Vom Film zum Musical: was aus Kinderfilmen auf der Bühne wird
Mehrere Disney-Filme laufen in Deutschland auch als Bühnenmusical. Am Beispiel von „Der König der Löwen“ und „Tarzan“ zeigt sich, was sich beim Wechsel von der Leinwand auf die Bühne ändert.
Zwei der bekanntesten Beispiele sind Der König der Löwen und Tarzan: Beide Zeichentrickfilme laufen in Hamburg, Stuttgart und weiteren Städten auch als Bühnenstück. Im König-der-Löwen-Musical ist der Mandrill Rafiki weiblich statt männlich, im Tarzan-Musical fehlt der Elefant Tantor ganz. Wer den Film kennt, erkennt solche Unterschiede meist sofort.
| Film | Musical |
|---|---|
| König der Löwen: Mandrill Rafiki ist männlich | König der Löwen (Hamburg): Rafiki ist weiblich |
| Tarzan: Elefant Tantor begleitet Tarzan | Tarzan-Musical: Elefant Tantor kommt nicht vor |
| Tarzan: Angreifer sind Paviane | Tarzan-Musical: Angreifer ist eine Riesenspinne |
Der König der Löwen: Film und Musical im Vergleich
Der Zeichentrickfilm von Disney wurde 1994 veröffentlicht und ist der 32. Film in der Disneyfilmreihe.
In dem Film regiert der beliebte König Mufasa sein Land. Als sein Sohn Simba geboren wird, bildet er ihn zur Nachfolge aus. Sein Bruder Scar missgönnt ihm jedoch die Macht. Deshalb plant er mit Hilfe der Hyänen, Simba zu töten. Weil der erste Versuch misslingt, lockt er Simba in eine Schlucht und lässt die Hyänen eine Herde Gnus aufscheuchen. Währenddessen berichtet Scar seinem Bruder Mufasa, Simba schwebe in Gefahr. Beim Versuch, seinen Sohn zu retten, stirbt Mufasa durch Scar.
Von Schuldgefühlen geplagt folgt Simba dem Rat von Scar und verlässt seine Heimat. Dabei verfolgen die Hyänen ihn erneut, um ihn zu töten. Allerdings kann Simba in die Wüste fliehen. Dort lernt er seine zukünftigen Wegbegleiter Timon, das Erdmännchen, und Pumbaa, das Wildschwein, kennen, die den kleinen Simba großziehen.
Nach langer Zeit trifft Simba zufällig auf seine Kindheitsfreundin Nala, die ihm von Scars grausamer Herrschaft erzählt. Daraufhin kehrt er in seine Heimat zurück, um das ihm zustehende Königreich zurückzugewinnen.
Seit 1997 gibt es das gleichnamige Musical zum Film Der König der Löwen. Interessierte Besucher haben die Möglichkeit, das Spektakel in Hamburg live zu sehen.
Im Vergleich zum Film besitzt das Musical allerdings einige Unterschiede: so ist zum Beispiel der Mandrill Rafiki - anders als im Film - im Musical weiblich. Die Regisseurin Julie Taymor war der Meinung, dass es im Film keine weibliche Führungsrolle gäbe. Nalas Lied „Schattenland“ im Musical stellt ihren Abschied von der Savanne dar. Dieser wird im Film nur als kurzer Rückblick erwähnt.
Insgesamt ist „Der König der Löwen“ ein hochgelobtes Musical, das seit 15 Jahren in Hamburg aufgeführt wird. Das Musical, das bereits elf Millionen Zuschauer verzeichnen konnte, sei immer noch jeden Abend ausverkauft, so Stage Entertainment. Die Angaben zu Laufzeit und Zuschauerzahl stammen aus der Zeit, als der Text ursprünglich entstand, und wurden für diese Auffrischung nicht neu geprüft.
Tarzan: Film und Musical im Vergleich
Disney veröffentlichte den Zeichentrickfilm „Tarzan“ im Jahr 1999. In diesem Film dreht es sich um die Beziehung zwischen dem wilden Tarzan und Jane.
Nach einem Schiffbruch gelangten Tarzans Eltern auf eine wilde, menschenleere Insel. Dort bauten sie sich mit der Zeit eine Art Zuhause. Doch schon bald überfiel und tötete die Leopardin Sabor die Eltern. Daraufhin findet Kala, die Frau des großen Silberrückens Kerchak, das Menschenbaby und zieht Tarzan groß. Doch die Gruppe von Gorillas akzeptiert Tarzan nicht.
Viele Jahre später kommt eine Gruppe Forscher auf die Insel. Als sie von Pavianen angegriffen werden, rettet sie Tarzan. Dabei lernt er die Tochter des Forschungsleiters kennen und verliebt sich in Jane. Ein weiterer Teil der Gruppe ist Clayton, der den wahren Grund seiner Reise verheimlicht: die Jagd auf Gorillas. Dieser schafft es, Tarzan in einen Hinterhalt zu locken und Kerchak zu töten. Tarzan kann sich mit Hilfe seiner Freunde, dem Gorilla-Mädchen Terk und dem Elefanten Tantor, befreien und tötet im Kampf Clayton.
