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LEGO Ninjago: Die Kritik an der Serie und ab wann Kinder mitkommen

Ein Kind und ein Erwachsener bauen von oben gesehen auf dem Teppich gemeinsam aus losen LEGO-Steinen, ohne Bauanleitung, ein Tablet liegt daneben mit dem Bildschirm nach unten.
Frei bauen statt nur der Anleitung folgen: Genau das empfehlen Eltern ihren Kindern gegen den Vorwurf, Ninjago verkaufe nur Sets.

LEGO Ninjago ist die am längsten laufende LEGO-Serie, steht aber wegen ständig neuer, teurer Sets und strenger Bauanleitungen in der Kritik. Was dahintersteckt und worauf Eltern achten können.

Kritiker werfen LEGO vor, die Serie „Ninjago“ vor allem zu nutzen, um Kinder zum Kauf immer neuer Spielzeugsets zu bewegen, und sie dabei aufs reine Nachbauen nach Anleitung zu verengen, statt die Kreativität zu fördern, für die LEGO-Steine eigentlich bekannt sind. LEGO weist das zurück. Eine gesetzliche Altersfreigabe oder eine FLIMMO-Besprechung gibt es für die Serie nicht.

Ninjago auf einen Blick

WasAngabe
ArtAnimierte Action-Fernsehserie, basiert auf der LEGO-Spielzeugreihe Ninjago
Start2011 mit der Pilotfolge „Meister des Spinjitzu“, deutsche Erstausstrahlung Februar 2012
HerkunftLEGO-Konzern, Dänemark
AltersempfehlungKeine FLIMMO-Besprechung, keine erreichbare FSK-Einstufung gefunden (Stand Oktober 2026)
KritikpunktVerkaufsförderung für Spielzeugsets, Bauen nach Anleitung statt freiem Spiel

Worum es in Ninjago geht

Ob als Steine zum Zusammenlegen oder als Ninja-Kämpfer im Fernsehen: „Ninjago“ ist eine der erfolgreichsten LEGO-Marken aller Zeiten. Die animierte Action-Fernsehserie ist die am längsten laufende LEGO-Serie und basiert auf der gleichnamigen LEGO-Spielzeug-Reihe. Der Erfolg der Serie verdeutlicht, dass das dänische Unternehmen, das durch die mittlerweile als Spielzeugklassiker geltenden Legosteine bekannt wurde, seine Produktpalette weit über die bunten Bausteine erweitert hat. Die Verbindung zu den zu erwerbenden Kunststoff-Klötzchen scheint dabei aber stets gegeben zu sein.

Die Serie spielt in der fiktiven Welt von Ninjago - ein von der japanischen und chinesischen Mythologie inspirierter Ort. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die vier Ninja-Lehrlinge, deren Namen Jay, Kai, Zane und Cole sind.

Nachdem Ninjago von Lord Garmadon und seiner Skelett-Armee überfallen wird, droht Ninjago der Zerfall. Um diesen zu verhindern und das Land zu retten, führt Meister Sensei Wu seine vier Lehrlinge in die geheime Kampfkunst des Spinjitzu ein. Folge für Folge stehen die Ninjas anderen Bösewichten gegenüber und versuchen dabei, Ninjago von den bösen Kräften zu befreien.

2011 erstrahlten die Ninjas in „Meister des Spinjitzu“ erstmals im Fernsehen. Ursprünglich als Pilotfolge geplant, sollte die Folge dazu dienen, eine LEGO-Produktlinie rund um Ninjago zu bewerben. Nachdem diese sich als sehr erfolgreich erwiesen hatte, beschloss LEGO eine komplette TV-Serie über die Abenteuer der Ninjas zu entwickeln. Im Februar 2012 erschien mit „Das Jahr der Schlangen“ (original: Rise of the Snakes) die deutschsprachige Erstausstrahlung der ersten Staffel.

Die Kritik an Ninjago

Trotz des großen Erfolges der LEGO-Serie ruft diese auch Kritik hervor. Zum einen wird LEGO vorgeworfen, die Serie zu nutzen, um Kinder zum Kauf der Spielzeuge zu verleiten. Die verschiedenen LEGO-Boxen, die ständig neue Figuren und Schauplätze aus Ninjago enthalten, wären meist nicht einzeln, sondern in mehrteiligen Paketen zu erwerben. Zudem wären sie überteuert.

Ein weiterer Nachteil wird darin gesehen, dass Kinder die Bausteine nur noch strikt nach Anleitung zusammenlegen würden. Dadurch sei die Grundidee des LEGOS verloren gegangen, nämlich das durch die Fantasie angeregte Stapeln der Steine.

Das Unternehmen kann diese Kritik jedoch nicht nachvollziehen. Die Serie würde Kindern eine Geschichte bieten, die sie mit Hilfe der dazugehörigen LEGO-Teile selbst weiterentwickeln können. Dadurch würde die Fantasie sogar angeregt werden.

Was heute gilt

Für die Praxis zählt weniger, bei welchem Sender oder Streamingdienst eine Serie läuft, als die Frage, wie Kinder damit umgehen. Die Leitlinie der Kinder- und Jugendmedizin zur Prävention von Bildschirmmediengebrauch empfiehlt für 6- bis 9-Jährige „Höchstens 30-45 Minuten an einzelnen Tagen und mit einem Erwachsenen“, für 9- bis 12-Jährige „Höchstens 45-60 Minuten freizeitliche Bildschirmnutzung“ am Tag (Stand 2023).

