Wird mein Kind im Internet gemobbt?

 

Im digitalen Zeitalter erfährt Mobbing eine ganz neue Dimension. Durch die neuen Medien kann gezielter, weitreichender und anonymer gemobbt werden. Das macht das Cyber-Mobbing so gefährlich. In den sozialen Netzwerken Whatsapp, Instagram und Co sind Kinder und Jugendliche ganz auf sich allein gestellt, hier findet selten eine Überwachung durch Erwachsene statt.

So werden gezielt einzelne Personen ausgeschlossen oder Hassbotschaften und Beleidigungen verfasst und blitzschnell verbreitet. Doch wie kann ich mein Kind davor schützen und wie erkenne ich überhaupt, dass mein Kind Opfer von Cyber-Mobbing geworden ist?

 

Was Cyber-Mobbing so gefährlich macht

Wenn Mobbing aus der realen Welt in die weite und unübersichtliche Welt des Internets verlagert wird, dann geht es über die Beleidigungen während der Schulzeit hinaus und endet nicht mit Schulschluss. Es hört nie richtig auf. So fühlen sich die Betreffenden nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch im eigenen Zuhause nicht mehr sicher. Die häufigste Form von Cyber-Mobbing findet über Whatsapp-Gruppen statt, bei denen einzelne Schüler*innen ausgeschlossen oder direkt beleidigt werden.

Manchmal werden Gruppen gebildet, nur um darüber über einzelne Schüler zu lästern. Hinzu kommt, dass die Reichweite in den sozialen Medien deutlich zunimmt. So werden Opfer nicht nur vor Schulkameraden oder sondern vor einem unüberschaubaren Publikum im Internet bloßgestellt. Die Täter*innen wiederum können viel leichter anonym bleiben, wodurch sie oft noch mutiger werden.

Anzeichen von Cyber-Mobbing erkennen

Wie kann ich als Elternteil oder Lehrer*in erkennen, ob ein Kind Opfer von Cyber-Mobbing geworden ist? Viele Kinder erzählen das nicht gerne zuhause, vor allem, nicht wenn es Bilder oder Videos sind, die das Kind in eine unangenehme Situation versetzen, ist es ihnen eher peinlich. Doch anhand von bestimmten Verhaltensänderungen kann man vermuten, dass das Kind Opfer von Mobbing-Attacken wurde. Zu diesen Anzeichen gehören:

  •       Gesundheitliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Bauch- oder Kopfschmerzen
  •       Verschlossenheit, Gereiztheit
  •       Leistungsabfall in der Schule
  •       Rückzug in virtuelle Welten
  •       Ständiger Drang, Nachrichtendienste zu checken
  •       Rückzug aus dem bisherigen Freundeskreis
  •       Schulangst oder Schulverweigerung

 Richtig handeln bei Cyber-Mobbing

Wenn ich als Elternteil oder Lehrer*in das Gefühl habe, ein Kind werde eventuell gemobbt, dann gibt es einige Dinge zu beachten. Auf jeden Fall sollte man handeln und nicht einfach wegschauen und davon ausgehen, es werde schon wieder von alleine gut werden. Zunächst sollte man Geduld haben.

Zeigen sie Interesse an den Aktivitäten des Kindes und schaffen eine ruhige Gesprächsatmosphäre, in der sich das Kind gerne anvertraut und öffnet. Dann kann gemeinsam mit dem Kind eine Strategie überlegt werden, wie mit dem Mobbing umgegangen wird.

Was sollte man tun?

Da die meisten Mobbing-Täter*innen aus dem eigenen Umfeld des Opfers kommen, macht es Sinn, diesen versuchen zu identifizieren und dann das Gespräch zu suchen. Dazu sollte die Schule und die Eltern miteinbezogen werden.

Um den Überblick zu behalten und auch Beweismaterial zu haben, sollten Screenshots der Beleidigungen gemacht werden oder Nachrichten gespeichert werden. Denn tatsächlich sind solche Beleidigungen und die unerlaubte Veröffentlichung von Bildmaterial im Internet strafbar. In gravierenden Fällen macht es Sinn, sich an den Betreibenden der Plattform zu wenden und die Löschung von Inhalten oder einem Profil zu fordern oder sich sogar mit einer Anzeige an die Polizei zu wenden.

 

Fazit:

 Cyber-Mobbing ist weit verbreitet und ein sehr ernst zu nehmendes Problem in der digitalen Gesellschaft. Das Thema sollte bereits zu Hause und in der Schule angesprochen werden und offen kommuniziert werden. Oft kann man nur versuchen, den Kindern beizubringen, dass sie sich vorstellen sollen, dass so etwas mit ihnen passiert und somit präventiv gegen Cyber-Mobbing vorgehen. Ansonsten gibt es bestimmte Anzeichen, die darauf hindeuten, dass ein Kind unter Mobbing leidet und dann sollte auch schnell gehandelt werden. Wenn sich das Kind keinem Elternteil oder Lehrer*in öffnen will, dann kann es sich auch an helfende Nummern wenden:

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