Jane und ihr Vater sollen von einem Rettungsschiff abgeholt werden, doch sie entscheiden sich, auf der Insel zu bleiben.
Das Musical „Tarzan“ wurde zum ersten Mal am 10. Mai 2006 am Broadway in New York City aufgeführt. In Deutschland wurde das Stück erstmals 2008 präsentiert. Vergleicht man den Film mit dem Musical, so fällt auf, dass der Elefant Tantor im Musical gar nicht vorkommt. Die Rolle Terk wird zudem von einem Mann gespielt, obwohl sie im Film eigentlich weiblich ist. Außerdem wurden die Paviane, die die Forschungsgruppe angreifen, durch eine Riesenspinne ersetzt.
Nichtsdestotrotz sei das Disneymusical Tarzan ein voller Erfolg, wie Stage Entertainment verkündet hat. Seit der Premiere 2013 seien nach Angaben von Stage Entertainment alle Shows ausverkauft. Der Stage-Sprecher Stephan Jaekel ist erfreut über den Erfolg: „Tarzan wurde von Stuttgart enthusiastisch aufgenommen“. Und auch das Publikum ist fasziniert. Der Comedian Luke Mockridge meint zum Stück: „Ich bin begeistert von den spektakulären Flugszenen im ganzen Theatersaal. Das Kind in mir hatte viel Spaß!“. Auch diese Angaben stammen aus der Zeit der ursprünglichen Veröffentlichung.
Musical oder Film: was für Familien den Unterschied macht
Grundlegend gestaltet sich der Vergleich von Disneyfilmen und -musicals als schwierig. Der Vorteil von Filmen liegt klar auf der Hand: Man kann DVDs sehen, wann und wo man möchte. Wohingegen man bei Musicals an Ort und Zeit gebunden ist. In den meisten Fällen bleibt es nicht nur bei einer langen Fahrt, oftmals muss auch eine Übernachtung dazu gebucht werden. Nimmt man also den langen Weg auf sich, entstehen gewisse Erwartungen an das Musical. Diese basieren in den meisten Fällen auf das Vorwissen durch den Film.
Im Großen und Ganzen sind die Musicals sehr nah an ihrer Vorlage angelehnt. Beide Musicals zeigten einige Abweichungen, die jedoch nicht von der originalen Geschichte ablenken. Daraus folgt, wer bereits den Film mochte, dem wird auch das gleichnamige Musical gefallen.
Was das für den Theaterbesuch mit Kindern bedeutet
Passt ein Musicalbesuch zu Ihrer Familie?
Ein paar Fragen vorab:
- Kennt Ihr Kind den Film schon?Dann erkennt es die Unterschiede zum Musical leichter und freut sich meist darüber.
- Sitzt Ihr Kind schon länger ruhig in einer Vorstellung?Musicalaufführungen dauern in der Regel mehrere Stunden mit Pause.
- Ist die Anfahrt eingeplant, etwa nach Hamburg oder Stuttgart?Oft kommt eine Übernachtung dazu, das lohnt sich zu bedenken.
- Haben Sie danach Zeit für ein kurzes Gespräch?So bleibt hängen, was im Musical anders war als im Film.
Häufig gestellte Fragen zu den Disney-Musicals
Was ist im Musical Der König der Löwen anders als im Film?
Unter anderem ist der Mandrill Rafiki im Musical weiblich, während er im Film männlich ist. Außerdem gibt es im Musical das Lied „Schattenland“, das im Film nur als kurzer Rückblick vorkommt.
Was ist im Tarzan-Musical anders als im Film?
Der Elefant Tantor kommt im Musical nicht vor, die Rolle Terk wird von einem Mann gespielt, und die angreifenden Paviane wurden durch eine Riesenspinne ersetzt.
Wo laufen die Disney-Musicals in Deutschland?
Deutsche Theater zeigen mehrere Disney-Musicals an unterschiedlichen Standorten, unter anderem in Hamburg, Stuttgart und Oberhausen.
Wer mit Kindern öfter gemeinsam Geschichten erlebt, findet weitere Anregungen unter Podcasts und Hörspiele für Kinder und, mit Blick auf die Geschichte hinter den Medien selbst, unter Vom Buchdruck zum Internet: Die Geschichte der Medien. Einen Überblick über weitere Themen gibt Medien sinnvoll nutzen.
Zuletzt geprüft am 05.10.2026
Redaktioneller Stand
- Geprüft am
- 05.10.2026
- Geprüft von
- Redaktion medienbewusst.de
- Wiedervorlage
- 04.10.2028
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