Wenn Kinder noch keine Smartphones bekommen sollen – Diese Alternativen gibt es!

Heutzutage steht das erste eigene Smartphone immer früher auf der Wunschliste der Kinder, schließlich haben Paul und Laura aus der Schule ja auch schon das neuste iPhone. Für die ständige Erreichbarkeit und einen sicheren Schulweg ist ein Handy ja auch durchaus praktisch. Aber muss es gleich ein neues Smartphone sein, oder gibt es noch andere Alternativen?

 

Was spricht gegen ein Smartphone für den Nachwuchs?

Zu aller erst lässt sich sicherlich sagen, dass  ein Handy niemals eine Notwendigkeit ist. Schließlich sind die meisten Eltern auch ohne Smartphone im Kindesalter groß geworden. Jedoch leben wir mittlerweile in einer anderen Zeit und für die meisten ist ein Handy mittlerweile fester Bestandteil des Alltags.

Dennoch gibt es diverse Punkte, die gegen eine verfrühte Handynutzung sprechen, wie beispielsweise das hohe Suchtpotenzial. Denn mittlerweile verbringen Kinder und Jugendliche immer mehr Zeit am Handy, wodurch die Konzentrationsfähigkeit des Nachwuchses sinken kann. Auch kann dieser die Lust an außerschulischen Aktivitäten und gemeinsamen Treffen mit Freund*innen verlieren, da der gesamte soziale Austausch nur noch über das mobile Endgerät stattfindet.

Viele Gefahren lauern hinter dem Bildschirm

Oft sind sich Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren noch nicht über die Gefahren von Social Media und dem Internet im Klaren und posten viel und gerne. Wer diese Fotos sehen kann, wird dabei meistens nicht beachtet und auch die nicht reale Welt auf sozialen Plattformen wie Instagram wird nicht als solche erkannt.

So können beispielsweise utopisch hohe Schönheitsstandards als real angesehen werden, was vor allem bei jungen Mädchen die Psyche beeinflussen kann. Aber auch einfache Regeln, wie, dass Handys nicht während der Schulzeit genutzt werden sollten und, dass Handys im Straßenverkehr nichts zu suchen haben, muss der Nachwuchs erst begreifen. 

 

Laut einer Umfrage von „Bitkom Research“ besitzen bereits 33 Prozent der 8- bis 9-Jährigen in Deutschland ein Smartphone. In der Gruppe der 10 bis 11-Jährigen sind es bereits 75 Prozent und nur 5 Prozent der Jugendlichen, die zwölf Jahre und älter sind, besitzen kein Smartphone!

 

Was spricht für ein Smartphone?

Auf der anderen Seite hingegen bringt ein Handy für Kinder auch viele Vorteile mit sich. Allem voran vermittelt es Sicherheit für Eltern und Kind gleichermaßen, denn so sind die Kids immer erreichbar. Auch kann mit einem GPS-Tracker im Smartphone kontrolliert werden, wo sich der Nachwuchs gerade befindet.

Das erste eigene Smartphone vermittelt seinen Nutzernden ein Gefühl von Selbstständigkeit. Lösungen für Probleme im Internet suchen, eigene Anrufe tätigen und Treffen mit Freund*innen über WhatsApp ausmachen. All dies und noch mehr ist mit dem eigenen Handy möglich und kann das Selbstbewusstsein und die Selbstständigkeit von Kindern stärken. 

Handy sorgt für soziale Zugehörigkeit

Ein weiterer Aspekt ist, dass ein Handy mittlerweile für die soziale Zugehörigkeit sorgt. Wer ein Mobiltelefon hat, der kann in der Schule mitreden. Es können gemeinsam Spiele gespielt werden, wie Quizduell oder Candy Crash.

