt sich nicht an IARC. Im App Store stehen Apples eigene Stufen 4+, 9+, 13+, 16+ und 18+, errechnet aus einem Fragebogen des Entwicklers. „13+“ auf dem iPhone ist eine Angabe aus Apples Vertragswerk, keine deutsche Altersfreigabe. Google Play, eShop, Microsoft Store und PlayStation Store zeigen dagegen eine USK-Zahl.

Woher die Zusatzangaben kommen

Aus der Reform des Jugendschutzgesetzes von 2021. Nach § 14 Absatz 2a sollen zusätzlich die Gründe der Freigabe und eine mögliche Beeinträchtigung der persönlichen Integrität gekennzeichnet werden. Was damit gemeint ist, zählt § 10b Absatz 3 auf: Kontakt- und Kauffunktionen, glücksspielähnliche Mechanismen, Mechanismen zur Förderung exzessiver Nutzung, Weitergabe von Daten an Dritte, nicht altersgerechte Kaufappelle. Ein harmloses Spiel mit offenem Chat kann das größere Problem sein als ein Spiel ab 12 ohne Verbindung nach draußen.

Und wo steht die Altersempfehlung?

Nicht im Gesetz - dafür gibt es eigene Stellen. Die USK schreibt über ihre eigenen Kennzeichen: „Die Alterskennzeichen geben jedoch keine Information darüber, ob das Spiel pädagogisch geeignet ist.“ Deutlicher kann man es nicht sagen.

WofürWo eine Empfehlung stehtWas Sie dort bekommen
Filme, Serien, YouTube, Streamingflimmo.deAmpel Grün, Gelb, Rot plus Altersangabe, geschrieben von Medienpädagoginnen und Medienpädagogen. Rot heißt: „Unabhängig vom Alter … für Kinder nicht geeignet.“
Computer- und Konsolenspielespieleratgeber-nrw.depädagogische Beurteilung; die Spiele werden mit Kindern und Jugendlichen getestet

Dass es ein anderer Maßstab ist, zeigen die Zahlen: Der Spieleratgeber vergibt auch 8, 10 oder 14 - Stufen, die das Gesetz nicht kennt.

Vor dem Film, vor dem Spiel

Was die Zahl auf der Hülle nicht beantwortet

Der Reihe nach abgearbeitet dauert das ein paar Minuten - und beantwortet die Fragen, für die eine Altersfreigabe nicht gemacht ist.

  • Eine pädagogische Einschätzung nachgesehenflimmo.de für Filme, Serien und YouTube-Kanäle, spieleratgeber-nrw.de für Spiele. Dort steht, was die Zahl nicht sagt - oft auch, welche Szene das Problem ist.
  • Die Begründung gelesen, nicht nur die ZahlChats, In-Game-Käufe, Standortweitergabe, Druck zum Vielspielen. Diese Angaben entscheiden im Alltag häufiger über Ärger als die Altersstufe.
  • Bei einem Kennzeichen aus dem Store selbst hineingesehenOnline-Kennzeichen entstehen über einen Fragebogen des Entwicklers - ein Hinweis, keine Prüfung.
  • Ihr eigenes Kind mitgedachtKein System kennt es. Ein ängstliches Kind von neun verträgt weniger als ein robustes von sieben. Im Zweifel: erst gemeinsam ansehen.

Zuletzt geprüft am 25.09.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
25.09.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
15 Quellen, unten vollständig aufgeführt
Wiedervorlage
24.03.2027

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