Fake News erkennen - fünf Fragen, die reichen
Falschmeldungen erkennt man an der Machart, nicht am Inhalt. Fünf Fragen, die auch bei maschinell erzeugten Texten noch funktionieren.
Falschmeldungen erkennt man selten am Inhalt, sondern an der Machart. Das ist die gute Nachricht: Machart lässt sich prüfen, auch wenn man vom Thema nichts versteht - und genau das kann man mit einem Kind üben.
Fünf Fragen, die fast immer reichen
klicksafe fasst die Prüfung in fünf Fragen. Die Fragen nach Herkunft und Bestätigung lassen sich auch auf eine Sprachnachricht in der Klassengruppe anwenden.
Schockiert die Überschrift?
„Ist sie überraschend und sorgt für große Emotionen wie Angst oder Hass?“ Wut und Angst sind die Transportmittel. Wer merkt, dass eine Meldung ihn aufregen soll, hat den ersten Schritt getan.
Woher kommt die Information?
„Ist nachvollziehbar, wer die Nachricht herausgegeben oder verfasst hat?“ Kein Impressum, kein Name, kein Datum - das ist schon die Antwort.
Berichten andere dasselbe?
„Haben andere, vertrauenswürdige Nachrichtenquellen dieselbe Meldung veröffentlicht?“ Findet die Überschrift in der Suchmaschine keine Treffer bei anderen seriösen Medien, ist die Meldung laut klicksafe „wahrscheinlich frei erfunden“. Eine Meldung, die nur an einer Stelle steht, kann allerdings auch einfach neu sein.
Wie alt ist das?
„Wie aktuell sind die Informationen?“ Nicht jede Falschmeldung braucht ein erfundenes Bild. Ein Video, das Anfang März 2026 als Raketeneinschlag in Dubai geteilt wurde, ist laut CORRECTIV „mehrere Jahre alt und entstand woanders“. Ob ein weitergeleitetes Bild schon früher im Netz stand, lässt sich mit der umgekehrten Bildersuche aus Schritt 5 prüfen.
Passt das Bild zur Geschichte?
„Sieht es unglaubwürdig aus, oder wurde es aus dem Zusammenhang gerissen?“ Eine umgekehrte Bildersuche zeigt, wo dasselbe Bild vorher schon war.
Warum es schwerer geworden ist
Falschmeldungen sind darauf angelegt, echt zu wirken. Nach klicksafe imitieren sie „journalistische Formate, um vorzutäuschen, vertrauenswürdige Informationen“ zu sein. Mit KI-Programmen kommt hinzu, was die Datenschutzaufsicht in Nordrhein-Westfalen zu den Problemen im Umgang mit KI zählt: „überzeugend formulierte, aber falsche KI-Resultate“ und „mit KI-Techniken verfälschte Medieninhalte“. Ein fehlerfreier Text oder ein sauberes Bild beweist deshalb nicht, dass eine Meldung stimmt.
Wo man nachsehen kann
Diese Stellen prüfen Meldungen und veröffentlichen das Ergebnis. Dort gibt man einfach den Kern einer Behauptung in die Suche ein. Denn wenn Falschmeldungen im Netz kursieren, gibt es laut klicksafe „möglicherweise bereits Gegendarstellungen“. Findet sich nichts, heißt das noch nicht, dass die Meldung stimmt.
| Angebot | Wofür |
|---|---|
| CORRECTIV | Recherchen und Faktenchecks, auch zu Bildern und Videos |
| ARD-Faktenfinder | aktuelle Meldungen aus dem Nachrichtengeschehen |
| Mimikama | Kettenbriefe, Gewinnspiele und Meldungen aus sozialen Netzwerken |
| BR24 #Faktenfuchs | Faktenchecks des Bayerischen Rundfunks, auch zu Verschwörungserzählungen |
Für jüngere Kinder sind eigene Angebote sinnvoller als ein Faktenchecker für Erwachsene: ZDF logo! erklärt Nachrichten in kindgerechter Form, fragFinn ist eine Suchmaschine mit geprüftem Bestand, und Kruschel ist eine Zeitung für Kinder.
Wie man es mit einem Kind übt
Nicht am Küchentisch als Vortrag, sondern am konkreten Fall - und am besten an einer Meldung, die Ihr Kind selbst mitgebracht hat. Wer eine eigene Nachricht prüfen darf, lernt mehr als bei jeder Erklärung.