Des Weiteren können Videos gedreht und Fotos im Alltag gemacht werden. Außerdem besitzen immer mehr Schulklassen heutzutage WhatsApp-Gruppen, in denen unter anderem die Hausaufgaben besprochen werden oder Aktivitäten für die große Pause geplant werden können. Wer kein Teil dieser Gruppe ist, könnte etwas verpassen. Vor allem Kinder im Alter von zehn Jahren und älter kann diese Angst zu schaffen machen. 

Aber welche Möglichkeiten gibt es, die dem Nachwuchs die Kommunikation über WhatsApp und eine dauerhafte Erreichbarkeit gewährleisten, ohne direkt das neuste Smartphone kaufen zu müssen?

Welche Alternativen gibt es?

Natürlich gibt es für Eltern immer die Möglichkeit standhaft zu bleiben und den Kids erst mal kein Handy zu schenken. Die Frage ist nur, ob dies tatsächlich sinnvoll ist oder ob es noch andere Alternativen zum „handyfreien Alltag“ gibt? 

  • In jedem Fall muss das erste Handy nicht das Neuste auf dem Markt sein. Ein Günstigeres aus zweiter oder dritter Hand kann Kinder ebenso glücklich machen. Speziell dafür gibt es Webseiten, die gebrauchte und aufgearbeitete Handys zu günstigeren Preisen verkaufen. Aber am meisten bietet sich die Weitergabe innerhalb der Familie an. Habt ihr vielleicht noch ein altes Samsung in der Schublade liegen? Dann wäre das doch perfekt für den Nachwuchs geeignet, vor allem, weil ältere Modelle oftmals robuster sind als aktuelle Smartphones und daher besser für Kinderhände geeignet sind. 

  • Ist kein abgelegtes Handy in der Familie vorhanden, kann auch ein spezielles Kinderhandy gekauft werden. Bei diesen lässt sich beispielsweise die Anzahl der Gesprächspartner für Telefonanrufe begrenzen, sowie den Zugang zum Internet einschränken. Ansonsten bieten sie ganz ähnliche Funktionen wie normale Smartphones. So können ebenfalls Spiele gespielt und Nachrichten verschickt werden. Allerdings sind diese Kinderhandys meistens nicht so robust wie „Richtige“, weswegen besondere Vorsicht beim Benutzen verlangt ist.
  • Wer nach wie vor gegen ein tatsächliches Handy ist, aber dennoch sein Kind in Sicherheit wissen will, für den könnte auch ein GPS-Tracker eine Alternative sein. Mit diesen können Eltern nicht nur schauen, wo sich die Kinder gerade befinden, sondern können diese gegebenenfalls auch kontaktieren und umgekehrt. Es handelt sich also um ein eingeschränktes Mobiltelefon, denn Anrufe können ebenfalls durchgeführt werden. Außerdem ist die Batterielaufzeit deutlich langlebiger als bei normalen Smartphones, was ein enormer Vorteil ist.

 

Fazit:

Völlig verständlich, dass sich Eltern mittlerweile immer mehr Gedanken darum machen, ob ihren Kindern ein Handy gekauft werden sollte oder nicht, bergen solche Geräte doch einige Gefahren. Dennoch sind Smartphones mittlerweile unter Kindern und Jugendlichen eine Form von Zugehörigkeit und mit dem Verbot eines Handys kann der Nachwuchs schnell zu Außenseitern*innen werden.

Unser Tipp aus der Redaktion lautet daher: Statt ein Handy ganz zu verbieten, sollte stattdessen darauf geachtet werden, dass es sich um ein kinderfreundliches Gerät handelt. Außerdem kann Geld gespart werden, indem ein Handy aus zweiter Hand besorgt wird. Mit diesem, vielleicht etwas älteren Gerät, kann der Umgang mit Handys geübt werden und auch ein oder zwei Macken stellen bei einem gebrauchten Produkt kein Problem dar. Der Zugehörigkeitsfaktor ist dennoch gegeben und die Angst, etwas zu verpassen, unbegründet. Auch lernt ihr Kind Selbstständigkeit.

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