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Browserspiele und Free-to-play: Wie sie Geld verdienen

Ein Kind sitzt mit einem Tablet auf dem Boden, ein Erwachsener kniet daneben und zeigt auf den Bildschirm, im Hintergrund steht ein Sparschwein.
Taschengeld schützt nur, wenn das Kind auch mit eigenem Geld bezahlt - nicht mit der hinterlegten Karte der Eltern.

Kostenlose Browser- und App-Spiele verdienen über Zusatzkäufe im Spiel. Was 2010 als neues Geschäftsmodell galt, zeigt heute der Taschengeldparagraph und USK-Hinweise zu Käufen und Lootboxen.

Browserspiele und App-Spiele wie Taonga, Hay Day oder Farm Merge Valley sind im Download kostenlos - verdienen tun die Anbieter über Zusatzkäufe im Spiel: schnellere Ernten, Extra-Leben, Kostüme, Lootboxen. Rechtlich gilt für Kinder dabei der Taschengeldparagraph (§ 110 BGB): Ein Kauf wird nur automatisch wirksam, wenn das Kind mit eigenem, frei überlassenem Taschengeld bezahlt hat - nicht, wenn eine im Gerät hinterlegte Zahlungskarte der Eltern abgebucht hat.

2010 und heute: Was aus dem Geschäftsmodell wurde

ThemaHeute gültig
GeschäftsmodellFree-to-play mit Käufen im Spiel - unverändert zum Bericht von 2010, dazu heute meist Abos und Battle-Pässe
Kauf durch das KindNur wirksam mit eigenem Taschengeld (§ 110 BGB) - nicht bei einer hinterlegten Zahlungskarte der Eltern
AlterskennzeichnungUSK-Kennzeichen plus Zusatzhinweis zu Käufen seit Januar 2023, IARC-System für Onlinestores seit April 2025 rechtlich anerkannt
ElternkontrolleIn-App-Käufe lassen sich auf Android und iOS je Gerät sperren

Der Bericht von 2010: Browserspiele im Aufschwung

Browserspiele befinden sich auf der Überholspur. Farmerama, Kapi Hospital und Co. schicken sich an, aus dem Schatten der Clientgames hervorzutreten und sich weiter als eigenes Spielgenre zu etablieren. Der Erfolg gibt ihnen Recht: Von 12,4 Millionen deutschen Online-Gamern sind zehn Millionen bei mindestens einem Browserspiel registriert. Die Branche verzeichnet einen Jahresumsatz von 100 Mio. Euro und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. Dabei streiten sich die Geister, was überhaupt unter einem Browsergame zu verstehen ist.

Die klassische Definition eines Browserspiels leitet sich aus dem Begriff selbst ab: Ein Spiel, das im Browser gespielt wird. Mit dem Wechsel zum Smartphone ist aus vielen Browserspielen seither ein App-Spiel geworden - das Geschäftsmodell blieb dasselbe.

Doch wie finanzieren sich Browserspiele? Die Basis legt ein sogenanntes free-to-play-Konzept. Jeder darf sich so lange und so oft er möchte kostenlos seinem favorisierten Spiel widmen. Dennoch wird es den Spielern ermöglicht, neben ihrer Zeit auch Geld zu investieren. Sogenannte Itemshops ermöglichen oftmals für relativ kleine Beträge das Freischalten exklusiver Bonusinhalte.

Was heute für Käufe im Spiel gilt

Kinder ab sieben Jahren dürfen zwar selbst Verträge schließen, brauchen dafür aber grundsätzlich die Zustimmung der Eltern. Eine Ausnahme ist der Taschengeldparagraph: Ein Vertrag gilt von Anfang an als wirksam, wenn das Kind die Leistung „mit Mitteln bewirkt, die ihm zu diesem Zweck oder zu freier Verfügung von dem Vertreter oder mit dessen Zustimmung von einem Dritten überlassen worden sind“ (§ 110 BGB). Zahlt dagegen eine im Gerät gespeicherte Kreditkarte der Eltern, ist das kein eigenes Mittel des Kindes.