Pädagogisch sinnvoll wird Ninjago vor allem dann, wenn aus dem Zuschauen mehr wird als reiner Konsum: Gespräche über die Handlung, über Fairness zwischen den Ninja-Figuren und über Kaufwünsche setzen die Serie in genau den Rahmen aus gemeinsamer Nutzung, den die Leitlinie für jüngere Kinder vorsieht.

So gehen Sie als Eltern mit Ninjago um

  1. Erste Folge selbst ansehen

    Da es keine offizielle Alterskennzeichnung gibt, verschaffen Sie sich vor allem bei jüngeren Kindern selbst einen Eindruck von Tempo und Kampfszenen.

  2. Bei jüngeren Kindern mitschauen

    Bis etwa 9 Jahre empfiehlt die Leitlinie, Bildschirmzeit an einzelnen Tagen und gemeinsam mit einem Erwachsenen zu verbringen.

  3. Über Kaufwünsche sprechen

    Legen Sie vorher fest, wie oft und wofür neue Sets gekauft werden - das nimmt dem Werbedruck der Serie etwas von seiner Wirkung.

  4. Freies Bauen ermutigen

    Fordern Sie Ihr Kind gelegentlich auf, aus vorhandenen Steinen ohne Anleitung etwas Eigenes zu bauen - genau das, was Kritiker an der Serie vermissen.

  5. Sichere Suchwege nutzen

    Lassen Sie Ihr Kind über die YouTube-Kids-App, eine Kindersuchmaschine oder die Sender-Mediathek nach Ninjago suchen statt über die offene Suche.

Zum Mitnehmen

Passt Ninjago zu Ihrem Kind?

Fünf Punkte vor dem ersten Einschalten:

  • Haben Sie selbst eine Folge angeschaut?Ohne FLIMMO-Besprechung oder FSK-Einstufung bleibt der eigene Eindruck die verlässlichste Orientierung.
  • Ist Ihr Kind jünger als etwa 9 Jahre?Dann sieht die Leitlinie gemeinsames Schauen an einzelnen Tagen vor, nicht freies Dauerschauen.
  • Gibt es eine Abmachung zu neuen Sets?Das entschärft den Kaufdruck, den Kritiker der Serie vorwerfen.
  • Baut Ihr Kind auch ohne Anleitung?Freies Bauen hält die Kreativität wach, die Kritiker bei reinem Bausatz-Nachbau vermissen.
  • Sucht Ihr Kind über einen kindgerechten Zugang?YouTube Kids, Kindersuchmaschine oder Mediathek statt offener Suchmaschine.

Was wird an LEGO Ninjago kritisiert?

Kritiker werfen LEGO vor, mit der Serie den Verkauf ständig neuer, oft nur im Paket erhältlicher und aus ihrer Sicht teurer Sets zu befördern, und Kinder aufs Nachbauen nach Anleitung statt auf freies, fantasievolles Bauen zu lenken. LEGO widerspricht dem und verweist darauf, dass Kinder die Geschichte mit den eigenen Teilen weiterentwickeln könnten.

Ist Ninjago pädagogisch sinnvoll?

Das hängt davon ab, wie die Serie genutzt wird. Gemeinsames Schauen mit Gesprächen über Handlung, Fairness und Kaufwünsche entspricht dem Rahmen, den die Leitlinie der Kinder- und Jugendmedizin für jüngere Kinder empfiehlt - reines Konsumieren ohne Begleitung nicht.

Ab welchem Alter ist Ninjago geeignet?

Eine offizielle Alterskennzeichnung gibt es nicht: Weder FLIMMO noch die FSK-Datenbank führen (Stand Oktober 2026) eine Besprechung zur Serie. Sehen Sie sich deshalb vor allem bei jüngeren Kindern selbst eine Folge an, bevor Ihr Kind sie schaut.

Warum taucht bei der Suche nach Ninjago auch unpassender Inhalt auf?

Eine offene Videosuche zeigt neben echten Ninjago-Clips mitunter auch Inhalte, die nicht für Kinder gedacht sind. Ein kindgerechter Zugang wie die YouTube-Kids-App, eine Kindersuchmaschine oder die Sender-Mediathek umgeht dieses Risiko.

Seit wann gibt es LEGO Ninjago?

Die Pilotfolge „Meister des Spinjitzu“ lief 2011 erstmals im Fernsehen, die deutschsprachige Erstausstrahlung der ersten Staffel folgte im Februar 2012 mit „Das Jahr der Schlangen“.

Wenn Ihr Kind lieber selbst etwas gestaltet, statt nur nachzubauen: Unter Trickfilm, Foto und Podcast: Medien selbst gestalten finden Sie Ideen dazu. Wie ein Kinderprofil mit Altersstufe und PIN beim Streamen eingerichtet wird, steht unter Netflix kindersicher machen. Einen Überblick über weitere Wege zu einem bewussten Umgang mit Medien gibt Medienkompetenz und Medienbewusstsein.

Zuletzt geprüft am 05.10.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
05.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
2 Quellen, unten vollständig aufgeführt
Wiedervorlage
04.10.2028

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