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Abofalle: Muss ich zahlen, wenn mein Kind ein Abo abschließt?

Ein Elternteil zeigt einem Kind auf dem Sofa eine Handyrechnung neben einem Smartphone mit einem Spiel.
Ein ungewollter Kauf im Spiel macht den Vertrag meist unwirksam - Eltern können das Geld zurückfordern.

Hat Ihr Kind ohne Erlaubnis ein Abo abgeschlossen oder in einer App eingekauft? Der Vertrag ist meist unwirksam, Sie müssen nichts zahlen und bekommen Ihr Geld zurück.

Minderjährige brauchen für einen rechtsgültigen Vertragsabschluss das Einverständnis eines Elternteils - das gilt für ein Abo genauso wie für einen Kauf in einer App. Fehlt diese Zustimmung, können Sie der Abbuchung beim Anbieter schriftlich widersprechen und die Erstattung des Betrags verlangen, auch wenn er schon über die Handyrechnung abgerechnet wurde. Vorbeugen lässt sich zusätzlich mit den Geräteeinstellungen weiter unten.

So entstehen Kostenfallen in Apps

Wir alle freuen uns, wenn wir eine neue App herunterladen wollen und diese augenscheinlich erst einmal kostenlos ist. Doch viele Smartphone-Applikationen bergen versteckte Kosten, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind. Dabei gehen die Macher der App nach bestimmten Mustern vor.

  1. In-App-Käufe: Bei diesem Schema ist die App von Beginn an kostenlos und kann oftmals auch dauerhaft kostenlos genutzt werden. Jedoch kann man zumeist viele Hauptfunktionen der App, bei einem Spiel beispielsweise neue Charaktere, erst nutzen, wenn dafür Geld gezahlt wird. Die kostenlose App dient dabei vor allem als „Türöffner“, um Nutzern*innen die App schmackhaft zu machen. Auch kann es vorkommen, dass die zu Beginn kostenlose App bei längerer Nutzung schließlich anfängt zu kosten.
  2. Premium-SMS: Bei diesem System handelt es sich um Dienste, die über SMS bestellt oder abgerechnet werden. Diese Variante wird oft für Gewinnspiele, Klingeltöne aber auch bei Handyspielen benutzt und kann am Ende des Monats für einen Schock sorgen. Das Geld, das für die SMS bezahlt werden muss, wird nämlich zum Vertragspreis des Handys hinzugefügt oder vom Prepaid-Guthaben abgezogen. Dass solche SMS Geld kosten, wird zumeist auch nur wenig oder gar nicht kommuniziert, weswegen vor allem Kinder und Jugendliche oft auf diese Masche hereinfallen.
  3. Abofallen: Oft sind die Bedingungen für die App-Nutzung so versteckt, dass man leichtgläubig seine Daten angibt. Vielleicht sollte die App eh nur einmal genutzt werden, doch auf einmal kommt das üble Erwachen. Das Risiko in eine Abofalle zu tappen ist vor allem beim Herunterladen von Wallpaper und Klingeltönen groß. Man klickt sich so durch, kommt auf ein Werbebanner, gibt unüberlegt seine Daten an und zack hat man einen 2-Jahres-Vertrag abgeschlossen.

Müssen Eltern tatsächlich zahlen?

Jedem kann es passieren, unbeabsichtigt ein Abo abzuschließen. Doch vor allem Kinder und Jugendliche sind besonders anfällig für Kostenfallen, welche sich unter anderem in Apps verstecken können. Aber müssen Eltern tatsächlich zahlen, wenn Kinder unbeabsichtigt ein Abo abschließen?

Die Antwort lautet glücklicherweise: in der Regel nicht. Denn wenn ein minderjähriges Kind einen Vertrag ohne Erlaubnis der Eltern abschließt, ist dieser zuerst unwirksam. Dieser gilt nämlich erst als abgeschlossen, wenn ein Elternteil oder der Erziehungsberechtigte sein Einverständnis gibt. Diese Regelung gilt für persönlich abgeschlossene Verträge genauso, wie Verträge, die über eine App, ein Spiel oder eine Internetseite abgeschlossen werden.

Wie Sie Ihr Geld zurückbekommen

Kommt es tatsächlich soweit, dass der Nachwuchs einen In-App-Kauf tätigt oder versehentlich ein Abo abschließt, können Eltern dagegen rechtlich vorgehen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob der Kauf beispielsweise über die Handyrechnung der Eltern bezahlt wird. Diese haben dennoch nachträglich das Recht, die Genehmigung zum Vertragsabschluss zu verweigern und eine Rückerstattung des Geldes einzufordern.