Bei der Alterskennzeichnung hat sich seit 2010 einiges geändert. Seit Januar 2023 tragen neu geprüfte Spiele zusätzlich „Hinweise zu vorhandenen Funktionen im Spiel, wie in etwa zu Kauf- oder Kommunikationsmöglichkeiten“ - genannt werden unter anderem In-Game-Käufe, Chats und Lootboxen, getrennt von der Alterseinstufung selbst. Seit April 2025 haben die Jugendministerien der Länder das IARC-System für Onlinespiele rechtlich anerkannt und „damit die Bedeutung der USK-Kennzeichen auch im Online-Bereich unterstrichen“ - darüber laufen seither auch die Alterskennzeichen vieler App- und Browserspiele im Google Play Store.

Was Sie als Eltern tun können

  1. Käufe im Gerät sperren

    Android: Zahlungen und Abos öffnen und dort die Bestätigung von Käufen aktivieren - das muss auf jedem Gerät einzeln eingerichtet werden. Auf dem iPhone sperren Sie Käufe über die Bildschirmzeit-Einstellungen.

  2. Taschengeld-Grenze absprechen

    Legen Sie fest, wie viel Geld Ihr Kind monatlich frei für Käufe im Spiel ausgeben darf, und woher dieses Geld kommt.

  3. Spielwährung erklären

    Münzen, Edelsteine oder Punkte verschleiern den echten Preis. Rechnen Sie mit Ihrem Kind einmal gemeinsam aus, wie viel Euro eine Spielwährung tatsächlich kostet.

  4. Bei ungewolltem Kauf reagieren

    Hat Ihr Kind über die hinterlegte Karte gekauft, ohne zu fragen, wenden Sie sich an den Anbieter und verweisen auf die fehlende Einwilligung nach § 110 BGB.

  5. Kauf- und Lootbox-Hinweis mitlesen

    Schauen Sie im Store nicht nur auf die Alterskennzeichnung, sondern auch auf den separaten Hinweis zu In-Game-Käufen oder Lootboxen.

Zum Mitnehmen

Käufe im Spiel unter Kontrolle

Fünf Punkte für Eltern von Kindern, die Browser- oder App-Spiele nutzen:

  • Ist die Kaufbestätigung auf jedem Gerät aktiviert?Sonst kann jeder im Haushalt ohne weitere Abfrage kaufen.
  • Weiß Ihr Kind, dass Spielwährung echtes Geld kostet?Münzen oder Edelsteine verschleiern oft den tatsächlichen Preis.
  • Ist eine Taschengeld-Grenze für Käufe im Spiel festgelegt?Nur dann greift der Taschengeldparagraph zugunsten des Kindes.
  • Kennen Sie den Kauf- und Lootbox-Hinweis neben der Alterskennzeichnung?Seit 2023 zeigen Store-Einträge das getrennt von der reinen Alterseinstufung.
  • Prüfen Sie gelegentlich die Abrechnung des App- oder Play-Stores?So fallen ungewollte Käufe schnell auf.

Was ist ein Browserspiel?

Ein Spiel, das direkt im Internetbrowser läuft, ohne Installation. Der Begriff stammt aus der Zeit vor Smartphone-Apps; viele dieser Spiele laufen heute zusätzlich oder nur noch als App.

Welches Browserspiel ist das beste?

medienbewusst.de vergibt keine Spiele-Rankings. Wie Sie eine App unabhängig von der Werbung einschätzen, steht unter Gute Apps nach Alter weiter unten verlinkt.

Muss mein Kind einen Kauf im Spiel bezahlen, den es ohne Erlaubnis gemacht hat?

Nur wenn es mit eigenem, frei überlassenem Taschengeld bezahlt hat (§ 110 BGB). Lief der Kauf über eine im Gerät hinterlegte Zahlungskarte der Eltern, fehlt die nötige Einwilligung.

Welche Alterskennzeichnung gilt für Online- und Browserspiele?

Seit April 2025 ist das IARC-System für Onlinestores rechtlich anerkannt; seit Januar 2023 weisen neu geprüfte Spiele zusätzlich auf Kauf-, Chat- und Lootbox-Funktionen hin - getrennt von der Alterseinstufung selbst.

Wie Sie eine App unabhängig von der reinen Alterskennzeichnung einschätzen, steht unter Gute Apps nach Alter. Welche Internetseiten für Kinder sich eignen, zeigt Kinderseiten, die taugen. Weitere Ideen für einen bewussten Umgang mit Spielen und Apps sammelt der Bereich Medien sinnvoll nutzen.

Zuletzt geprüft am 05.10.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
05.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
5 Quellen, unten vollständig aufgeführt
Wiedervorlage
04.10.2028

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