- Bei einer Meldung aus der Klassengruppe gemeinsam fragen: „Wer hat das zuerst geschrieben?“ Meistens weiß es niemand - und das ist die Lehre.
- Die umgekehrte Bildersuche einmal gemeinsam benutzen. Kinder finden das Werkzeug spannend und merken sich, dass es existiert.
- Eine echte und eine falsche Meldung nebeneinander legen und die Unterschiede suchen lassen.
- Wenn sich etwas als falsch erweist: nicht nur löschen, sondern in der Gruppe auch sagen, dass es falsch war. Das ist der Teil, der etwas ändert.
Wenn in der Klassengruppe etwas umläuft
Was jetzt zu tun ist
Herkunft, Datum und Bestätigung geben Hinweise darauf, ob eine Meldung stimmt. Ob sie sich weiterverbreitet, hängt davon ab, was Sie und Ihr Kind danach tun.
- Nicht weiterschicken, solange etwas offen istklicksafe nennt die Reihenfolge „Erst Fakten checken und Quelle prüfen“, dann weiterleiten. Mit Ihrem Kind lässt sich das als feste Absprache treffen. Was komisch wirkt, zeigt es zuerst Ihnen und nicht der nächsten Gruppe.
- Gemeinsam nachsehenDie Überschrift oder den auffälligsten Satz in eine Suchmaschine geben, bei einem Foto die Rückwärtssuche am Computer nutzen, die klicksafe dafür nennt. Bei einer ganz neuen Meldung beweist ein leeres Ergebnis allein noch nichts.
- Im Zweifel einen Faktenchecker fragenCORRECTIV nimmt Hinweise per WhatsApp an +49-151-17535184 entgegen, auch wenn man nur unsicher ist, ob eine Behauptung stimmt, und bittet um die Originaldatei oder einen Link. Mimikama nimmt Hinweise über ein Meldeformular an und schreibt: „Du musst nicht wissen, ob etwas wirklich falsch ist.“ Namen aus der Klassengruppe gehören nicht dazu. Mimikama schreibt auch, man könne „nicht immer persönlich antworten“.
- Falsches in der Gruppe richtigstellenklicksafe rät, die Weiterleitenden „respektvoll darauf aufmerksam“ zu machen, und fügt hinzu: „Vielleicht haben sie nicht gewusst, dass der Inhalt von einer unseriösen Quelle stammt.“ Ein sachlicher Satz mit der Fundstelle genügt. Läuft die Falschmeldung öffentlich, etwa als Video oder Beitrag, lässt sie sich auch „auf der Plattform melden“, wie klicksafe es nennt.
Dazu passt: Nachrichten, die mit Drohungen oder Versprechen zum Weiterschicken drängen, behandelt der Ratgeber zu Kettenbriefen auf WhatsApp. Welche Seiten für Referate und Hausaufgaben taugen, klärt der Ratgeber Vertrauenswürdige Quellen im Netz finden. Wie ein Kind eine flüssig formulierte KI-Antwort nachprüft, zeigt KI bei den Hausaufgaben, und alle Seiten zum Thema sammelt Desinformation und Meinung.
Zuletzt geprüft am 28.09.2026
Quellen
- faktenfinder - Fakten-Checks und Hintergründe · ARD, tagesschau.de
- #Faktenfuchs Faktenchecks · Bayerischer Rundfunk, BR24
- CORRECTIV.Faktencheck · CORRECTIV
- Explosion im Livestream: Video zeigt keinen Angriff des Iran · CORRECTIV · 12.03.2026
- Mal eben „Chatty“ fragen? Tipps zum Schulstart · Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW
- Fake, Betrug oder verdächtige Behauptung melden · Mimikama, Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch
- Über uns · Mimikama, Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch
- Kruschel - Deine Zeitung · VRM GmbH & Co. KG
- logo! - die Kindernachrichten des ZDF · ZDF
- Über fragFINN · fragFINN e.V.
- Desinformation und Meinung · klicksafe
- Fake News - Aufklärung & Unterstützung für Kinder · klicksafe (Medienanstalt Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz) · 12.10.2023
Redaktioneller Stand
- Geprüft am
- 28.09.2026
- Geprüft von
- Redaktion medienbewusst.de
- Belege
- 12 Quellen, unten vollständig aufgeführt
- Wiedervorlage
- 28.09.2027
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