So wäre es ja auch, wenn ein Kind in einen Laden geht, bar für etwas bezahlt und die Mutter diesem Kauf nicht zustimmt. Diese würde das Kind sofort zurück in den Laden bringen und das Geld zurückfordern. Verkäufer*innen müssen dieser Rückerstattung zustimmen und das gleiche gilt auch für Vertragsabschlüsse im Internet.

So schützen Sie Ihr Kind vor Kostenfallen

Versteckte Abonnements und In-App-Käufe sind heimtückisch und leicht zu übersehen. Aber glücklicherweise gibt es Wege sich und seine Kinder davor zu schützen und dafür muss man lediglich die Smartphone-Einstellungen ändern.

  1. iPhone: In-App-Käufe einschränken

    Im Normalfall kennzeichnet Apple jede App, die In-App-Käufe ermöglicht. Jedoch ist dieser Hinweis für viele, vor allem Kinder, oft zu undeutlich. Daher gibt es eine einfache Möglichkeit diese Käufe komplett zu deaktivieren. Dafür musst du lediglich in die iPhone-Einstellungen gehen. Klicke dann auf „Allgemein“, auf „Einschränkungen“ und letztlich auf „Einschränkungen erlauben“. Hier gibt es die Auswahlmöglichkeit „In-App-Käufe“, welche deaktiviert werden sollte. Falls du nicht alle In-App-Käufe deaktivieren möchtest, kannst du die Einschränkungen auch noch verfeinern.

  2. Android: Käufe mit Passwort sichern

    Für Android-Nutzer*innen ist das Umgehen der Kostenfalle ähnlich. Jedoch können In-App-Käufe nicht komplett deaktiviert werden, können jedoch mit einem Passwort gesichert werden. Auf den Android-Geräten muss zuerst der Google Play Store geöffnet und dann dort in „Einstellungen“ gegangen werden. Dort gibt es die Option „Passwort für Käufe erforderlich“, welche ausgewählt werden muss. Zusätzlich zu dieser Option kann entschieden werden, wie lange das Zeitfenster für In-App-Käufe geöffnet bleibt, nachdem das Passwort eingegeben wurde.

  3. Downloads vorab prüfen

    Am besten ist es, alle Downloads, die die Kids tätigen wollen, vorab genau zu kontrollieren. Außerdem sollte den Kindern erklärt werden, dass manche Apps versteckte Kosten bergen und sie auf solche Fallen achtgeben sollen.

Checkliste gegen Kostenfallen

Kostenfallen vorbeugen

Die wirksamsten Punkte zuerst:

  • In-App-Käufe auf dem iPhone deaktivierenÜber Einstellungen, Einschränkungen, Einschränkungen erlauben.
  • Auf Android ein Passwort für jeden Kauf verlangenIm Play Store unter Einstellungen einstellbar.
  • Mit dem Kind über versteckte Kosten sprechenErklären, dass vermeintlich kostenlose Apps Geld kosten können.
  • Downloads und neue Apps vorab selbst prüfenBevor das Kind sie installiert.
  • Bei einem ungewollten Abo schriftlich widersprechenUnd die Rückerstattung einfordern.

Häufige Fragen zur Abofalle

Muss ich zahlen, wenn mein Kind ein Abo abgeschlossen hat?

In der Regel nicht. Ein Vertrag, den ein minderjähriges Kind ohne Erlaubnis der Eltern abschließt, ist zunächst unwirksam - das gilt für Abos genauso wie für In-App-Käufe.

Wie kann ich Geld aus einer Abofalle zurückfordern?

Widersprechen Sie dem Anbieter schriftlich und verweisen Sie auf das fehlende Einverständnis zum Vertragsabschluss. Das Recht auf Rückerstattung gilt unabhängig davon, ob der Betrag schon über die Handyrechnung abgebucht wurde.

Wie schütze ich ein Android-Handy einfach vor einer Abofalle?

Im Google Play Store lässt sich unter Einstellungen ein Passwort für jeden Kauf verlangen, sodass In-App-Käufe nicht mehr unbemerkt möglich sind.

Was ist eine Kostenfalle für Kinder im Internet?

Kostenfallen tarnen sich meist als kostenlose Apps, Klingelton-Angebote oder Gewinnspiele und verstecken ihre Kosten in In-App-Käufen, Premium-SMS oder Abo-Bedingungen, die leicht übersehen werden.

Eine ähnliche Masche steckt hinter der Kostenfalle „Klingelton-Abo“. Wer die Käufe auf einem Android-Gerät umfassender absichern will, findet unter Kindersicherung auf dem Android-Handy einrichten weitere Einstellungen, und mit Google Family Link einrichten lässt sich die Kontrolle über Käufe und Apps zusätzlich an ein Kinderkonto koppeln.

Zuletzt geprüft am 05.10.2026

Redaktioneller Stand

Geprüft am
05.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Wiedervorlage
04.10.2028

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